Sorar
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    Sorar
    Späher - (Jäger und Handwerker)
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    Sorar

    von Sorar » 18.06.2014, 12:00

    Allein und unterwegs

    Es war im wahrsten Sinne eine Schnaps Idee gewesen, die Sorar in diese Lage brachte. Langsam sank sie tiefer in die Teergrube. Das Röcheln, Glucksen und Zappeln der Spitzohren, Rauschebärte und Gobbos war bereits verklungen. Im näghsten Leben ash Krug weniga. Ora nub… eigentligh sprechen de Zahln uur mer, dachte sie sich.

    Ein paar Tage zuvor:
    Sorar hatte das Fernweh ergriffen. Sie hatte die Einsamkeit gesucht. So schön es bei den Donneräxten war, manchmal musste sie einfach allein sein. Sie hatte das Nötigste eingepackt, hatte ihren Wolf gesattelt und war davon geritten. Ohne Ziel, einfach nur ein paar Sonnen jagen. Die Elemente leiteten sie ins Brachland. In die feuchte Grotte in der sie damals zu dritt gehockt hatten, nachdem die verdammichten Gazats sie aus der Ödnisfeste vertrieben hatten. Sie erlegte einige Zebras und Hyänen. Kein Genuzz, aba nahrhaft. Danach ging es Richtung Ödnisfeste. Erinnerungen kamen und gingen. Sie spürte wie Blutmond, ihre Axt dort das erste Gazatblut gekostet hatte. Obgleich der Gazat nur eine Robe trug und widerlich stank, war er ein zäher Gegner. Aber am Ende waren die Donneräxte siegreich gewesen und sie hatten ihre Burg zurückerobert. Die Landschaft wurde karger und das Jagdglück verlies Sorar. Zu allem Übel setzte der Regen ein und überspülte die gesamte Landschaft. Schwarzpfote – ihr Wolf – jaulte hundekraulend neben ihr. Er blickt Sorar missbilligend an. „Daz höat bald auf“ versuchte sie ihn zu beruhigen. Der Regen wurde hingegen stärker und ein Sturm zog auf. Waz sen nua in dä Elemente gefahrn, fragte sich Sorar. Eine starke Strömung erfasste sie und trieb sie Richtung Süden ab. Irgendwie schaffte Sorar es Schwarzpfote zu ergreifen und ans ich heranzuziehen. Der wasserscheue Wolf wäre ansonsten kläglich ersoffen. Das Unwetter dauerte eine Nacht und den ganzen darauffolgende Tag. Erst als der Abend nahte, beruhigten sich die Elemente. Die Landschaft kam Sorar seltsam bekannt vor, aber sie konnte diese noch nicht zuordnen. Ihr Magen knurrte. Nur Wasser umgab sie. Wo soll egh nur hin? fragte sie sich. Sie beschloss ihre Kräfte zu schonen und am nächsten Morgen eine Entscheidung zu treffen.
    Am nächsten Morgen fiel ihr die Entscheidung nicht leichter. Allein Wasser umgab Sorar und Schwarzpfote. Sie entschied es in Richtung Süden zu versuchen. Denn sie war von Norden kommend nach Süden gespült worden. Irgendwann musste Land kommen. Oder Sorar von der Welt gespült werden. Schwarzpfote musste geahnt haben, dass er Sorar entlasten musste. Tapfer paddelte er auf dem Wasser. Bis tief in die Nacht kämpften beide um ihr Leben. Irgendwann stießen sie auf festen Boden. Glücklich, aber völlig erschöpft ließen sie sich nieder und fielen sofort in tiefen Schlaf.
    Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, als Sorar erwachte. Schwarzpfote war bereits wach und schaute sie erwartungsvoll an. Sie kraulte ihn und sagte: „Etz geht weita. Bald kriegn were etwaz zu beizzen“.

    Sorar bemerkte wie ausgezehrt und kraftlos Schwarzpfote war. Nach dem unfreiwilligen Bad wollte sie ihm nicht noch mehr zumuten und beschloss zu Fuß weiter zu gehen. Sie erreichen einen Höhenzug. Ah da sen ash Pfad und frische Spuren. Sie beschloss den Spuren zu folgen. Gegen Abend war der Gebirgszug überquert und sie sah Lichter einer Siedlung. Endligh.

    Nach kurzer Zeit erreichten Sorar und Schwarzpfote Gadgetzan. Ein Haudrauf begrüßte Sorar: „Holde Maid, da seid ihr wohl einen betrügerischen Gebrauchtwolfverkäufer aufgesessen. Harhar“. Sorar blickte den Haudrauf grimmig an, worauf sein Lachen verstummte. Zuerst suchte sie den örtlichen Stall auf. Übergab Schwarzpfote, bestellte einen Zentner Fleisch für ihn und begab sich in eine Schenke.
    Die Schenke war sauber. Außer Sorar waren noch einige junge Spitzohren anwesend. Die Spitzohren waren bereits angetrunken und unterhielten sich laut. Es fielen abfällige Bemerkungen in Richtung Sorar wie „Mannweib“ und „Schweinefresse“, als sie die Schenke betrat. Ignorier dä Baumkuschlaz. Dä Spitzohrn vertragen nub Schnapz, dachte sie sich. Sie setzte sich so weit wie möglich von den Spitzohren weg. Der Wirt, ein rundlicher Gobbo, kam umgehend auf Sorar zu. „Was wünschen die Dame zu speisen“ sagte der Wirt mit einem falschen Grinsen. „20 Ebaripghen, 5 Kodoflanken, ash Kiaschkughen unn etwaz zum runterspüln: Schnappz“ bestellte Sorar. „Sehr gern“ ewiderte der Wirt beflissen und verschwand in der Küche. Nach kurzer Zeit bekam Sorar ihr Eessen. Rülpsend und schmatzend schlang sie alles in sich rein und spülte es mit dem Schnapz runter. Ein Gazat und ein Gobbo betraten das Gasthaus und setzten sich zu den Spitzohren. Sie zechten gemeinsam weiter, würfelten und warfen Sorar Blicke zu. Nach einiger Zeit stand ein Spitzohr auf. Er wirkte bedröppelt und ging torkelnd auf Sorar zu. Na waz hast dere denn voa, fragte sich Sorar und schlang ihre Hand um Blutmond. „Heeeee heizzzzzzze Braut, gehen wiiiiir zu mir oder zu dir“ lallte das Spitzohr und legte den Arm um Sorar. Es machte nur noch Klatsch das Spitzohr kippte der Länge nach Hinten um und ein blutige Schwall strömte aus seiner Nase. Er war nach Soras Prankenhieb sofort bewusstlos. Selba Schuld, dachte sich Sorar. Vom Elfentisch ertönte ein lautes Gröhlen. Alle hielten sich die Bäuche. Gobbo und Gazat standen auf. Ein weißes Tuch in der Hand und zogen den Elfen zu ihrem Tisch. Begossen ihn mit Bier, Schnapz und Met. Nach einiger Zeit wachte er auf und starrte Sorar böse an.
    Der weitere Abend verlief ruhig. Bis… ja bis zum Morgen. Als der Wirt zu Sorar kam und die Bezahlung verlangte. Sie griff an ihren Gürtel und stellte fest, dass der Beutel mit Glitzer abhandengekommen war. Schnorrzzzz, Ogerdreck. Der Wirt fing an laut zu werden. Die Gruppe vom Nachbartisch äugte neugierig rüber. Ein Ork, der nicht bezahlt, das versprach einen unterhaltsamen Morgen. „Egh muzz nua zum Zählhauz, dere kriegz dere Glitza“, sagte Sorar. „Netter Versuch. Den Trick kenn ich bereits. Ich will mein Gold jetzt. Du hast gefressen und gesoffen. Her damit und zwar SOFORT!“ Schrie der Wirt. Sorar versuchte den Wirt zu beschwichtigen. Aber alle Beteuerungen nützten nichts. Zwei Wachen betraten die Schenke. Verdammpt. Ez wiad ungemütligh, dachte Sorar. Sie ergriff gerade Blutmond, als sich eine Gobbopranke auf ihre legte. „Gemach, Gemach. Imma ruhig mit den jungen Wölfen“ sagte der Gobbo. „Ich habe eine Vorschlag“, lallte er in Sorars Ohr. Magh nub Geschäfte mit dä Gobbos. Das alte Orksprichwort war Sorar in den Sinn gekommen, aber der Vorschlag klang wirklich akzeptabel: Ein Faustkampf gegen den Elf, der sie angesprochen hatte. Der Gobbo sagte, der Elf sei ein berühmter Kämpfer und es würde nicht einfach für Sorar. Wenn sie gewinnen würde, würde der Gobbo die Schuld beim Wirt und Stallmeister begleichen.

    Der Gobbo hatte gelogen. Ob das Spitzohr ein berühmter Faustkämpfer war, konnte Sorar nicht beurteilen. Nach Orkmaßstäben kämpfte er erbärmlich. Schon nach wenigen Augenblicken schlug Sorar ihn nieder und stand infolgedessen nie wieder auf. „Du dumme Sau“ schrie der Gobbo. „Du solltest verlieren. Seid ihr Orks zum scheißen zu dämlich.“. „Aba. Egh hab mer Teil erfüllt. Egh hab daz Spitzohr besiegt“ brüllte Sorar und ergriff Blutmond. Als die Spitzohren bemerkten, dass ihr Gefährte die letzte Reise angetreten hatte, zogen sie auch ihre Waffen. Aufgrund des Spektakels waren auch sämtlichen Wachen in dem Wirtshaus anwesend. Der Wirt krakelte immer noch wegen seiner Bezahlung.
    Sorar konnte sich nicht erinnern, wie es dann angefangen hatte. Es ging alles viel zu schnell. Sie wehrte Hiebe, Stöße, Pfeile ab. Lies Blutmond tanzen. Blut spritzte. Ein Spitzohr ging krachend zu Boden. Sie rasierte dem Gazat den Bart ab. Darauf wurde diese furchsteufelswild. Die Wachen griffen unermüdlich an. Der Wirt schwang ein Fleischermesser. Sorar drehte sich blitzschnell um und schlug ihm die Unterarme ab. Blut strömte aus. Der Wirt blickt ungläubig auf die Stümpfe. Er würde nie wieder kochen oder servieren können. Bevor er ohnmächtig wurde schrie er: 10.000 Gold auf den Kopf dieses Orks. Obwohl die Wachen und Spitzohren bereits Moral eingebüßt hatte, wecke die Aussicht auf diese Summe ihren Kampfgeist. Sorar keuchte bereits. Egh kann daz nub gewinnn. Aba egh kann veasughen so vü wie mögligh mitzunehmen, dachte sie sich. Sie stand bereits mit dem Rücken zur Wand, als ein Netz über sie gestülpt wurde. „HALTET EIN“, donnerte eine Stimme. „Wo bleibt denn da das Vergnügen ein hilfloses Weib abzuschlachten.“ Erst jetzt bemerkte Sorar einen Leckelfen. „Egh nehm eugh alle mit. Keine Bange“ sprie sie aus. „Aber nein, ich habe einen besseren Vorschlag: Wir veranstalten eine kleine Jagd. Wenn du die Säulen zum un goro Krater erreichst, so sollst du dein Leben behalten.“ Schon wieda ash Handel un dann mit ash Leckelf. Von Anfang an hatte Sorar dabei kein gutes Gefühl. Da sich die Gemüter beruhigen, blieb ihr nichts anderes übrig als gute Miene zu böser Jagd zu machen.
    Natürlich beabsichtigten weder die Spitzohren, die ihren Gefährten verloren hatten noch der Gazat oder die Gobbos sich an die Vereinbarung zu halten. Sorar erreichte nämlich nach einigen heftigen Scharmützeln die Säulen. Mittlerweile waren die Verfolger auf 30 angewachsen. Selbst der Leckelf hielt sich nicht an seinen Vorschlag. Am Ende ihrer Kräfte kam Sorar die Idee. Sie erinnerte sich an die Teergruben im Krater. Wenn egh Blutmond richtig setze, dann kann egh mer wieda rausziehn. Gedacht, getan. Sie sprang in die Teergrube, warf dabei Blutmond in den festen Boden am Rand. Die Verfolger sprangen blindlinks hinterher. Er in der zähe Brühe angekommen, bemerkten sie die Gefahr. Sie zappelten, schrien um ihr Leben. Aber der Teer zog sie grandenlos auf den Grund der Grube. Einzelne flehten ihr Götte an, manchen verfluchten diese. Es half alles nichts. Unaufhaltsam versanken sie in dem heißen Teer. Sorar wollte gerade Blutmond ergreifen, als der Leckelf erschien. „Du hast ja wohl nicht wirklich daran geglaubt, dass ich dir Schweinsgesicht dein lächerliches Leben lasse, oder?“. Dabei trat der vermeintliche Verbündete Blutmond in den Teer. Sorar spie aus und traf den Leckfelfen. Doch er lachte sie nur aus, wischte sich den Speichel aus dem Gesicht und drehte ihr den Rücken zu. Mit den Worten „Ich muss mir jetzt meine Belohnung abholen, nicht, dass die Grünhaut noch stirbt“, verließ der Leckelf den Ort des Geschehens.

    Zurück zum jetzt:
    Sorar sank tiefer. Der Teer reichte ihr bis zum Hals. Tod wegen nub bezahlten Schnappz. Sorar musste lachen. Sie wäre lieber auf dem Schlachtfeld gestorben. Ehrenhaft, ohne Lizt. Dä Elementä treibn zo manchez komisches Zpiel. Sie schloss die Augen und versuchte ihren Frieden zu finden. Der Teer bedeckte sie vollends. Die Luft wurde knapp. Sie sank weiter und weiter. Wie tief die Grube wohl sen? Wat uur ash merkwürdige letzter Gedanke. Sie sank tiefer. Plötzlich spürte sie etwas Festes. Endligh der Grund. Wobei NUB. Daz fühlt segh nagh metall an. Sie ertastete etwas. Ash Shredder? NUB. Daz Teil hat nub Sägen. Auzzadem verirren sich keine Gobbos hierhin. Sie tauchte. Und tastete das merkwürdige Ding ab. Sie berührte mit ihrer Pranke etwas. Etwas zischte und das Ding fing an zu knattern. Sofort bekam Sorar neue Hoffnung. Durch Zufall betätigte sie einen weiteren Hebel. Eine Kuppel öffnete sich. Mit letztem Atem zog sie einen Gnom aus einer Kabine. Und setzte sich an das Pult. Welghen Knopf muzz egh nua drücken? Wieso sinn die Knöpfe imme zu klein uur Orkpranken? Sie drückte eine einen großen grünen Kopf. Das Gefährt zuckte und bewegte sich nach oben. Sie war kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. Etz bloss nub dä Zchnauze aufmaghen. Die Zeit zog sich endlos hin. Aber dennoch gelangte sie an die Oberfläche. Sie holte tief Luft und stellte das Gefährt am Rand der Grube ab. Sie sah ihre Axt auf der Oberfläche der Teergrube. Sorar war nie besonders talentiert im Angeln. Aber irgendwie schaffte sie es ihre Axt aus dem Teer zu fischen. Danach betrachtete sie das Gefährt. Mh von so einem schnickschnackdingens gerettet zu werden… wahrlich seltsam. Sie beschloss das Gerät mit zum Clan zu bringen. Vielleight konnte ein fähiga Tüfftla damit etwaz anfangen ora ash Händla…

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