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Erinnerungen an die Vergangenheit
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    Iz'grim
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    Erinnerungen an die Vergangenheit

    von Iz'grim » 14.02.2017, 21:53

    „…..als ihr Königreich von den Trollen aus Zul’Aman angegriffen wurde, baten die Menschen des Königreichs Arathor die Hochelfen um Unterstützung. Die Hochgeborenen bildeten somit 100 Menschen zu Magiern aus …..“

    Als er -mal wieder in seinem Kämmerchen sitzend- von der Vergangenheit der Menschen und ihrem Königreich las, musste er auch an die Untoten aus Unterstadt denken, die ja im Grunde auch Menschen waren und an seine Zeit vor dem Clan, bevor er zum Sturmrufer wurde, gerade kurz nachdem man in Orgrimmar erkannt hatte, dass der junge, ängstliche Orc mit den blauen Augen und dem damals nicht vorhandenen roten Bart ein Gespür für das Arkane hatte.


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    Ja, er war gerade zehn Jahre alt geworden und hatte sich für den Nahkampf, für den Umgang mit Tieren als unbrauchbar erwiesen. Außerdem war gerade gestern erst festgestellt worden, dass er keine außergewöhnliche Bindund zu den Ahnen hatte ….im Gegensatz zu den Schamanen....

    Zwei Wachen standen am nächsten Tag vor seiner Matte und weckten ihn.

    „Steh auf, du Made! Schwächlicher kleiner Wicht ! Los !“ Daraufhin sprang er vor lauter Angst mit noch nie gezeigtem Elan aus seiner Schlafposition in die Höhe und schrie: „Jawohl !“

    Na immerhin ne Eignung zum Peon hätte er schonmal“, grunzte die zweite Wache spöttisch.

    Wo-wohin geht es denn?“ fragte der junge Orc. „Wirst schon sehen, wirst schon sehen….“

    Diese Antwort zusammen mit dem Grinsen beider Wachen machte dem Orc-Jungen noch mehr Angst. „Da runter ! Los! Melde dich bei den Zauberern da unten und komm ja nicht wieder rauf, dabuh ?“ Nickend bog er somit in die dunkle Gasse ab, die nach unten führte….und es wurde noch dunkler.

    Dort unten sah er Wesen wie er sie noch nie gesehen hatte…rötliche Kreaturen in etwa so groß wie Eber vor Orgrimmar, jedoch mit gefühlten tausend Zähnen im Maul….auch ganz kleine Wesen mit langen Ohren und einem gemeinen Lächeln im Gesicht. Auch ein ganz anderes Wesen, das er auf den ersten Blick für mit eine blasshäutige Orc-Frau hielt, konnte er sehen. Dazwischen standen in Roben gekleidete Orcs, die allesamt finster dreinblickten. Die Orcs und ihre Kreaturen machten ihm noch mehr Angst als er ohnehin schon hatte und er ging weiter, so ruhig es nur ging.

    Dort drüben standen zwei Orcs, die nicht ganz so grimmig dreinschauten. Er ging näher an die beiden heran und sprach: „Lok’tar …ich…soll mich melden?“. Du ? Ach du bist der Kleine, der bei den anderen Ausbildern komplett versagt hat. Man hat mir gesagt, dass du kommen wirst. Wir werden nun feststellen, ob du irgendein Gespür für Magie hast! Mach‘ dir keinen Druck, Kleiner. Falls es nicht klappt, kannst du immernoch ein Peon werden!“ schallendes Gelächter beendete den Satz.

    Der junge Orc war nun inzwischen zu einem Gemisch aus Angst und Wut geworden und begann, leicht zu schwitzen. Ein Peon kam angelaufen…er trug einen Eimer mit Wasser bei sich. Der Orc in der Robe rief: „Hierher, du Made, hierher! Stell den Eimer hier ab…..und verschwinde…..aber plötzlich!“

    Nachdem der Peon verschwand redete er weiter: „DAS erwartet dich, wenn du versagst! Und nun… sage ich dir was du machen sollst. Wir haben hier Wasser…warmes Wasser. Da es hier in der Kluft der Schatten kühl ist, mache ich es dir leicht: Du sollst das Wasser in dem Eimer einfrieren….oder nein … wenn ich dich so ansehe eher abkühlen, ja, kühl' das Wasser da drin! Magier können die Elemente kontrollieren und formen. Erfahrene Magier können sie aus dem nichts herbeirufen und kontrollieren ...mal abgesehen von allerlei anderen tollen Dingen. Also … nimm die
    kühle Luft und sorg’ dafür, dass das Wasser kalt wird. Du hast eine Minute !“

    Der junge Orc schluckte. Nun war es soweit… alles hing davon ab, was er nun tat und tun konnte. „Los!“ hallte es durch sein Ohr „Konzentrier‘ dich!“. Iz’grimar fokussierte sich auf den Eimer und versuchte, irgendwie etwas zu erreichen. Nach 30 Sekunden steckte er zur Probe den Finger in das Wasser, um zu sehen, ob etwas passiert war.

    Statt einer Kühlung war garnichts passiert…. Das Wasser war warm, so wie das Wasser im Südstrom bei Orgrimmar. Auch der andere Orc überprüfte nun das Ergebnis… „Immer bekomme ich das Frischfleisch, das gar kein Talent für irgendwas hat…. Du hast noch 10 Sekunden… dann darfst du dich morgen bei den Peons melden, du Nichtsnutz!“

    Bei dem Gedanken daran, jeden Tag für den Rest seines Lebens Kisten schleppen zu müssen, erwachte etwas in ihm. Er konzentrierte sich noch einmal auf den Eimer…mit all seiner Wut, seinem Zorn, seiner Enttäuschung und seiner Angst.

    Das Wasser dampfte, es brodelte kurz….dann war es weg….Wasserdampf stieg auf ….Es war nicht genug….auch der Eimer begann, zu rauchen…und fing plötzlich Feuer! Das Feuer war stark…zu stark…der junge Orc konnte nicht kontrollieren, was er da heraufbeschworen hatte.

    Auch einer der hölzernen Pfähle, die zur Befestigung in Orgrimmar übrig waren, begann zu brennen. Der Orc in der Robe drehte sich langsam, Stück für Stück um und war überrascht, sogar etwas ängstlich… Er schrie hinüber zu den anderen Orcs, welche „diese Kreaturen“ kontrollierten: „ Hey, was soll der Mist! Hilf mir mal!“ befahl er seinem Kollegen, woraufhin sie beide zusammen das Feuer löschten.

    Den Jüngling ignorierend gingen sie zu den -wie Iz’grimar später herausfand- „Hexenmeistern“ hinüber und stritten sich kurz mit ihnen. Als sie wiederkamen, sprach zum ersten Mal auch der andere Orc der beiden, die sich „Magier“ schimpften. „He, Kleiner… die da drüben sagen, dass du das warst. Stimmt das?“ Aus Angst vor Konsequenzen schüttelt der blauäugige junge Orc den Kopf. „ Ich wars nicht!“

    „Doch warst du. Du hast bewiesen, dass du wohl etwas mehr Potential hast, als dir mein Kollege zugetraut hat….. allerdings war das nicht deine Aufgabe! Was hast du dir dabei gedacht? So etwas können die meisten nichtmal nach langer Zeit! Und das unter diesen Bedingungen! Kälte und Feuchtigkeit sind hier enorm hoch… und trotzdem so ein Feuer aus dem nichts….Ich habe das Gefühl, dass du uns unter richtiger Aufsicht übertreffen wirst, Junge. Diese richtige Aufsicht ist aber nicht hier, denn so wie du jetzt bist, stellst du eine Gefahr für Orgrimmar und seine Bewohner dar.“ Er grinste…. „ein geeigneter Ort für ein Klappergestell von einem Orc wie dich, der die Magie beherrschen will….ist die Unterstadt!“

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    *Ein Magenknurren beendete seine Träumerei vorerst*

    In der Gegenwart angekommen, fasste der Sturmrufer sich an seinen Bart und merkte dabei, dass sein Magen versuchte, ihm zu sagen, dass er schon fast 2 Tage lang wieder einmal nichts gegessen hatte.
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 14.01.2019, 15:39, insgesamt 3-mal geändert.
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    von Iz'grim » 07.03.2017, 09:55

    Auch wenn der Aufenthalt des Donneraxt-Clans in Unterstadt nur kurz war, da man auf dem Weg nach Hammerfall war, stiegen in dem Sturmrufer nun wieder einige Erinnerungen an diesen Ort empor. In derselben Nacht, nachdem die Orcs das Treffen mit den Verlassenen in Hammerfall überstanden und mittels eines Portals nach Haus gelangt waren, träumte der Orc von seiner früheren Zeit in der Unterstadt…..

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    Alleine schon der Weg nach Unterstadt erwies sich als….interessant.

    Nachdem er einen Holzpfahl einen Eimer und wohl auch den Stolz eines der Orcs, die ihn hätten beaufsichtigen sollen in Brand gesteckt hatte, hatte man ihm gesagt, dass er wohl in die Unterstadt abgeschoben werden würde.

    Wie immer hatte er große Angst. Dieses Mal hatte er Angst davor, an einen Ort gebracht zu werden, der solch einen fürchterlichen Namen hatte. Nach zwei Tagen des Bangens und Fürchtens war es soweit. Drei schwer gepanzerte orcische Krieger standen nun früh am Morgen vor ihm und seinem Schlafplatz, der sich zwischen ein paar Kisten mit nutzlosem Gerümpel in einer der Gassen Orgrimmars befand. „Der da? Der kleine Pups?“ fragte der vordere der drei, welcher wohl eine Art Offizier gewesen sein mag. „Iz’grimar. Bist du derjenige, der Iz’grimar gerufen wird?“ „Dabuh“ antwortete der eingeschüchterte Junge. „Mitkommen! Ein Zeppelin aus den östlichen Königreichen ist angekommen. Der Zeppelin wird auch in einer halben Stunde wieder ablegen. Du hast 2 Minuten, deine Sachen zusammenzupacken, dann geht es los.“

    Östliche Königreiche?“ dachte der junge Orc für sich selbst… „das hört sich gar nicht so fürchterlich an“. Nachdem er seine Schlafdecke, einen Brocken Brot, einen Kaktusapfel und einen Stock, der nun als Haltestange für das in seine Decke eingewickelte Essen diente, zusammengepackt hatte, ging es los.

    Die Orcs nahmen ihn mehr oder weniger in ihre Mitte, entweder um ihn zu beschützen…oder um ihn an der Flucht zu hindern, woran er zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht hatte. Fünf Minuten bevor die halbe Stunde um sein sollte, erreichten sie den Zeppelin. Dort sah er sie….blasse, dürre Körper mit gelblich- leuchtenden Augen und teilweise freiliegenden Knochen. Sie strahlten Emotionslosigkeit aus und rochen auf irgendeine, ihm noch unbekannte Art und Weise.

    Auch den ein oder anderen Goblin konnte der junge Orc ausmachen. Solche hatte er schon gesehen, da es sie auch in Orgrimmar gibt. Diese Goblins musste er wenigstens nicht fürchten, da er auf einer Augenhöhe mit ihnen war, so glaubte er zumindest. Einer, der wie ein Anführer aussah, befehligte einige andere herum, welche verschiedenste Arbeiten am Zeppelin ausführten. Auffallend war auch, dass die Goblins im Gegensatz zu den Bleichgesichtern keine Waffen trugen.

    Lok’tar! Nehmt den da mit zu euch. Er hat sich bisher durch Gespür für die arkane Magie, aber auch aufgrund von mangelnder Kontrolle als Gefahr für die Horde in Orgrimmar hervorgetan. Er soll die nächsten Jahre in der Unterstadt lernen, das Arkane zu beherrschen, um später dem Kriegshäuptling vielleicht doch noch von Nutzen sein zu können. Unterschätzt ihn nicht! Wer weiß schon, was die Magiebegabten im Schilde führen.“ Das waren die Worte, die der schwer gerüstete Orc von sich brüllte, als er ihn mit seiner massiven Hand an Bord und regelrecht in die Arme des Klappergestells schupste.

    Der Untote antwortete nur spärlich: „Wird ihn jemand vermissen?“ Nein, macht doch was ihr wollt, mein Zuständigkeitsbereich endet mit der Übergabe dieses Wurms an Euch“, entgegnete der orcische Krieger. „Gut…unsere Apotheker können immer neue Versuchs-Objekte brauchen…“ versicherte der Untote mit einem teuflischen Grinsen im Gesicht.

    Lautstark plärrte der Goblin: „Sind alle da? Mir egal, denn jetzt geht es los! Volle Fahrt voraus nach Tirisfal!“ Mit einem gewaltigen Rumms fing der Zeppelin an, sich vorwärts zu bewegen und die Fahrt ging los. Dem jungen Orc wurde Angst und Bange…er fühlte sich definitiv nicht wohl auf dem Fluggefährt und versteckte sich deshalb unter Deck.

    Nachdem sich der Lärm, welcher durch gebrüllte Befehle und das Rattern der Maschinen verursacht wurde, etwas weniger wurde, kam plötzlich einer der Untoten unter Deck und stellte sich dem Jüngling vor: „Ich bin Todeswache Lawson. Du stehst nun unter meiner Beobachtung. Wenn du aufgrund mangelnder Kontrolle oder aus Absicht irgendetwas an Bord dieser Maschine zerstören, stehlen oder unbrauchbar machen solltest, wirst du von mir noch während der Fahrt exekutiert oder in die Folterkammer zu den Apothekern gebracht. Verstanden?“ Ein zittriges Nicken von Seiten des Jungen schien wohl Antwort genug zu sein.

    Er fürchtete sich…und zwar sehr. Noch nie hatte ihm jemand mit dem Tod gedroht, mit Schlägen oder Arbeit schon…aber mit dem Tod…noch nie. Was wird in der Unterstadt passieren? Wird man ihn umbringen oder foltern und dann umbringen? Er kauerte sich zusammen und schlief, während er sich alle möglichen Horrorszenarien ausdachte, vorerst ein.

    Es donnerte und krachte! Der Boden wackelte und Iz’grimar wurde hin- und her geschaukelt wodurch er schwer atmend aufwachte. Es schaukelte sogar so sehr, dass er hin und hergeworfen wurde und sich mit dem Kopf an einer der umherfallenden Kisten stieß. Nur mühsam krabbelte er an Deck.

    Blitze stießen vom Himmel…gefühlt nur Meter an ihm vorbei und das Wasser ergoss sich vom Himmel wie von einem rauschenden Wasserfall. Schlimmer machte es die Besatzung, denn es wurde für den schreckhaften Iz’grimar viel zu viel gebrüllt….im Nachhinein war es nur logisch, da man sich ansonsten bei diesem Gewitter nicht verstanden hätte. Die Goblins sprinteten von einem Eck des Zeppelins in das nächste um Seile festzuziehen oder um sich an der Maschinerie zu schaffen zu machen. Der dürre Orc zog es angesichts dieses Schreckensbildes doch lieber vor, unter Deck zu verweilen, um das stürmische Wetter abwarten zu können.

    Nach drei Stunden des Schaukelns, Wackelns und Donnerns später hatte sich die Lage etwas verbessert. Minuten später ertönte auch die hell krächzende Stimme eines der Goblins: „Sir! Ich glaube wir sind gleich da!“ Einer anderer (wohl der Kapitän des Luftschiffs) entgegnete brüllend: „Alles bereitmachen zum Anlegen ! Wir erreichen jede Minute Tirisfal!“

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    Durch einen stechenden Schmerz erwachte der Orc...er hatte sich wohl gestoßen, denn er war an seinem Tisch sitzend über einer Schriftrolle eingeschlafen, die er so noch nie gesehen hatte. Hatte er im Schlaf darin gelesen? Nach näherer Beobachtung des Schriftstücks musste es sich dabei um einen Teleportationszauber handeln, der den Wirkenden in eine Gegend brachte, die laut der Zeichnung, die dabei war, aussah wie die Umgebung Unterstadts, wie …..Tirisfal. Allerdings war sah es aus wie eine Art Krater...und die Überschrift der Zeichnung lautete “Alt-Dalaran”....war Dalaran nicht bei den verheerten Inseln?...das alles verwirrte ihn in diesem Augenblick sehr. Er würde sich morgen darum kümmern. Mit nur einer halben Nacht voll Schlaf konnte der Sturmrufer sowieso nicht klar denken und begab sich somit, da es eh noch nicht morgen war, in die Felle….
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    von Iz'grim » 29.03.2017, 15:36

    Nach einiger Zeit des Messens, Teleportierens und Vergleichens für seinen bald geplanten Umzug war der junge Sturmrufer eingeschlafen.
    Es war wohl nicht gut gewesen, ausgerechnet diesen Folianten aus Unterstadt als „Gute Nacht-Lektüre“ mitzunehmen, denn er hatte im Anschluss wieder einen Traum…

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    Der Zeppelin legte gerade am Turm nahe bei Brill an und da viel dem jungen Orc es erst auf. Es war ein fürchterlicher, modriger Geruch in der Luft und das Umland war definitiv eine –sehr finstere- Art von einem Wald.

    Inzwischen an Deck des Zeppelins gekrochen, konnte er von dort oben, die umliegende Gegend wegen des Nebels leider trotzdem relativ schlecht überblicken. Es sah für ihn aus wie ein einziger Albtraum.
    Von der einen Seite sah man verlassene Ruinen einer Stadt, die ihre besten Zeiten wohl schon hinter sich hatte.
    Auch das Dorf, das nicht weit entfernt war, sah leer und verlassen aus.
    Er glaubte jedoch, Personen erkennen zu können, die sich an einem Kanister mit leuchtend grüner Flüssigkeit zu schaffen machten. Weiter rechts konnte man eine Person in einem Käfig sehen….

    Der junge Orc schluckte das ganze erst einmal runter und ließ es auf sich wirken….
    Dann meldete er sich zu Wort und sprach mit einem der Goblins an Bord: „Wo sind wir denn hier genau? Hier ist alles gruselig und sieht gefährlich aus….“
    Der Goblin antwortete: „Tirisfal, kleiner Orc, Tirisfal nennt sich die Gegend. Is‘ kein Ort zum Urlaub machen, das sag‘ ich dir. Was suchst’n du hier überhaupt?“
    Vor lauter angestauter Angst bringt Iz’grimar stotternd hervor: „ I-I-Ich bin h-h-hier weil ich na-na-nach Unterstadt m-muss…“
    Mein Beileid, Kleiner. Ich glaube nicht, dass das gut für dich ausgeht.“

    *Plötzlich packte den Jungen etwas an der Schulter*
    Es waren die klauenhaften Knochenhände der Todeswache, welche sprach: „Mitkommen, wir sind da. Immerhin hast du an Bord nichts kaputt gemacht. Bist du dir sicher, dass du so gefährlich bist, wie die Orcs aus Orgrimmar es gesagt haben?“
    Ich bin gar nicht gefährlich, das stimmt gar nicht!“
    Wie auch immer. Geh über den Steg…dort endet meine Aufsichtspflicht.“

    Stillschweigend tut der junge Orc wie es ihm aufgetragen wurde und als sich der Griff der „Hand“ von Lawson von ihm löste, packten ihn Hände von zwei anderen Verlassenen, deren Namen ihm nie gesagt wurden und führten ihn stillschweigend aber gewaltsam in Richtung in Richtung der Ruinen.
    Die Ruinen waren weitestgehend leer.

    Sie kamen an einigen Verlassenen vorbei, die für ihn alle gleich aussahen, da sie alle eine Kapuze trugen, durch die man nur ihre gelb leuchtenden Augen erkennen konnte.
    Wie er später erfuhr waren diese Verlassenen von der „Todeswache“, einer Art Militäreinheit der Verlassenen, die zum Schutz des Gebiets und dessen Bewohner dient, ähnlich wie die orcischen Grunzer in Orgrimmar.
    Inzwischen stand er mit den beiden „Todeswachen“ in einer Halle, in der sich auch ein riesiger steinerner Stuhl befand….

    Von Neugier gepackt, dachte der Junge laut: „ Wofür braucht man so einen großen Stuhl?“ … „Der noch dazu am Boden festgewachsen ist.“
    Die Todeswache zu seiner Linken antwortete wider Erwarten sogar: „Das ist kein Stuhl, sondern ein THRON. Und jetzt beweg‘ dich endlich! Wir sind fast da.“
    Die Todeswache schubste ihn in einen der von der Halle wegführenden Gänge, an dessen Ende sich ein Aufzug befand.
    Allerdings ging es für den jungen Iz’grimar nur nach unten….

    Nach einer Minute der Stille und Furcht war der Aufzug an seinem Ziel angekommen.
    Als sich die Tür des Aufzugs öffnete, sah der Orcwelpe das Unglaubliche…dieses „Ding“ war riesig… es hatte mehr Arme als ein Orc, war mindestens doppelt so groß wie ein Orc, und roch schlimmer als ein ganzes Rudel Orcs zusammen jemals riechen konnte.

    Nachdem Iz’grimar es geschafft hatte, seinen Mund zuzumachen, dachte er nach: „ Was ist das für ein Ding, vielleicht …ein Oger? Als ich einmal im Waisenhaus von Orgrimmar war, haben die Großen immer damit angegeben, dass sie einmal so groß und stark würden, wie ein Oger.“
    Im Gegensatz zu sonst hatte er keine Angst, nein, er war einfach fasziniert.
    Seine Faszination währte nur kurz, da er nun auch schon wieder weitergetrieben wurde.

    Die Stadt selbst roch wiederlich und war in keinem guten Zustand. Besonders auffällig war das grüne „Wasser“, das überall abseits der Wege floss.
    Nun stand der Orc-Junge mit den beiden Todeswachen vor einer Brücke, welche in einen neuen Stadtteil führt.
    Hier gehst du nun rüber und meldest dich dort im Magieviertel als Paket von Orgrimmar, verstanden?“ fragte die eine Todeswache.

    Nickend ging der Junge nun also unsicher und voller Angst über die Brücke, unter der diese grünliche Flüssigkeit bedrohlich vor sich dahinblubberte.
    Da er nicht genau wusste wohin er denn nun musste, ging Iz’grimar einfach gerade aus, bis er eine Art kleinen Tempel sehen konnte, bei dem einige Strudel aus einer ihm unbekannten aber dennoch irgendwie vertrauten Energie und in Roben gekleidete Verlassene zu sehen waren.

    Als er das Ziel suchend, immer näher an das Gebäude heranging, kam ihm einer der Verlassenen schon „lächelnd“ entgegen.
    Dieser begann mit kratziger Stimme zu sprechen: „Dich kenne ich nicht. Was willst du Wurm hier? Das ist das Magieviertel! Hier haben „Kinder“ nichts zu suchen!
    Der Orcwelpe antwortete: „Ich soll mich als Paket aus Orgrimmar melden.
    …. „Na wenn das so ist…“ Mit finsterer Miene setzte er
    fort: „Mein Name ist Derek, mein Kollege Pierce erwartet sein Paket bereits. Komm mal mit.“

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    Als der Sturmrufer in der Donneraxt-Feste am Boden auf seinem Teppich liegend aufwachte, war es bereits Morgen geworden. Er erinnerte sich noch einmal daran, welches Gefühl er beim Anblick des „Dings“ gehabt hatte, als er den Aufzug verließ. Ja, das erste Mal eine Monstrosität zu sehen war schon beeindruckend gewesen….
    Sein Magen knurrte ihn gerade an, da fiel ihm auch ein was er gestern trotz der Anstrengungen wieder einmal nicht getan hatte….er hatte mal wieder nichts gegessen.

    „Dabuh, mer Magn, egh hol dere gleagh wahz.“
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    von Iz'grim » 03.05.2017, 11:10

    Es stand bald die Donnerprüfung einiger Luskträger des Clans an.
    Auch Iz'grimar selbst würde sich der Donnerprüfung unterziehen müssen, um als vollwertiges Clanmitglied gelten zu können.
    Es war eine genauso schöne wie fürchterliche Nachricht für den jungen Sturmrufer gewesen, als er den Aushang in der Donnerfeste las.
    Die Donnerprüfung. Sie trug schon einen sehr furchteinflößenden Namen....
    In einer der folgenden Nächte hatte der Orc wieder einen Traum...

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    Der Untote namens Derek führte ihn nun zu einem seiner Freunde, so dachte der Orc-Welpe zumindest.....
    Man näherte sich und betrat schließlich ein steinernes Gebäude, das wie eine Art kleiner Tempel aussah.

    Dort angekommen sprach Derek: "Pierce! Dein Paket ist da!" Dabei untermalte er Gesagtes mit einem diabolischen Gesichtsausdruck.
    "Ahhhh wunderbar! Dann lasst uns mal bitte alleine!" sprach Pierce erfreut
    Ein paar weitere Gestalten verließen daraufhin den Raum.

    Iz'grimar sah sich nun etwas genauer um und stellte fest, dass der Raum nicht gerade gemütlich eingerichtet war...
    Das kalte magische Licht und die Tatsache, dass er nun alleine mit einem ihm unbekannten Verlassenen in diesem Raum stand, verursachte bei ihm ein ungutes Gefühl im Bauch.

    Nachdem Pierce ein paar Mal um den jungen Orc herumgeschlichen und wohl genauestens gemustert hatte, sprach er: "Nun...du bist also der Magiernachwuchs aus Orgrimmar. Wir sind ein wenig jung, oder? Wie alt bist du?"
    Iz'grimar hatte es leid, irgendwelche Namen zu bekommen, die nicht der seinige waren.
    So ruhig und ernst wie möglich sprach der "Magiernachwuchs": "Ich bin kein Magiernachwuchs, kein Paket, keine Gefahr oder sonstwas. Ich bin Iz'grimar. Und ich bin zehn Jahre alt...glaube ich."

    "Aha...ich hätte dich älter eingeschätzt"
    Der Verlassene hob die dünnen Ärmchen des Orcwelpen abwechselnd hoch und packte ihn einmal am Kinn um sich zu vergewissern: "Ahja ich vergaß, ein Orc. Die sind etwas größer als das handelsübliche Menschenkind...Sollten aber auch..." Er starrte nochmal auf die Muskulatur des Jungen... "...Sollten aber auch etwas ähmmm kräftiger sein, denke ich. Bist du auch ganz sicher ein Orc? Du scheinst auch ein wenig "blass" zu sein."

    Iz'grimar verzog beschämt das Gesicht, denn er war was den Körperbau anging wirklich nicht gerade ein Vorzeige-Orc: Dünne Arme und Beine, kaum bis keinen Mumm in den Knochen und von durchschnittlicher Größe.
    Er unterließ es, einen Kommentar zur Beleidigung durch den Untoten abzugeben.

    "Wie dem auch sei..." fuhr der Verlassene fort, "mir wurde mitgeteilt, dass du ein Gespür für das Arkane gezeigt hast...und das als Orc in diesem zarten Alter. Das und sonst nichts anderes ist der Grund warum du hier bist."

    Der Welpe machte nun große Augen, da sich dieses Mal die Worte des Verlassenen sich fast wie ein Lob angehört hatten...
    "Dann zeig mal was du kannst", verlangte Pierce.

    Erneut wusste Iz'grimar nicht genau was zu tun ist und verzog erst einmal das Gesicht.
    "Verstehst du etwa nicht? Du sollst angeblich Magie einsetzen können. Ich will etwas sehen!"

    Der junge Orc antwortete: "Das letzte Mal ging aber nicht gut aus."

    "Na! Wird's bald? Mir ist es egal wie das ausging! Mach jetzt!"
    Der Verlassene packte den Orc-Jungen bei den Oberarmen und schüttelte ihn.
    Iz'grimar tat, was von ihm verlangt wurde und versuchte sich, so gut wie es eben bei dem Geschüttele ging, zu konzentrieren.
    Er öffnete seine Handfläche nach oben hin.

    Es wurde heiß in seiner Handfläche, sehr heiß sogar.
    Plötzlich sah Pierce etwas aufflackern in der Handfläche des Orcs und ließ daher von ihm ab und wich zurück.
    Er war jedoch nicht ganz schnell genug, denn plötzlich bildete sich eine flammende Kugel -doppelt so groß wie die grünliche Hand, die sie hielt- und schoss von dort aus nach oben.
    Dabei streifte sie Pierce's Haar und schlug danach in der Decke Raumes ein.

    Er musste zunächst nach oben sehen, wo nun ein kohlschwarzer Fleck war.
    Pierce nahm seinen Stab und tippte damit prüfend gegen das Gemäuer, woraufhin kleinere einzelne Brocken und feiner schwarzer Staub von der Decke kamen.
    Das Gestein, welches direkt getroffen worden war, würde wohl irgendwie ersetzt werden müssen.
    Dann blickte er wieder zu dem Kind, das dort leicht verängstigt vor ihm stand.
    Zuerst blickte ihn der Verlassene finster drein -wohl wegen seines versengten Haares.

    Dann jedoch begann Pierce zu lächeln und sprach:
    "Ja kleiner Orc, das wollte ich sehen." Und du hast sogar mehr gezeigt, als ich zu sehen gehofft habe. Wir werden in Zukunft an dieser Kraft in dir arbeiten, wir werden dafür sorgen, dass du es ausbauen und kontrollieren kannst, ja." Dazu nickte er versichernd.


    Im Anschluss daran verließ Pierce den Raum.
    Iz'grimar setzte sich wortlos in die Ecke des Raumes und überlegte, was das genau für ihn zu bedeuten habe.

    Kurze Zeit später kam Pierce leise diskutierend mit den anderen wieder herein.
    Iz'grimar schnappte einige Gesprächsbrocken von seiner Ecke aus auf.
    Die Dinge, die für den Welpen da zu hören waren, klangen nicht gerade freundlich.

    Er verstand nicht genau, was da besprochen wurde.
    Und diese Tatsache machte ihm Angst.
    Plötzlich stand der Verlassene namens Derek vor ihm und überraschte ihn:

    "Es wurde entschieden, dass du hierbleiben wirst, um in den Künsten der arkanen Magie unterrichtet zu werden. Sei jedoch gewarnt, kleiner Orc. Wir Verlassenen stehen zwar derzeit unter Aufsicht von der Horde (, weswegen du wohl auch hier bist), allerdings werden wir nicht zögern, Fehlverhalten zu bestrafen."
    Ein teuflisches Grinsen beendete das Gespräch.

    Eine weibliche Verlassene lachte hallend: "Hübsche Frisur, die du nun hast, Pierce. Ich nehme an der Kleine da drüben ist dein Friseur?"
    Die Unterhaltung der Verlassenen wurde nun lauter...zu laut.
    Bei dem Tumult krabbelte der junge Orc ungesehen aus dem Raum, um sich zu sammeln.

    "Was hatten die Verlassenen wirklich mit ihm vor? War er in Gefahr? "

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    Schweißgebadet wachte man am nächsten Morgen auf.
    Iz'grimar fasste sich an den Kopf, welcher gerade Schmerzen bereitete
    .
    "Weada ash schleghta Traum. Egh braugh än klaren Schädl uur heut. Ehz sen deh Donnerprüfung."
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 14.01.2019, 15:41, insgesamt 3-mal geändert.
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    von Iz'grim » 16.05.2017, 11:47

    Die Donnerprüfung war erfolgreich abgeschlossen worden.
    Urmug, Sukkawa, Bover, Dabu'ka und Iz'grimar selbst sind nun inzwischen vollwertige Clanmitglieder und tragen den Rang des Spähers.
    Nachdem alle die Prüfung hinter sich gebracht hatten, ging es nach Orgrim'mar, um dort den Erfolg des Clans kund zu tun.
    Im Anschluss daran wurde in der Donnerfeste noch bis in die Nacht hinein gefeiert.
    Obwohl Iz'grimar nichts vom Donnerschnaps gekostet hatte, schlief er in dieser Nacht fest wie ein Stein....


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    Eine kalte, knochige Hand packte Iz'grimar an der Schulter, nachdem er sich erfolgreich auf die oberste Etage des Gebildes davongestohlen hatte...
    "Na? Was suchen wir hier oben, so ganz allein?"
    Der Welpe sah ihn nicht kommen, und zuckte deshalb bei der Berührung durch den Untoten zusammen.

    Instinktiv sprudelte es aus ihm heraus: "Nicht schlagen!!"
    In ruhigem Ton antwortete Pierce:" Keine Sorge, wir sind hier nicht bei den Orcs. Wir haben da andere Methoden...Zu meiner eigentlichen Frage...Was suchst du hier oben?"
    Nachdem er ausgesprochen hatte, setzte er sich neben den jungen Orc.

    " War mir zu laut unten..." antwortete der Junge fast schon flüsternd.
    "Mhm. Wir sind also einer von der schreckhaften Sorte? Ist wohl eher selten unter euch Orcs. Die meisten kommen mir etwas...grobschlächtig und...dumm vor, wenn ich ehrlich bin. Du hingegen, scheinst ein...besonderes Exemplar zu sein," entgegnete Pierce.

    "Warum bin ich eigentlich wirklich hier," wollte Iz'grimar wissen.
    "Um in den Schulen der arkanen Magie unterrichtet zu werden, warum sonst solltest du hier sein?"
    "Ach, ich weiß es auch nicht," sagte Iz'grimar kleinlich.

    "Nun denn...zuerst möchte ich dir etwas erklären. Das Feuer, das du vorhin da eingesetzt hast, bestand aus arkaner Energie. Zumindest tut es das, wenn wir Magier solches einsetzen. Die meisten Magier bevorzugen jedoch die ruhige und gleichmäßige Natur des Wassers. Wie du selbst schon gesehen hast ist das Feuer eine eher chaotische Energie wohingegen Wasser- und Eismagie leichter zu kontrollieren ist. Da du allerdings eine gewisse Affinität für diese Form der Magie aufweist, ist es gut, wenn wir genau da anfangen. Soweit verstanden?"
    Wortlos nickt der junge Orc dem Verlassenen zu, obwohl er eigentlich nichts verstanden hatte.

    "Eine Sache jedoch vorweg: Mit Magie ist nicht zu spaßen! Fehlgeschlagene Zaubersprüche enden nicht selten in einem toten Anwender! Wer Magie über die Jahre hinweg praktiziert, muss sich auch über die Auswirkungen des Gebrauchs auf Körper und Geist Gedanken machen..."
    Erneut nickte Iz'grimar wortlos, dieses Mal sehr wohl den Ernst der Lage verstehend.

    Pierce fuhr fort:" Ein Magier zu werden ist, wie du nun weißt sehr gefährlich, aber nebenbei auch nicht einfach...man braucht Fleiß und...fast noch wichtiger...das nötige Talent."
    Nach einer kurzen Pause erzählte er weiter:" Allerdings habe ich im Moment ganz andere Probleme...Ich wurde von der Führungsebene "gebeten" dafür zu sorgen, dass deine sterblichen Bedürfnisse befriedigt werden. Wir brauchen Essen, Wasser und einen Ort zum Schlafen für dich...wie lästig."

    Iz'grimars Augen weiteten sich vor Freude, als er hörte, dass er einen Schlafplatz, Essen und zu Trinken bekommen wird.
    "Halt, Kleiner. Wenn du allerdings bei einem Zauberspruch versagst und dich selbst umbringst, ist das dann aber nicht mein Verschulden!"

    "Speis' und Trank wird wohl aus den umliegenden Wäldern kommen. Ich hoffe du magst Wolfs- und Fledermausfleisch... Wir haben sogar diesen unnützen Bäcker, der seine Tätigkeit aus seinem vorherigen Leben einfach weiterführt..."
    " Ich sage es noch ein Mal. Du bist hier nicht zum Spaß! Aus dir soll ein Schlachtmagier der Horde werden!"
    "Ab morgen beginnt deine Lehre bei uns. Ach ja, und...Versagen wird selbstverständlich nicht geduldet!"
    Pierce stand auf und ging wieder hinunter zu den anderen.
    Iz'grimar schluckte, weil er nun zwar wusste, was ihn erwartet...allerdings wusste er auch, dass es nicht einfach werden würde.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Als er aufwachte, war es bereits hell in der Donnerfestung.
    Er hatte gut und fest geschlafen....und konnte sich noch genau an die Worte jenes Verlassenen erinnern, der ihm so viel half.
    Ohne ihn wäre er wohl nie soweit gekommen.
    Langsam und schwerfällig machte sich Iz'grimar auf, um etwas Wasser zu holen.
    Später würde er noch an einem neuen Zauber arbeiten.
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 18.07.2017, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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    von Iz'grim » 16.06.2017, 11:44

    Er steckte tief in den Vorbereitungen für das Turnier der Ehre, das am dritten Tage des sechsten Mondes in diesem Jahr stattfinden sollte.
    Eigentlich wollte er nur als Zuschauer mitkommen....
    Da kein anderer Ork aus dem Clan kämpfen wollte, besiegte jedoch Iz'grimars Pflichtgefühl hier die Angst, weshalb er sich freiwillig als Kämpfer für den Clan meldete.
    In der Woche vor dem Turnier, wo er versuchte alle seine Zauber aufzufrischen und/oder zu verbessern, träumte er in einer der Nächte von seinem "Trainung" unter Anleitung eines erfahrenen Magiers...

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Iz'grimar war nun ein Jahr in der Unterstadt und hatte sich an die meisten Dinge hier gewohnt.
    Das Essen, das Wasser mit dem fauligen Geschmack, der Gestank in der Stadt, der Gestank der Einwohner der Unterstadt, die Verlassenen im Allgemeinen sowie ihre Redensart und Sprache waren ihm nun auch nicht mehr fremd.
    Besonders im letzten halben Jahr hatte er einige Fortschritte gemacht.
    Er war nun in der Lage, fünf Feuerbälle zu wirken, bevor ihm die Kraft ausging.

    Laut Pierce war dies eine sehr beachtliche Leistung für sein Alter und seinen Wissensstand.
    Außerdem war sein Feuer stärker geworden, viel stärker.
    Anfangs hatten sie daher noch IN der Unterstadt seinen Praxis-Unterricht durchgeführt...später hingegen gingen sie immer öfter nach draußen, in den Silberwald und seine umliegenden Gebiete.

    Pierce lehrte in natürlich auch in der Theorie, allerdings hatte dieser nicht immer die Lust und Laune dazu, dem jungen Ork aus den Büchern vorzulesen, da diese meist in elfischer oder menschlicher Sprache geschrieben waren und Iz'grimar keine dieser Sprachen verstand.
    Somit blieb ihm nichts anderes übrig, als sich diese fremden Sprachen Stück für Stück selbst beizubringen.

    Die Gemeinsprache der Menschen wurde zu einem großen Teil auch noch in der Unterstadt von ihren Einwohnern verwendet, weshalb es für den angehenden Magier gar nicht so schwierig war, diese Sprache verstehen zu lernen, da er immer wieder Wörter aus seinen Büchern auf den Straßen auch "hören" konnte.
    Mit dem elfisch gestaltete es sich da schon etwas schwieriger.
    Es gab -was Iz'grimar nun inzwischen schon wusste- mehrere Arten von Elfen, die auch nicht alle die gleiche Sprache sprechen.
    Es gibt Hochelfen, Nachtelfen und Blutelfen, bzw. Quel'dorei, Kal'dorei und Sin'dorei.

    Was ihn auch sehr interessierte, war die Geschichte dieser Völker.
    Seit diesem Jahr, das er nun hier war, hatte er nicht mehr ge"spielt" wie das normale Kinder in seinem Alter noch tun würden.
    Er hatte zwar davor in Orgrim'mar auch wenig gespielt, mit wem auch?
    Keiner mochte den "komischen" Ork, der irgendwie anders aussah und schwach war.

    Hier in der Unterstadt, gab es gar keine Kinder.
    Nicht ein einziges Wesen, das in etwa sein Alter hatte.
    Für andere junge Orks wäre das wohl zu einem Albtraum geworden, ihm hingegen war das egal.
    Er hatte eh nur schlechte Erfahrungen mit den "Kindern" in seinem Alter gemacht.

    In Gedanken versunken hagelte es von Pierce wieder Kritik: "Noch einmal den Feuerball, Los! Und konzentrier' dich mehr....dein Feuer ist stark, aber zu unkontrolliert!"
    Das waren die Worte, welche Pierce dem kleinen Ork-Jungen immer wieder zurief an diesem Morgen.

    Noch immer in Gedanken zauberte der junge Iz'grimar einfach darauf los und das Ergebnis war neutral ausgedrückt, interessant.
    Von den Handflächen des jungen Orks ausgehend machte sich eine regelrechte Wand aus Flammen auf den Weg, um alles ihr im Weg stehende einzuäschern.
    Gut, dass Pierce und Iz'grimar in den Ruinen der ehemaligen Hautpstadt Lordaerons und somit über der Unterstadt waren.

    Hier "lebte" niemand mehr und somit wurde "nur" eine alte Steinmauer getroffen, welche nun vor Hitze glühend rauchte und in dem nass-kalten Klima Tirisfals wieder versuchte, abzukühlen.
    "Was...zum..." begann Pierce zu stammeln...
    Er stand da fast eine halbe Minute lang regungslos 2 Schritte hinter Iz'grimar bevor er erneut das Wort ergriff: ..."war das? FeuerBALL üben wir hier! Nicht FeuerWALL! Kon-zen-tra-tion mein Lieber! Ich muss sagen, dass ich gleichermaßen geschockt wie erstaunt bin. Das war zwar alles andere als kontrolliert, aber dennoch eine verdammt große Menge an Flammen..."

    Iz'grimar war erschöpft und musste sich erst einmal hinsetzen. Dieser "Fehlschlag" von einem Zauber hatte ihn viel mehr Kraft gekostet, als er hätte kosten sollen.
    Er drehte sich um und sah Pierce genau in die Augen, als er da saß.
    Pierces Gesichtsausdruck war unbeschreiblich für ein paar Sekunden. War es Angst? Wut? Ehrfurcht? Iz'grimar konnte nicht genau feststellen, was seinem Mentor gerade vor sich ging.

    Plötzlich setzte Pierce sein altbekanntes Lächeln auf und sagte: "Das war alles für heute. Gehen wir wieder rein."
    Er kam seinem Lehrling zu Hilfe, welcher Mühe beim Aufstehen hatte.
    Auf dem Weg nach unten wechselten die beiden keine Worte, Iz'grimar sah seinem Mentoren nur in die Augen und erkannte, dass er es gut mit ihm meinte.
    Ein Wort hörte Iz'grimar noch von Pierce, bevor er schlafen ging: "Präzision..."

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Am nächsten Morgen aufgewacht, sprang Iz'grimar sofort aus den Fellen.
    Da er sich noch genau an seinen Traum erinnern konnte, war er voller Tatendrang und wollte es erneut umsetzen, was seinem Mentoren vor einigen Jahren schon so wichtig war, die "Präzision".
    Also sprintete er regelrecht aus seiner Kammer durch die Donnerfeste, um an präzisen Feuerzaubern für das Turnier zu arbeiten.
    Er würde immerhin nur einen Kontrahenten in Brand setzen wollen, nicht halb Nagrand, bei dem Gedanken daran überkam ihn jedoch ein teuflisches Grinsen.
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 14.01.2019, 15:42, insgesamt 2-mal geändert.
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    von Iz'grim » 04.07.2017, 10:04

    Das Turnier war überstanden worden.
    Dabu'ka, Bashek und Iz'grimar sind dort gewesen und wider Erwarten alle heil zurückgekehrt.
    Iz'grimar hatte extra dafür noch geübt.
    Der Clan war mit seinem Ergebnis zufrieden. Er selbst hingegen war es nicht.
    Die Schleicherin hatte ihm stark zugesetzt und ihn überrumpelt, ohne dass er reagieren konnte.
    Er war nach den ersten beiden Runden in eine Art Rausch gefallen, wie er ihn selbst an sich noch nie erlebt hatte.
    Diesem Zustand gab er die Schuld dafür , dass er in dem entscheidenden Kampf keinen klaren Kopf hatte und somit ausgetrickst wurde.
    Der Anblick der ganzen Elfen auf dem Turnier, und die Tatsache, dass er seine Platzierung auch einer Elfe zu verdanken hatte, ließen ihn in der Nacht danach träumen.....

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Er war gerade aufgestanden gewesen.
    Es war recht früh, dennoch herrschte bereits ein reges Treiben in der Unterstadt, denn sie ist eine Stadt, die niemals schläft, genau wie ihre Einwohner.
    Als Iz'grimar die ersten Schritte aus dem Bett tat und seinen Schlafplatz verlies, um zur Bibliothek, welche mehr eine Büchersammlung war, zu gehen, konnte er zwei in Roben und Kapuzen gehüllte Verlassene dabei beobachten, wie die beiden sich energischer als für Ihr Volk üblich war, unterhielten.
    Daher wurde er neugierig und versteckte sich gut zwischen ein paar Kisten, um ungestört lauschen zu können.
    Er war schon über ein Jahr hier in der Unterstadt inzwischen und konnte die beiden daher gut verstehen, doch einige Worte waren ihm gänzlich neu.
    Die beiden sprachen viel, jedoch stachen Worte hervor, welche sich in etwa zu "Dunkle Fürstin" und "Seuche" übersetzen ließen.

    Diese "Dunkle Fürstin" würde wohl wieder zurück in die Unterstadt kommen und die beiden oder mehrere Verlassene müssten sich wohl darauf vorbereiten.
    Außerdem sprachen sehr viel von Experimenten an Gefangenen, wodurch sie ein neues Mittel zum Kampf gegen die Allianz hervorgebracht haben.
    Das Mittel wurde "die Seuche" genannt und obwohl sie einigen Gefangenen den Tod gebracht hatte, schienen die beiden mit ihrem Ergebnis dennoch nicht ganz zufrieden zu sein.

    Sie hatten dennoch zum einen vor, ihr Ergebnis dieser "dunklen Fürstin" zu präsentieren, zum anderen aber wollten sie sich wohl bei ihr beschweren, da die Forschungen in diesem Bereich aufgrund der Orks nur schleppend voran gingen.
    Denn wegen der Überwachung durch die Orks sei ihre "Seuche" immer noch nicht für den Einsatz im Kampf geeignet.
    Iz'grimar bemerkte durchaus, dass das geheime Informationen waren, über die die beiden da sprachen.
    Immerhin drehten sie sich abwechselnd um, und blickten umher im Verdacht, dass irgendjemand sie hören könnte, was Iz'grimar auch tat und das machte ihn nun langsam sehr nervös.

    "Also, ich werde sehen, dass ich diesen dümmlichen Ork-Schläger von einer Wache ablenke während du noch einmal eine andere Mixtur probierst", sagte derjenige von den beiden, den der junge Ork bisher nur von hinten sehen konnte.
    Das bedeutete für Iz'grimar nun, dass die beiden sich trennen und auf den Weg machen würden, was wiederum bedeutet, mindestens einer würde an seinem Versteck vorbeikommen und ihn entdecken, wenn er nicht sofort etwas unternimmt.
    Er hatte den Vorteil, noch sehr jung und (nicht nur) deswegen noch recht klein zu sein.
    Deshalb öffnete er einfach ein Fass, das neben den Kisten stand, und hüpfte hinein.
    Er hatte Glück gehabt, Glück im Unglück, denn es hätte schlimmer kommen können.

    Dieses Fass war nicht mit irgendwelchen Abscheulichkeiten gefüllt.
    Nur Ratten hatten dieses Fass zu ihrem zu Hause erklärt und sich ein Loch in die zur Wand stehenden Seite des Behälters genagt.
    Die Ratte schien hier schon länger zu leben, denn es stank fürchterlich nach ihren Sekreten, Ausscheidungen und Mahlzeiten, welche wohl aus Fleisch bestanden.
    Gute drei Minuten musste Iz'grimar in dem Fass verharren bis er wieder den Mut dazu gefasst hatte, es zu verlassen.
    Die Luft war rein, so rein wie sie in der Unterstadt eben nur sein konnte.

    Und nachdem er das Fass verlassen hatte, überkam ihn zum ersten Mal das Bedürfnis die Luft in dieser Stadt tief in seine Lungen einzusaugen, denn im Vergleich mit der Luft in dem Fass, war die Luft außerhalb noch ganz in Ordnung.
    Die Robenträger waren weg.
    Nur einer der Händler schaute ein wenig verwundert, als er einen kleinen Ork aus einem Fass klettern sah.
    Von Neugier geplagt, machte Iz'grimar sich also auf direktem Weg zu seinem Mentor Pierce.
    Er wollte wissen, wer die "dunkle Fürstin" denn sei.
    In sein dickes schwarzes Buch schreibend fand der junge Ork seinen Mentor dann auch und begrüßte diesen zugleich mit einer Frage nachdem er durch ein leises Klopfen sein Eintreffen signalisierte.

    "Wer ist eigentlich die dunkle Fürstin? Und warum ist sie so wichtig?"
    Pierce schrieb erst noch seinen Satz zu Ende und drehte sich dann ganz langsam um.
    "Das, mein Schüler, ist eine gute und wichtige Frage."
    Er legte seine Feder beiseite und klappte das Buch zu, um dann zu sprechen: "Die dunkle Fürstin ist unsere Königin, unsere Anführerin, unsere Rettung und, um es in orkischen Maßstäben auszudrücken, so etwas wie unser eigener Kriegshäuptling. Leider ist sie derzeit mit einer lästigen Worgenplage in Gilneas ziemlich beschäftigt."
    Nickend antwortete Iz'grimar: "Ich verstehe, aber heute wird sie wiederkommen."
    "Wie bitte? Woher hast du solche wagen Vermutungen", schoss es nur so aus Pierce heraus.
    "Ich habe eben was gehört. Da waren zwei...ähm...Verlassene eben, die hatten ein langes Gewand samt Kapuze an und haben sich über sie unterhalten und da haben sie das gesagt", antwortete der Schüler.

    Pierce nickte. "Apotheker wahrscheinlich, ich verstehe. Was, mein Schüler hast du noch gehört?"
    Er dachte scharf nach und entschied sich dann doch, Pierce davon zu erzählen:
    "Sie haben über eine Seuche gesprochen, die sie dieser Fürstin präsentieren wollen. Dieses Ding hat angeblich schon Gefangene..."
    Pierce fiel ihm ins Wort: "Getötet. Und sie heißt nicht diese Fürstin, sondern Lady Sylvanas Windläufer, haben wir uns verstanden?"
    Ein Nicken seitens seines Schülers genügte Pierce.
    "Die Seuche ist..." Pierce unterbrach sich selbst, indem er sich erhob und Iz'grimar genau in die Augen blickte.
    "Du bist nun sein einiger Zeit hier. Ich wollte zwar nie einen, aber bist ein sehr guter Schüler. Inzwischen erfreut mich auch deine Anwesenheit...nicht nur als Schüler, sondern auch als lebendes Wesen."
    Er setzte sich wieder hin und gab dem jungen Orc ein Zeichen, das selbige zu tun.
    Iz'grimar war sich nicht sicher, aber er glaubte, dass er gerade von Pierce gelobt wurde und musste daher lächeln.

    Danach sprach er weiter:" Ich werde dir nun erzählen, warum die meisten anderen Völker der Horde uns im besten Fall mit argwöhnischem Blick betrachten. Es hat mit der Seuche und mit unserer anfänglichen Gebundenheit an den Lichkönig zu tun. Mehr dazu irgendwann anders vielleicht. Die Seuche hingegen ist aktuell der Grund dafür, warum uns euer Kriegshäuptling nicht vertraut. An der Pforte des Zorns...das ist noch nicht so lange her...hat diese Seuche in der Hand eines wahnsinnigen Apothekers der Verlassenen viel Tod über Geißel, Allianz UND Horde gebracht. Die dunkle Fürstin gedenkt scheinbar, selbst eine Seuche einzusetzen."
    Nachdem Pierce zu Ende erzählt hatte, sah er erneut seinem Schüler genau in die Augen und sprach:" Na? Was denkst du nun?"
    Iz'grimar zuckte mit den Schultern und antwortete: "Ich weiß nicht so genau....Was dieser eine getan hat, macht doch nicht auch gleich alle anderen aus."

    Pierces Augen weiteten sich und er sprach: "Interessant...naiv...aber interessant."
    Plötzlich hörte man ein stetiges Scheppern, das sich rein vom Gefühl her auf Iz'grimar und seinen Lehrmeister zubewegte.
    Dieser erhob sich sofort und ging aus dem Raum...und sein Schüler folgte ihm.
    Das Scheppern wurde von einem schwer gepanzerten Trupp Verlassenen ausgelöst, welcher einheitliche Rüstung, sowie Schwert und Schild trug.
    Sie marschierten in zwei Reihen.
    In ihrer Mitte stoch eine Gestalt hervor.
    Die Gestalt trug eine Kapuzenmantel und einen Bogen.
    Auch die Rüstung war ganz anders als die der Verlassenen.
    Der Tross kam immer näher...und näher....bis auf circa 10 Meter Entfernung.
    Iz'grimar schaute sich um...und sah Pierce in kniehender Position neben ihm.
    Als er sich wieder der Gestalt zuwandte, sah sie ihn direkt an.

    Sie hatte glühend rote Augen, solche wie er sie schon einmal bei einem Orc im Blutrausch gesehen hatte....und sie starrte ihn an.
    Aus irgendeinem Grund musste er dabei lächeln und legte den Kopf schief.
    Der Mund der Gestalt formte sich nun zu einem eiskalten Lächeln...
    Obwohl das, was er sah, fürchterlich war, hatte er keine Angst sondern verspürte nur Neugier.
    Die Gestalt blieb stehen, wenn auch nur für ein paar Sekunden bis sie sich wieder abwandte und weitermarschierte.
    Iz'grimar sah dem Tross und dieser komischen Gestalt noch ein bisschen hinterher, bis er zu seinem Lehrmeister blickte, welcher zu Boden blickte und immer noch kniete....
    "Wer ist das gewesen", wollte der junge Orc wissen.

    Pierce schnauft einmal tief aus und antwortet dann, während er nun auf dem Kopfsteinpflaster der Stadt saß: "Das, war die dunkle Fürstin, Lady Sylvanas Windläufer, Bansheekönigin, Anführerin und Retterin der Verlassenen, ehemals Waldläufergenerälin der ..."
    Pierce unterbrach sich, als er erkannte, dass sein Schüler nicht den nötigen Respekt erwiesen hatte...
    "Du stehst ja! Argh! Verdammte Orks! Ihr habt keine Manieren! Nächstes Mal erwarte ich von dir, dass du ihr deinen Respekt erweist! Hattest du denn keine Angst so wie sonst auch?"
    Iz'grimar antwortete: "Ähem nein, irgendwie nicht, haben alle Elfen rote Augen und diese komisch grau-blaue Hautfarbe? Diese dunkle Fürstin ist doch eine Elfe oder?"

    Pierce entgegnete furios: "Du fürchtest dich vor den falschen Dingen, junger Iz'grimar, vor diesem Wesen hättest du dich fürchten SOLLEN!....Und nein...nicht alle Elfen sehen so aus. Die dunkle Fürstin ist untot, sowie ich."
    "Aber...sie hat gelächelt! Das ist doch was Gutes, oder nicht", musste Iz'grimar erwidern.
    "Weißt du eigentlich wie grausam sie sein kann!?! Geh mir aus den Augen für heute!"

    *Auch wenn die Umstände nicht gerade toll waren, so war Iz'grimars erste Begegnung mit einer Elfe doch eine Begegnung der besseren Art. Zumindest war sie das, wenn man die Begegnung mit anderen vergleichen sollte, welche noch folgen würden.*

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Als der junge Sturmrufer am nächsten Morgen aufwachte, immer noch erschöpft von dem Turnier, musste er feststellen, dass die dort anwesenden Elfen anders gewesen sind, als die, die er sonst kennen gelernt hatte...
    Er traute zwar keinem der Anwesenden Elfen so recht über den Weg....es fiel sogar noch bei den meisten Clanmitgliedern schwer...
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 14.01.2019, 15:44, insgesamt 2-mal geändert.
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    von Iz'grim » 01.08.2017, 13:22

    Gemeinsame Aktionen mit dem "Lordaerons 14." und dem Rotskalp Stamm waren in Planung.
    Der Donneraxt-Clan traf sich daher mit den beiden Parteien im relativ nahe gelegenen Dschungel, in der Heimat des Rotskalp-Stammes, in Bambala.
    Es wurden gemeinsame Kriegshandlungen besprochen.
    Anfangs wollte Iz'grimar nichts davon wissen und saß deshalb leicht abseits von den anderen Clanmitgliedern bei einer Schriftrolle und studierte diese.
    Als die Gespräche jedoch in die entscheidende Runde gingen und klar wurde, dass der Donneraxt-Clan Seite an Seite mit Verlassenen und Trollen in den Kampf ziehen wird, legte auch er sein Pergament beiseite und lauschte stillschweigend.

    Für ein ungeübtes Auge mag es so aussehen, als dass Untote keinerlei Emotionen hätten, aber dem ist nicht so.
    Trolle, Verlassene und Orcs schienen sich auf den gemeinsamen Kampf zur freuen....nur Iz'grimar freute sich nicht.
    In ihm stiegen andere Gefühle empor.
    Die Reise in den Dschungel hatte lange gedauert, und Iz'grimar wurde auf Nachfrage vom Durub damit beauftragt, mit einem Windtor für eine sichere Heimreise zu sorgen.
    Die Strapazen der Reise und das Aufrechterhalten eines Portals, bis alle Nordorcen hindurchgeschritten waren, ermüdeten den jungen Sturmrufer doch sehr.
    In dieser Nacht würde Iz'grimar besonders tief und fest schlafen....

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Er war gerade aufgewacht und nachdem er sich über Pilze, Brot und eine Kanne Wasser hergemacht hatte, torkelte er zum Zimmer seines Lehrmeisters Pierce.
    Bevor er die Tür öffnete, konnte er seinen Lehrer und eine andere, ihm unbekannte Stimme vernehmen.
    Iz'grimar konnte einige Gesprächsfetzen aufschnappen..."Brauchen Kriegsmagier"... "Front" ... "Worgenabschaum"
    Fremde sind da so eine Sache, aber seinen Mentor würde er nicht belauschen, also öffnete er die Tür und trat ein.
    Die fremde Stimme, welche er gehört hatte, gehörte zu einer Elfe, ganz klar an den langen spitzen Ohren zu erkennen.

    Jene Elfe war komplett in schwarz gekleidet und trug einen Bogen samt Köcher als Waffe.
    Sie war in etwa so groß wie Iz' Lehrmeister und ihre hallende Stimme erfüllte den Raum.
    "Also, denkt darüber nach, Pierce, die dunkle Fürstin duldet kein Ungehorsam. Ihre Strafen sind..."
    *Als sie Iz'grimar erblickt unterbricht sie sich und mustert ihn von oben bis unten.*
    "Was ist das? Ist das ein hässliches Elfenkind, ein missgebildeter Troll oder...ähem...noch viel wichtiger ist...was macht es hier? Ich warne dich, das ist nicht das Besucherzentrum, sondern das Magieviertel der Unterstadt und wenn du uns belauscht hast, dann..."
    Daraufhin löst sie ihren Bogen vom Rücken, spannt einen Pfeil ein und richtet ihn auf Iz'grimar.

    Durch den Kopf des jungen Orcs schoss nun so einiges...
    Was mache ich nun?
    Wie mache ich es?
    Ist das hier das Ende?
    Von allen Optionen entschied Iz'grimar sich dafür, sich nicht zu bewegen und zu grinsen...das musste vorerst genügen.
    Pierces vertraute Stimme unterbrach die Stille, als er sich schützend vor seinen Schüler stellte.und sprach: "DAS...ist mein Schüler...über den ich vorhin mit dir gesprochen habe, Andalya und....seines Zeichens ist er ein junger Orc."
    Die entsetzte Elfe senkt daraufhin ihren Bogen und steckt den Pfeil zurück in ihren Köcher.
    "Ein Orc also...Warum lächelt ER? Kennt die Dummheit der Orcs keine Grenzen? Wenn ein Sterblicher dem Tod in sein Auge blickt, müsste er doch....Und weiß die dunkle Fürs-......"

    Pierce schnitt ihr das Wort ab und antwortete sogleich: "Halt. Da überschlagt ihr euch ein wenig. Zu eurer ersten Frage: Aus Dummheit lächelt er nicht. Das scheint bei ihm ein tiefer greifendes Problem zu sein aber...daran arbeiten wir noch. Zu Eurer zweiten Frage: Die dunkle Fürstin, Oberorc Garrosh und viele mehr der Mächtigen und Wichtigen wissen davon, dass er hier ist...IHR hingegen scheint nicht zu denen zu gehören, meine Liebe."
    Die Antwort der Elfe war überraschend: "IHR, IHR, Ihr....Ihr solltet noch einmal über zuvor Besprochenes nachdenken, Pierce. Ich hoffe, ich sehe Euch auf dem Schlachtfeld."
    Danach verließ die dunkle Waldläuferin mit einem kalten Lächeln auf den Lippen leise das Zimmer.
    "Mein Schüler, du hast ein Talent für Magie, aber an deinem Timing müssen wir noch arbeiten. Danke, dass du gekommen bist, sie hätte wahrscheinlich nicht locker gelassen. Dennoch, ich habe es genossen."

    Daraufhin tat Iz'grimars Mentor etwas, das er bei ihm in den eineinhalb Jahren seiner Anwesenheit noch nicht gesehen hatte.
    Pierce lachte...und wie...erst leise...dann immer lauter, bis er so laut geworden war, dass Iz' sich die Ohren zuhalten musste.
    Nachdem das fast schon wahnsinnige Gelächter vorüber war und Pierce regungslos da stand, fragte Iz'grimar: "Ist alles gut? Was machen wir denn nun?"
    Die Antwort blieb aus....das war eine dieser Eigenarten seines Mentors...er stand da...regungslos...wie, wenn er nun endgültig gestorben wäre.
    Dieser Zustand bei ihm dauerte mehrere Minuten an.
    Als die scheinbar endlose Zeit des Wartens vorüber war, begab Pierce sich zu seinem Stuhl und setzte sich nieder.
    Iz'grimar hatte sich währenddessen schon auf den steinernen Boden sacken lassen und war an die Mauer gelehnt...und wartete.

    Pierce sprach mit einem nicht zu verachtenden Drang zur Dramatik hin: "Gut, mein Schüler ...mir geht es sogar sehr gut. Und wir werden aufbrechen, und zwar in den Silberwald...in einer Stunde. Pack' deine Sachen. Wir werden uns in einer Stunde vor dem Eingang zum Magieviertel treffen."
    Iz'grimar tat, wie ihm aufgetragen wurde, und ging voller Elan zurück in sein Zimmer und packte ein: Altes Brot, getrocknete Pilze und verschiedene Früchte, deren Namen er nicht kannte sowie etwas von dem Trockenfleisch, das er eigentlich hasste.
    Dazu nahm er seinen restlichen Vorrat an Wasser, der sich auf zwei Schläuche begrenzte, mit.
    Der Kartoffelsack, den er nun anhob, war für ihn schon ziemlich schwer...Er schätzte ab, dass er höchstens noch ein Buch hineinlegen dürfte.
    Wo war es doch gleich...das Buch zum Silberwald...ah ja unter seinem Bett...

    Er blätterte noch einmal darin...übergroße Spinnen ... "iehhhhhhh", Wölfe... "gefährlich in Rudeln" ...und Bären "tödlich", dachte er sich.
    Während des Blätterns verging die Zeit wie im Flug, also nahm er seinen Stock und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt.
    Dort angekommen, musste er auch nicht lange warten, denn sein Lehrmeister kam gerade um die Ecke.
    Er trug einen für Iz'grimar unbekannten Stab, von dem eine magische Aura ausging und ein anderes Gewand.
    Der junge Orc entschied sich, nichts zu sagen und folgte Pierce wortlos.
    Auf dem Weg blickte Iz' immer wieder von sich zu Pierce und wieder zurück.

    Im Vergleich zu dessen Gewand sah er schon ein wenig schäbig aus...
    Sein Lehrmeister trug nun eine außergewöhnlich robust aussehende und verzierte Robe samt Gürtel dazu.
    Die Schuhe, waren wohl auch aus echtem Leder...
    Iz'grimar hingegen trug eine löchrige Stofftunika ohne Ärmel, eine alte, abgenutzte Hose aus Leder, welche er selbst mit ein paar Leinenfetzen geflickt hatte und als Schuhwerk trug der junge Orc verschiedene Stoffreste, die er gefunden, um seinen Fuß gewickelt und dann zusammengenäht hatte.
    Draußen angekommen, schien eine große Truppe Verlassener auf die beiden schon gewartet zu haben.
    Auch die Elfe Andalya kannte der Lehrling unter den Verlassenen heraus.

    Diese brüllte zugleich ihren ersten Befehl: "VOOOOOOOOOOOOR-WÄRTS! Richtung Silberwald!"
    "Oh....haben wir etwa Begleitschutz? Ich habe davon gelesen... im Silberwald soll es riiiiiiiiesige Spinnen, gemeine Wölfe und mächtige Bären geben," fragte der junge Orc.
    Pierce antwortete: "Oh, mein Schüler, du könntest falscher kaum liegen. Versuche, mitzuhalten."
    Dann setzten sich die Soldaten, welche scheinbar von der dunklen Waldläuferin angeführt wurden, auch schon in Bewegung und marschierten los.
    Die Verlassenen marschierten alle im Gleichschritt.
    Sie folgten der Straße wie ein Strom Wasser, der den Fluss entlangfließt.

    Und sie waren schnell...sehr schnell...zumindest schneller als Iz' es erwartet hätte.
    Er hatte allerdings keine Schwierigkeiten, denn das Laufen war eine seiner wenigen Stärken.
    Die meiste Zeit ging Iz'grimar neben Pierce her, allerdings lief er auch mehrmals an die Spitze des Trupps, um sich dort tödliche Blicke der Waldläuferin einzufangen.
    Die Verlassenen schien er damit kaum zu stören, denn die trotteten einfach weiter...Andalya hingegen, war alles andere als erfreut.
    "Hast du denn keine Manieren? Schau, dass du wieder nach hinten kommst, sonst stirbst du durch meinen Pfeil noch bevor wir da sind!"
    Andalyas Worte waren...beeindruckend... und zeigten ihre Wirkung, denn der Schüler ließ sich wieder zurückfallen und schritt nun neben seinem Lehrer her.

    Pierce blickte nun nicht mehr stur gerade aus, sondern blickte sich um während sie marschierten.
    "Wir sind gleich da, denke ich. Mein Schüler, wir befinden uns nun in einem Kriegsgebiet. Du solltest dafür sorgen, dass du nicht stirbst und genau beobachten, was heute geschieht."
    "Kri-kri-Kriegsgebiet?" stotterte Iz'grimar.
    "Jawohl, Kriegsgebiet. Hier wütet eine Schlacht zwischen den Worgen aus Gilneas und ...uns."

    Viele Gedanken schossen nun durch Iz' Kopf.
    Was sind Worgen .....Worgen wie...Reitworgen?
    Warum soll er in den Krieg ziehen?
    Wie wird es ausgehen?
    Wird er die Sache überleben?
    ...

    "Schüler! Bewegung! Wir sind da!"
    Diese Worte rissen ihn aus seiner Tagträumerei heraus.
    Iz'grimar erkannte, dass die Straße nun breiter wurde, außerdem geschah links und rechts von der Straße so einiges.
    Es war laut. Verdammt laut. Truppen marschierten auf und ab, es Wurden Schwerter geschärft, Schilde verstärkt, Armbrüste verteilt, Befehle geschrien...
    "Ahhh die Kommandozentrale, nehme ich an?"

    Iz'grimar blickte verwirrt umher...woher sollte er sowas denn wissen.
    Allerdings sprach sein Lehrmeister nicht mit ihm, sondern mit der dunklen Waldläuferin Andalya, die nun hinter ihm stand.
    "So ist es. Ein Batallion, das bereits im Kampf gewesen ist, wird sich uns anschließen und dann werden wir wahrscheinlich in fünfzehn Minuten zur Front aufbrechen."
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Am nächsten Morgen konnte der junge Sturmrufer nur schwer aufstehen.
    Der Traum war sehr klar gewesen, zu klar.
    Nein....falls es erneut zu einem Krieg kommen sollte und er wirklich dabei sein würde, wäre er dieses Mal vorbereitet!
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    von Iz'grim » 07.08.2017, 11:18

    Die Schlacht um Dämmerhain war insgesamt sehr positiv verlaufen.
    Nach einigen kleineren Rückschlägen und einem Hinterhalt durch ihre Troll-Verbündeten vom Rotskalp Stamm war es den vereinten Kräften bestehend aus Donneraxt Clan, Rotskalp Stamm und dem 14. aus Lordaeron gelungen, die meisten Allianz-Truppen zum Rückzug zu bewegen.
    Man wollte jedoch Dämmerhain nicht belagern, und bevor Verstärkung aus Sturmwind eintreffen konnte, zog man sich über Westfall zurück.
    Das...war die objektive Sichtweise auf den Kampf um Dämmerhain.

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    "Für Lordaeron! Tod der Allianz!"
    Mit diesem Befehl schickte die dunkle Waldläuferin ihre Truppen auf die Straße vor dem Graumähnenwall.
    Die gilnearischen Truppen waren inzwischen weiter zurückgefallen.
    Teilweise hatten sie den halben Silberwald unter ihrer Kontrolle.
    Doch die Verlassenen waren erbarmungslos und grausam...und rastlos.
    Sie kennen keine Ermüdung...die verfluchten Menschen von Gilneas wurden müde...und das war für sie ein Nachteil.
    Die Verlassenen hatten die Gilneer wieder bis an den Graumähnenwall zurückgetrieben und hier geschah der entscheidende Kampf.
    Zumindest hatte man das dem jungen Orc kurz vor Kampfbeginn noch mitgeteilt.

    Iz'grimar war das alles zu viel.
    Überall Schlachtenlärm...Geschrei, aufeinanderprallende Schwerter, Schüsse, Befehle, Gejammere, Blut und Tod...wo man nur hinsah.
    Iz'grimar saß zusammengekauert neben seinem Lehrmeister und konnte beobachten, dass die dunkle Waldläuferin ...ein Monster war.
    Lachend spannte sie Pfeil um Pfeil in ihren Bogen ein, um diese der Reihe nach auf...worauf eigentlich abzufeuern?
    Monströse Gestalten waren es, sie hatten Füße, nein Pfoten wie Wölfe, Fell wie Wölfe, einen Kopf wie Wölfe, "normale" Hände mit riesigen Krallen und liefen auf zwei Beinen.
    "Ha ha ha! Wovor hast du Angst? Siehst du nicht, wie sie sterben?"
    In der Tat...ein Pfeil, ein toter Worgen.
    Die Elfin neben ihm war eine sehr todbringende Schützin.

    Sie spannte ihren vorletzten Pfeil ein und zielte....und traf.
    Einen dieser Worgen, der mehrere 100 Meter entfernt war, erwischte es genau an der Kehle.
    Er sackte zu Boden und Blut floss den mit Fell bedeckten Hals herunter.
    Iz'grimar war zu schockiert um wegzusehen.
    Langsam musste das Wesen qualvoll am Boden liegend ersticken.
    Während Iz'grimar sich auf den Tod des Einen konzentriert hatte, hatte er nicht bemerkt, dass die gegnerischen Truppen aus irgendeinem Grund näher gekommen und sich der Kampf somit vom Wall entfernt hatte.
    Auch Pierce griff nun in den Kampf mit ein und ließ Eis, so scharf wie Schwerter auf die Gegner herabregnen.
    Er verzog dabei keine Miene.
    Man konnte jedoch klar sehen, dass zwar hauptsächlich aber nicht nur gegnerische Truppen getroffen wurden.
    Und so fielen auch einige der Soldaten der Verlassenen unter dem Flächenangriff von Iz' Lehrmeister.

    "Gut gemacht, Pierce. Wir sollten unsere Position verändern, trotz unseren Anstrengungen werden es aus irgend einem Grund immer wieder mehr..."
    Als Andalya weitersprechen wollte, sprang einer der Worgen, der nicht bewaffnet war über den kleinen Erdwall, hinter dem die drei bis jetzt waren.
    Pierce kanalisierte immer noch den Eisregen auf die Feinde weiter entfernt und konnte somit nicht reagieren.
    Andalya zog blitzschnell ihren letzten Pfeil und spannte ihn ein und ließ los.
    Der Worgenkämpfer sprang auf sie zu und wurde von Andalyas Pfeil an der Schulter getroffen.
    Das hinderte ihn jedoch nicht daran, mit seinen langen Klauen Andalyas Kehle aufzuschlitzen.
    Die dunkle Waldläuferin ging augenblicklich zu Boden.
    Der Worgenkämpfer beachtete die tote Elfe nicht weiter und stand nun vor Iz'grimar.

    Der Wolfsmensch fletschte die Zähne warf den Kopf in den Nacken und jaulte ohrenbetäubend.
    Er ging nun zwei Schritte näher an den kleinen kauernden Orc heran und brüllte ihn so fest an, dass ihm Speichel aus dem Maul flog.
    Iz'grimars Atmung wurde schneller, sein Herz klopfte und er dachte so gut es ging nach.
    Für ihn war sein Gegenüber ein Tier auf zwei Beinen...und genau so würde er sich verhalten.
    Gegen wilde Wölfe hilft Feuer...und etwas, das er nicht hatte...Mut.
    Aber er würde es versuchen...
    Also stand Iz'grimar ruhig auf und richtete sich auf.
    Er holte tief Luft und brüllte dem Wolf auf zwei Beinen, der Lederrüstung trug etwas in Gemeinsprache entgegen: "NEEEEEEEEEEEEEEIN!"

    Es schien....nicht gewirkt zu haben.
    Die Kreatur fand den Versuch des jungen Orcs scheinbar lustig und begann. in ein tiefes kehliges Lachen auszubrechen.
    Danach leckte sich der Worgen etwas Blut von den Krallen und grinste dabei.
    "Du bist jetzt dran!" schrie er Iz'grimar entgegen und machte sich daran, die restliche Distanz zwischen den beiden zu überwinden.
    Er neigte sich mit dem Kopf nach vorne und setzte zum Sprung an.
    Der junge Orc wusste, was gleich passieren wird.
    Adrenalin schoss durch seinen Körper und plötzlich waren die Übungsstunden mit seinem Lehrmeister ganz klar vor ihm...Konzentrieren...Formen...Zielen....Loslassen.
    Und das tat Iz'grimar dann auch...

    Er sammelte seinen Geist und bündelte die arkane Energie der Umgebung zu einer Kugel, die einiges gößer war als seine beiden Handflächen...
    Die Kugel war heiß und flammend...
    Als der Worgen so nah war, dass man nicht mehr verfehlen konnte, ließ der junge Magier die Kugel los.
    Die kugelförmige Flamme breitete sich aus und fraß sich regelrecht durch die Lederrüstung und durch das Fleisch ihres Trägers.
    Der Worgenkämpfer war überrascht, als ihn der Tod ereilte.
    Er jaulte nur kurz auf und fiel dann nach vorne um, auf seinen Mörder.
    Die kohlende, rauchende und nach verbranntem Fleisch riechende Leiche fiel auf den jungen Iz'grimar.

    Er konnte gerade noch rechtzeitig reagieren und riss somit, mit dem Rücken immer noch zu dem Erdwall gerichtet sitzend, beide Arme hoch, um um sein Gesicht zu schützen.
    Der Worgen war kohlend heiß und so verbrannte sich auch Iz' leicht an dessen Haut, als er ihn berührte.
    Mühevoll musste er sich selbst von der Last des leblosen Körpers des anderen befreien, aber die Leiche war um ein Vielfaches schwerer als er selbst.
    Er konnte das Gewicht auf ihm schon mal nicht anheben, das war nun klar.
    Dem angehenden Magier gelang es auch nicht, den toten Gegner von sich herunterzurollen.
    Also musste er unter größter Anstrengung unter dem Worgen wegkriechen.

    Nachdem der junge Orc sich aufgerichtet hatte, berührte er das am Boden liegende Wesen vorsichtig mit dem Finger.
    Es hatte kein Fell mehr...das musste ein Mensch sein.
    Auf seine Berührung hin, bewegte der Mensch sich auch nicht.
    Dieser ...Mensch sah nun bei Weitem nicht mehr so gefährlich aus wie zuvor...
    Und er sah, obwohl er tot war, noch immer lebendiger aus, als die Verlassenen der Unterstadt und Umgebung.
    Iz'grimar hatte also ein Leben genommen...
    Er schluckte seine Sorgen vorerst hinunter und sah nach der Waldläufer-Elfe.
    Auch sie atmete nicht mehr.

    Pierce stand einige Meter entfernt und ... dann trafen sich die Blicke von Schüler und Lehrer.
    Mit nur einem "Blinzeln" war Pierce auch schon neben ihm.
    "Was...nein....sag nichts. Ich kann sehen was passiert ist. Komm Schüler, heute wird nicht getrauert. Es werden stetig mehr Gegner und mir geht langsam die Kraft zum Zauberwirken aus. Wir sollten uns vorerst zurückziehen."
    "Aber....die Elfe?" erwiderte Iz'grimar.
    "Was schert sie dich. Sie wollte dich töten! Hast du das vergessen? Außerdem ist es eine Schande, als ausgebildete Waldläuferin von einer dieser Bestien zerfleischt zu werden. Andalya soll hier liegen bleiben."
    Iz'grimar, der nun ein paar kleinere Brandwunden an den Armen vorzuweisen hatte, krabbelte nun den Erdwall empor, um einen Überblick über das Kampfgeschehen zu bekommen.
    Was er da sah, war nicht schön: Es war ein Schlachtfeld.
    Überall lagen Leichen, Lebende, die vor Schmerzen brüllten und welche, die noch kämpften.
    Die anderen Verlassenen aus dem Trupp, mit welchem sie gekommen waren, schienen zum größten Teil schon gefallen zu sein.
    Es standen nicht mehr viele Verlassene...

    Diejenigen, die dennoch am "Leben" waren, wurden gerade eben von der Übermacht aus Gilneas überrannt und abgeschlachtet.
    Die Kampfgeräusche wurden leiser.
    Das bedeutete, dass der Krieg zu Ende ging.
    Das Jaulen des durch Iz' Hand gestorbenen Gilneer und der Rauch, der von seinem verbrannten Fleisch ausging, hatte sie in Pierces und seine Richtung gelockt.
    Als er dort oben stand....wurde er gesehen.
    Nun rasten mehrere der Wolfsmenschen auf sie zu...
    "Ich kann sie schon hören, mach, dass du da runter kommst! Wir müssen fliehen!"
    Also sprang der junge Orc den kleinen Erdwall wieder hinunter, und machte sich daran, wegzulaufen.
    Plötzlich sah er aus der anderen Richtung eine gigantische Masse an Verlassenen, wohl die Hauptstreitmacht, heranrücken.

    An ihrer Spitze ritt eine Elfe, deren Erscheinung er bereits kannte.
    Es war die Anführerin der Verlassenen - Lady Sylvanas Windläufer.
    Sie ritt auf einem Pferd, das ebenso untot war, wie sie selbst.
    Ebenfalls auf dem knochigen Pferd, aber liegend und nicht sitzend, befand sich eine junge Menschenfrau, die wohl schlief...oder bewusstlos war.
    "Es ist die dunkle Fürstin, mein Schüler. Wir werden diesen Kampf heute noch entscheiden! Für Lordaeron!"
    Pierce, welcher vorhin von Rückzug sprach, war nun wieder voller Euphorie und Kampfeslust.
    Iz'grimar blickte von seinem Lehrmeister zu der heranrückenden Streitmacht.
    Als Slyvanas an ihnen vorbeiritt, salutierte sein Lehrmeister akurat.
    Sie drehte während des Vorbeireitens den Kopf zur Seite und nickte ihnen beiden zu.

    Iz'grimar wusste nicht, was es für ein Gefühl war, wenn er diese untote Elfe sah, aber er konnte sich nicht bewegen und stand da wie angewurzelt.
    "Bleib hier. Du hast genug getan und gesehen, mein Schüler. Warte hier. Wir beenden nun diesen Krieg."
    Als die Truppen vorbeigezogen waren, dauerte es nicht lange, und die Kampfgeräusche wurden wieder lauter.
    Befehle wurden gebrüllt, Schüsse gefeuert und Waffen prallten aufeinander...die Schlacht ging in die entscheidende Runde.
    Doch all das war für den jungen Orc in diesem Moment nicht wichtig.
    Da saß er nun, neben zwei Leichen.
    Eine davon lag nun dort wegen ihm.
    Ja, er hatte ein Leben genommen... aber er wusste nicht, wie er damit umgehen soll.
    Er war weder traurig, noch im entferntesten Sinne froh.

    Eine unbeschreibliche Leere machte sich nun in ihm breit, als er auf den toten und versengten Körper des Gilneers starrte.
    Es dauerte lange, gewiss mehrere Stunden oder vielleicht sogar einen ganzen Tag lang.
    Doch dann...war es ruhig.
    Es war sogar so ruhig, dass Iz'grimar sein eigenes Atmen hören konnte.
    Er saß immer noch zusammengekauert mit dem Rücken zu der Erdwand und dachte nach.
    Seine Gefühlslage hatte sich inzwischen leicht verändert.
    Eine Träne, dann mehrere Tränen entwichen ihm.
    Der Schüler musste an seinen Gegner denken.
    Im Kampf war er zwar furchterregend gewesen, aber dort liegend, sah er eigentlich sehr freundlich aus.
    Er fragte sich, ob der Gilneer dort wohl ein schönes Leben gehabt hatte...hatte er Familie, Freunde, Geliebte...Hatte er ein Lieblingsessen?

    Plötzlich schritten Verlassene an ihm vorbei.
    Man konnte an ihren Rüstungen erkennen, dass sie gekämpft hatten.
    Auf einmal packte ihn eine knochige Hand bei der Schulter!
    Es war sein Lehrmeister.
    Iz'grimar war froh, wenigstens ein bekanntes Gesicht zu sehen.
    "Die Schlacht ist vorbei. Die Gilneer konnten das Angebot der dunklen Fürstin nicht ausschlagen und haben den Silberwald aufgegeben."
    Pierce hatte Blut im Gesicht, welches wahrscheinlich nicht sein eigenes war und grinste...ein gruseliger Anblick.
    Mit mulmigem Gefühl im Bauch stand Iz'grimar also auf und folgte Pierce auf seinem Weg zurück.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Iz'grimar erwachte schweißgebadet.
    Schmerz fuhr durch seinen ganzen Körper.
    Die Schlacht um Dämmerhain war an ihm und an einigen anderen Clanmitgliedern nicht spurlos vorbeigegangen.
    In dieser Schlacht hatte er kein Leben genommen.
    Und er würde es auch nie wieder tun, falls es denn möglich ist, das hatte er sich geschworen.
    Schweren Herzens stand er unter Qualen auf, um sich an etwas Wasser zu erfrischen.
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    von Iz'grim » 18.09.2017, 14:15

    Die Schlacht um Dämmerhain war vorbei, allerdings wurde Iz' im Rahmen seiner Botentätigkeit aufgetragen, bereits erneut Briefe zu schreiben an die Verbündeten des Donneraxt Clans.
    Der Häuptling hatte einer Gruppierung innerhalb des Kriegshymnenklans die Hilfe bei einem Elfen-Problem im Eschental zugesagt.
    Also würden sie bald erneut in den Kampf ziehen...
    Und das, obwohl seine Verletzungen immer noch weh taten.

    Seine Feuerzauber aus der Schule der Hervorrufung hatten seinen Feinden Schmerzen zugefügt jedoch....ihm das Leben gerettet hatten aber seine Schlachtengefährten und...Zauber der Kategorie Bannung, also sein Flammenschild und der Gegenzauber.
    In einer der folgenden Nächte hatte Iz' einen kristallklaren Traum über seine ersten Erfahrungen mit Bannungs-Zaubern.....
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Seit der Schlacht am Graumähnenwall waren ungefähr zwei Monate vergangen und Iz'grimar hatte seitdem...nun eigentlich seitdem er überhaupt in der Unterstadt war durchgehend an seinen Feuerzaubern gearbeitet.
    Sein Feuerball war inzwischen recht zielsicher, stark und außerdem brauchte er nicht mehr so lange, bis er ihn wirken konnte.
    Auch kleinere, schwächere Feuerzauber hatte er sich selbst abseits vom Training mit dem Lehrmeister angeeignet.
    Unter diesen Feuerzaubern war der schnelle und effektive Feuerschlag, aber auch der Versengen-Zauber, an dem er derzeit noch arbeitete.

    Diese beiden neuen Zauber waren anders als der Feuerball, abgesehen davon, dass sie schwächer waren und somit weniger Kraft in Anspruch nahmen.
    Diese Zauber "flogen" nicht.
    Der Feuerball war ein Geschoss, welches vom Wirkenden ausgehend sich in die gezauberte Richtung bewegte.
    Der Feuerschlag war da anders.
    Man musste auch zielen, aber dieser Zauber hatte keine "Flugzeit".
    Er schlug direkt beim Ziel ein.
    Die Wirkung war zwar nicht so groß wie bei einem Feuerball, aber mit dem Feuerschlag-Zauber waren bewegliche Ziele viel einfacher zu treffen, da man die Bewegungen des Gegenübers nicht vorausahnen musste.

    Und so verhielt es sich auch mit dem Versengen-Zauber.
    Laufen und Zaubern gleichzeitig war für Iz'grimar aber noch Neuland, was der Grund dafür war, dass er in letzter Zeit des Öfteren nicht das Ziel, sondern sich selbst "versengt" hat.
    Seinem Lehrmeister waren diese Verletzungen aufgrund der einbandagierten Hände seines Schüler selbstverständlich nicht entgangen.
    Als sich also Lehrer und Schüler eines Morgens zum "Training" trafen, sprach Pierce den jungen Orc darauf an.
    "Nun, mein Schüler....du selbst hüllst dich ja in Schweigen. Mir ist allerdings nicht entgangen, dass du nach unseren täglichen Übungsstunden weiterhin Magie praktizierst. Oder irre ich mich da etwa?"

    "Das ist die Wahrheit, aber ich..."
    Bevor Iz' aussprechen kann, was er sagen wollte, ergreift Pierce erneut das Wort: "Nun...das ist sehr löblich von dir. Ich muss sagen, dass du den Feuerball nun beherrschst. Du bist nun schon weit gekommen für ein Kind. Noch dazu ein .... orcisches Kind. Ich hoffe nur, dass du bei deinem eigenen Training bedenkst, dass du nicht über deine Grenzen hinaus gehen solltest, denn das hat schon vielen Magiern über kurz oder lang das Leben gekostet. Nun....da über die Risiken bescheid weißt... worüber wollte ich mit dir gleich sprechen?"

    Pierce setzte sich in seinen Stuhl und schwieg, dabei starrte er auf ein Buch, das Iz' von hier aus nicht genau sehen konnte.
    Eine Minute verging...zwei Minuten vergingen....drei..
    "Ah-ja! Genau! Ich wollte über den nächsten Schritt sprechen...den nächsten Schritt. Ich werde dich einen weiteren Zauber lehren, welcher etwas komplizierter als der Feuerball ist."
    "Oh!?...wie heißt der Zauber? Ist es der berühmte Pyroschlag?" sprudelte es nur so aus Iz'grimar heraus.
    "Hmmmm nein. Der Zauber, um den es geht ist zwar schwieriger als der Feuerball....der Pyroschlag hingegen, hah, das ist ja schon fast Erzmagier-Niveau. Stück für Stück werden wir uns steigern. Ein Beispiel: Wer zuerst Eichhörnchen jagen geht, sollte sich auch nicht danach sofort auf Bärenjagd begeben. Verstanden?"

    Enttäuscht nickt der Schüler Pierce zu.
    "Aber...um welchen Zauber geht es denn nun eigentlich?"
    Pierce räuspert sich theatralisch und beginnt dann feierlich zu sprechen: "Es geht um Bannungs-Zauber. Mit einfacheren Worten: Der Feuerball ist das Schwert des Magiers und Bannungszauber sind das Schild eines Magiers. Es ist wichtig, sich in einem Kampf zu schützen, findest du nicht, mein Schüler?"

    Noch immer enttäuscht nickt Iz'grimar seinem Lehrer zu.

    "Jaaaaaaaaa, das ist auch sehr wichtig."
    "Mhm...ich sehe schon, du bist noch nicht so recht überzeugt. Das macht nichts...von der Theorie gleich in die Praxis...wir gehen nach draußen!"
    Als die Beiden durch den Aufzug nach oben, an den Monstrositäten vorbei und dann außerhalb der Ruinen Lordaerons angekommen waren, hatten sie auch bald den Praxis-Trainingsort erreicht.
    "So...mein Schüler. Nun wird es Zeit, dir zu zeigen, dass diese Bannungszauber nicht langweilig sind! Wirke einen Feuerball...auf mich!"
    Leicht verwirrt stotterte Iz'grimar vor sich dahin: "S..s-sicher? Ich meine..."
    "MACH! JETZT!" hallte es ihm entgegen.
    Iz'grimar stellte sich gute 20 Meter entfernt von seinem Lehrmeister auf und begann, zu zaubern.

    "Konzentrieren, zielen, formen, loslassen" dachte Iz'grimar für sich, als sich eine flammende Kugel, in etwa doppelt so groß wie seine Hand bildete.
    Er sah noch einmal zu seinem Lehrmeister, welcher regungslos da stand.
    Dann ließ er die Feuerenergie zwischen seinen Händen los und schloss die Augen, denn er wollte nicht sehen, was er dachte, dass passieren könnte.
    ...2...1...da hörte er den Einschlag.
    Als Iz'grimar die Augen wieder geöffnet hatte überkam ihn ein Glücksgefühl.
    Dort stand Pierce.
    Ihn umgab etwas fast unsichtbares, eine leicht bläuliche Barriere, das glänzend schimmerte.
    Von den Auswirkungen eines Feuerballs fehlte jede Spur.
    Es war so, wie wenn er einfach verpufft wäre.

    Pierce lachte.
    "Haha, gut gemacht mein Schüler. Nächstes mal werde ich wohl einen stärkeren Schildzauber einsetzen müssen. Dein Feuerball ist nicht ohne. Dennoch...mit Bannungszaubern kann man solche Angriffe, egal ob magischer oder physischer Art, abwehren. Bist du nun interessiert?"
    Iz'grimar kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und nickte nur eifrig.
    "Nun mein Schüler. Dies war die einfachste Form der Schild-Zauber, das sogenannte Mana-Schild. Wie der Name schon sagt, setzt man hier sein eigenes Mana ein, um einen Schild zu generieren, welcher dann Angriffe abwehrt. Allerdings... nur weil dies der einfachste Schild-Zauber ist, muss er nicht der schwächste sein. Je nach Können des Magiers, kann dieser Schild-Zauber sogar der stärkste sein. Erfahrene Magier können mit ihren Schildzaubern sogar mehr einstecken, als es der zäheste Soldat in der dicksten Plattenrüstung es vermag."

    Während der kleine Orc voller Erstaunen seinem Lehrer lauschte, sprach dieser weiter: "ABER. Diese Schildzauber sind ein wenig anders. Hier gilt nicht das Motto: Konzentrieren, zielen, feuern und vergessen. Diese Schildzauber müssen aufrechterhalten werden. Verliert man seine Konzentration, oder es geht dem Wirker im Beispiel des Manaschilds das Mana aus, ist das Schild weg! Also heißt es hier: Konstanz! Die Barrieren müssen nicht nur aus ästhetischen Gründen diese runde Form haben. Die Konzentration des Magiers darf nicht nachlassen!"
    "Das will ich lernen! Bitte!" sprach Iz'grimar vorfreudig.
    "Das wirst du, mein Schüler....und wir fangen sogleich damit an. Konzentrier' dich. Du musst von nun an keine festen, konzentrierten Gebilde an arkaner Energie formen, sondern eine dünne, gleichmäßige Wand, welche deinen Körper vollständig einhüllen muss."
    Also tat Iz'grimar, was sein Lehrer verlangte, und begann, aus arkaner Energie eine Art Schleier um sich selbst zu weben...
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    "Donnerbote!" ertönte eine Stimme.
    Von seinem Traum aufgewacht, war Iz'grimar nicht schweißgebadet, nicht ängstlich, sondern fühlte sich wohl.
    Ausnahmsweise mal ein guter Traum...
    Die Schmerzen ließen langsam nach und so erhob er sich langsam von seiner liegenden Position in eine stehende.
    Es war ein Peon, der da angelaufen kam.
    Er hatte einen Brief dabei, nein zwei.
    Nachdem Iz'grimar die Neuigkeiten gelesen hatte, beschloss er, es dem Häuptling zu zeigen.

    Sie würden heute sowieso aufbrechen.
    Aber mit der Unterstützung von Verlassenen und Dschungeltrollen würde bestimmt nichts schief gehen im Eschental, oder?
    Zuletzt geändert von Iz'grim am 14.01.2019, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
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    von Iz'grim » 16.10.2017, 16:01

    Sie waren bereits mit ihren Verbündeten vom Rotskalp Stamm und von Lordaerons 14. im Eschental sicher angekommen.
    Iz' wusste, warum sie hier waren.
    Hier, am Splitterholzposten würde bald gekämpft werden.
    Orcs, Untote, Trolle werden sterben...aber auch die Nachtelfen.
    Es konnte jede Sekunde soweit sein.
    Man wolle die Horde aus dem Eschental vertreiben, so hatte es Agram'kosh, welcher sie um Hilfe bat, gesagt.

    Diese Anspannung, die Angst und die Schlafbegebenheiten wirkten sich auf seinen "Schlaf"rythmus aus.
    Seine Augenränder wurden zunehmend tiefer, weil der junge Sturmrufer einfach viel zu selten ein paar Stunden am Stück rasten konnte.
    Am dritten Tag nach der Ankunft des Donneraxt Clans und seinen Verbündeten im Eschental, und nun eine Woche nach Aufbruch von der Donneraxt Festung, saß Iz'grimar auf einem der Wachtürme, um Ausschau zu halten.
    Seine Augenlieder gaben nach...

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    "So... mein Schüler. Dein Manaschild sieht ja recht....'hübsch' aus. Ästhetik ist immer so eine Sache. Im Ernstfall hilft sie dir allerdings nicht. Es ist höchste Zeit, zu sehen, ob dein Schild-Zauber mehr kann, als nur gut auszusehen."
    Es musste wohl extrem Früh am Morgen sein, als Iz' so geweckt wurde.
    Pierce stand in seinem Kampfgewand vor dem jungen Orc, welches er zuletzt bei der Schlacht am Graumähnenwall an ihm gesehen hatte.
    Iz'grimar gaffte Pierce schlaftrunken ins Gesicht, woraufhin dieser ungeduldig wurde.

    "AUFSTEHEN! DER TAG HAT VOR FÜNF STUNDEN ANGEFANGEN!"
    Iz' rieb sich die Augen und gähnte noch einmal.
    "Jawohl..."
    "Sehr gut, mein Schüler. Ich erwarte dich in 10 Minuten. Dann werden wir aufbrechen."
    Durch den Kopf des jungen Orcs gingen nun einige Fragen.
    Was...wollte Pierce nun eigentlich von ihm? ....Irgendetwas mit "Schild"...
    Warum...war er selbst so müde?

    Wie spät war es eigentlich, verdammt noch einmal!?
    Mühselig rollte er sich vom Bett und schlug dann hart auf dem steinernen Boden auf.
    "...Au..."
    Das Gehirn des Magierlehrlings funktionierte zu solch einer frühen Stunde einfach noch nicht.
    Moment...fünfte Stunde...Es ist fünf Uhr morgens? Ohje...
    Was auch immer Pierce von ihm jetzt verlangen würde, würde wahrscheinlich schief gehen.
    Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, nahm er etwas Wasser, Brot und Kürbis zu sich.
    Anfangs hat ihn das Essen hier angeekelt.

    Nun, wo er nun schon fast 2 Jahre hier in der Unterstadt lebt, war er es gewohnt.
    Das Brot hart, das Wasser mit sumpfigem Geschmack und der Kürbis erst...
    Das alles machte ihm nun nichts mehr aus.
    Besonders viel essen konnte er nie, auch in Orgrimmar oder in der kurzen Zeit, die er im Waisenhaus war nicht.
    Seine Gedanken kreisten nun wieder um die ersten Worte mit denen Pierce ihn heute aufgeweckt hatte.
    Aufgrund seiner Müdigkeit, welche langsam wich, hatte er nicht viel verstanden.

    Allerdings würde es wohl um den Manaschild-Zauber gehen, den er nun, nach einiger Zeit doch relativ gut beherrschte.
    Manchmal hatte seine Barriere zwar noch das ein oder andere Loch und broch daraufhin zusammen...aber im Großen und Ganzen war es okay.
    Parallel zu den Übungsstunden mit Pierce hatte er wieder in einigen der Bücher seines Lehrmeisters erfahren, dass es möglich war, diese magischen Schild- und Barrierezauber mit einem Element zu kombinieren.
    Versierte Magier hatten es geschafft, aus dem Manaschild eine Eisbarriere - so nannten sie in diesem Buch den Zauber- zu machen.

    Diese Eisbarriere war wohl besonders widerstandsfähig gegen Nahkampfangriffe und bot zusätzlich noch den Vorteil, nicht dauerhaft dem Benutzer Mana zu entziehen.
    Wasser, beziehungsweise Eis, war nicht unbedingt eine seiner Stärken.

    Iz'grimars Element war das Feuer.
    Er hatte zwar nichts über eine Flammenbarriere oder dergleichen gelesen, aber während seiner Freizeit hatte er trotzdem bereits daran gearbeitet.
    Die Überlegung war simpel: Wenn das irgendein dahergelaufener Dalaran-Magier schaffen konnte mit dem Element Eis, dann wohl auch er selbst mit dem Element Feuer.
    So...hatte er sich das eingeredet.
    Die Realität sah anders aus.
    Feuer eine beständige Form zu geben, welche nicht seine Kleidung in Brand setzte, sondern ihn schützen würde, war echt nicht leicht.
    Manchmal verfluchte er es, nur zum chaotischen Element -zumindest nannte Pierce das Feuer so- einen Zugang zu haben.

    ...
    *KLOPFKLOPFKLOPFKLOPF* riss ihn aus seinen Gedanken.
    Die 10 Minuten waren wohl vorbei.
    Pierce würde nun aufbrechen...und Unpünktlichkeit hasste dieser wie die Pest.
    Also schlang Iz'grimar noch den letzten Brocken Brot herunter und ging los.
    Vor der Türe wartend schoss Iz'grimar folgendes entgegen:"Bereit, mein Schüler?"
    Iz' Nicken schien als Antwort zu reichen, denn daraufhin setzte sich sein Lehrmeister in Bewegung.
    Während des gewohnten Weges durch Unterstadt war Pierce ungewöhnlich gesprächig.

    "Na, mein Schüler, fühlst du dich bereit? Heute wirst du die Magie abwehren müssen, nicht umgekehrt."
    "Wie äääähhhhhhhhh...?"
    Pierce's Reaktion auf die Antwort seines Schülers war ein genervtes Seufzen.
    Er drehte sich noch kurz zu dem kleinen Orc um, der ihm, einen Sicherheitsabstand von fünf Meter einhaltend folgte.
    "Erinnere mich notfalls daran, dich nie wieder zu solcher Zeit zu wecken. Sogar ein Oger hätte hier nun eine passendere Antwort gegeben."
    Das war nicht gerade nett von Pierce, aber er hatte vermutlich in diesem Moment recht.

    Das wusste Iz'grimar auch und deshalb entschied er sich dafür, nicht zu widersprechen.
    Nach einiger Zeit des Schweigens und Fortbewegens war das ungleiche Duo draußen angekommen.
    Die Temperatur war sehr niedrig zu dieser Jahres- und Tageszeit.
    Die Luft, welche Iz' nun genüsslich einsog, verlies die Nase später wieder als weißen Dampf.
    Der würde bald sein Wintergewand wieder anlegen und der junge Orc würde bald selbiges tun.

    Wären da nicht die Untoten mit ihrer erdrückenden Stimmung, dann wäre dies ein ziemlich toller Wald, dachte Iz'grimar.
    Er blickte um sich und genoss den Anblick der Bäume und der Ruinen einer nun verlassenen Stadt.
    "HALL-LOOOOOOOOOOO!?!?!! Schläfst du mit offenen Augen, mein Schüler?"
    Pierce's Gebrüll zwang Iz', sich wieder auf seinen Lehrmeister zu konzentrieren.
    "....Ähem...nein....ich bin wach."
    Erneut musste der Verlassene frustriert seufzen.
    "Gut. Dann fangen wir mal an."

    Der Magier machte eine kurze Pause und fuhr dann fort.
    "Ich werde nun dein Manaschild testen. Wie? Ganz einfach. Ich werde mit einem Feuerball .... oder halt, nein...lieber doch mit einem Frostblitz angreifen. Du hingegen wirst dein Manaschild einsetzen, um meinen Zauber zu neutralisieren."
    Moment....er würde was?
    Er will mich attackieren??
    Was ist, wenn mein Manaschild versagt?
    Iz'grimar schüttelte seinen Kopf, um diesen wieder klar zu bekommen.

    "Sicher? Was ist, wenn ich versage?"
    Pierce's Antwort war brutal, aber ehrlich:
    "Dann wird mein Frostblitz dein Manaschild durchbrechen, dir wird das Körperteil, welches ich treffe, abfrieren und.... ich werde als Lehrer versagt haben. Ich denke, dass ich mich nicht täusche, wenn ich dir sage, dass ich dich bereits einmal über die Risiken aufgeklärt habe. Das hier ist nun so ein Risiko. Außerdem denke ich, dass du das Manaschild weitestgehend beherrscht. Ansonsten wäre dieser kleine ... Test ... sinnlos."
    "N-na gut. I-i-ich bin ber-r-reit."
    Daraufhin setzte sich Pierce in Bewegung und stellte sich im Abstand von etwa zwanzig Metern gegenüber von Iz'grimar auf.

    "Bereit?"
    Iz' nickte.
    Er wob einen bläulich-lila schimmernden Schutzmantel aus arkaner Energie um sich, wobei ihm noch einige andere Dinge durch den Kopf gingen.
    Er fürchtete sich davor, dass Pierce ihn trotz seiner stabilen Barriere treffen könnte und erinnerte sich an seine eigenen Übungsstunden mit dem von ihm so genannten "Feuerschild", welcher eine Abwandlung des "Eisbarriere"-Zaubers war, von dem er in einem alten Folianten gelesen hatte.
    ...."dann los!" brüllte Pierce ihm entgegen und fing dabei an, den Frostblitz zu wirken.
    Knapp eine Sekunde später fing ein blau leuchtendes Geschoss an, in Iz'grimars Richtung zu fliegen.
    Pierce war wahnsinnig schnell... Iz' brauchte für seinen Feuerball, ein ähnlicher Zauber vom Schwierigkeitsgrad her, mindestens vier mal so lang.

    Im hier und jetzt flog das Geschoss erbarmungslos auf ihn zu und war inzwischen wohl keine zehn Meter mehr entfernt.
    In diesem Moment enschied der junge Orc sich um.
    Schwächere Barriere, dafür zu 100 Prozent stabil versus starke Barriere, welche derzeit in circa 70% der Fälle nicht instabil war.
    Er murmelte einige Worte, woraufhin sein Manaschild wortwörtlich Feuer fing und anfing, zu lodern und zu brennen.
    Dann schlug der Zauber von Pierce ein...oder auch nicht?
    Sein Lehrmeister hatte...verfehlt? Nein...
    Dampf stieg auf...
    Das würde bedeuten, dass das Eis, als es sich seiner Barriere näherte, den flüssigen Zustand übersprungen hatte und sofort zu Wasserdampf wurde.
    Pierce ging einige Meter auf seinen Schüler zu und hielt sich die Hand schützend vor die Augen.

    "Ganz schön heiß, mein Schüler!"
    Durch das Flackern, Knistern und Qualmen der Flammen hinweg konnte der junge Orc den Verlassenen kaum verstehen.
    Deshalb löste er die Barriere auf.
    Pierce trat näher an ihn heran.
    "Gut gemacht. Ein offensives Element, wie das Feuer zu deiner Defensive zu verwenden... das ist ein interessantes Konzept. Wir sind fertig für heute. Morgen werde ich dir einen zweiten, sehr nützlichen Zauber der Kategorie Bannung vorstellen...."

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Kleinere Scharmützel am Splitterholzposten waren von den vereinten Streitkräften gewonnen worden in den letzten Tagen.
    Die Allianz, welche zum größten Teil aus Mitgliedern von den "Elunes Wächtern" bestand, kam allerdings bald mit mehr Truppen zurück.
    An diesem Tag sollten viele fallen, vor allem allerdings war es der Splitterholzposten, der fiel.
    Die Horde hatte sich nun zum entscheidenden Gefecht ins Holzfällerlager der Kriegshymne zurückgezogen, welches für Sippe der Schlachtenhymne die Heimat war.
    Ganz unverletzt kam Iz' bis dahin auch nicht davon.
    Mehrere kleinere Schnittwunden und Streifschüsse hatte er erlitten.
    Er hatte noch immer Glück.
    Andere hatten weitaus schlimmere Verletzungen, wie zum Beispiel eine Troll, welche mit Koro'nus, dem Häuptling des Rotskalp Stamms angereist war.
    Er wollte wieder zurück...in die Sümpfe, welche er anfangs gehasst hatte.
    Zurück...in seine Kammer...zu seiner Familie, dem Clan.
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    von Iz'grim » 28.11.2017, 15:27

    Die Stimmung war mies gewesen vor der Schlacht.
    Die Niederlage machte den Streitkräften der Horde noch immer zu schaffen.
    Umso überraschender war der Ausgang des Kampfes, welcher wohl über die Zukunft des Kriegshymnenclans, nein, die über Zukunft der gesamten Horde im Eschental entschied.
    Es war blutig und es wurde hart gekämpft.
    Doch am Ende hatten die verbündeten Streitkräfte aus Orcs, Trollen und Untoten gesiegt.
    Das Kämpfen liegt Iz' einfach nicht im Blut.
    Letztendlich hatte er sich nur hinter den Kriegern versteckt und mit etwas Feuer um sich geworfen.
    ...immerhin... es hatte gereicht.
    Müde und erschöpft und nicht zuletzt aufgrund des Einflusses vom Donnerschnaps, welchen Starkfâng ihm eingeflöst hatte, schlief er in dieser Nacht sehr unruhig.

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Irgendetwas veränderte sich derzeit in der Unterstadt ...
    In den letzten Wochen wurden es immer mehr Orcs in der Unterstadt.
    Man möchte meinen, dass Iz', da er ja selbst ein Orc war (zumindest glaubte er das), sich nun wohler fühlen würde, wenn mehr Leute der eigenen Rasse in der Umgebung wären.
    Dem war leider nicht so.
    Manchmal bekam der angehende Magier Angstzustände, denn er fürchtete sich davor, wieder zurück nach Orgrimmar genommen zu werden.
    Dort würde er wieder auf der Straße leben und alles klauen, was er zum leben brauchte.
    Nein.... das wollte er nicht... nie wieder.

    Diese... Kor'kron, wie sie sich nannten, waren von Garrosh Höllschrei persönlich ausgewählte Krieger, die an seine Ideale glaubten und diese verteidigen würden.
    Diese ... grünen Muskelpakete waren Schuld an der Veränderung der Stimmung.
    Iz fühlte sich ganz und gar nicht verbunden zu diesen Kor'kron-Orcs.
    Die Verlassenen sprachen leiser, sie waren vorsichtiger als vorher.
    Ja, das konnte man bemerken.
    Irgendetwas... war da im Gange...
    Es gab auch vorher schon ein paar Orcs in der Unterstadt, aber bei weitem nicht so viel wie inzwischen.
    Ihre Zahl hatte sich inzwischen mindestens verzehnfacht.
    Iz'grimar hatte den Verdacht, dass sie hier waren, um die Untoten auszuspionieren, nein zu kontrollieren, zu überwachen.
    So ... zumindest kam es ihm vor.

    Da der Komplex relativ großräumig war, in dem der junge Orc mit seinem Lehrmeister wohnte, war dieser Ort relativ gut für Treffen geeignet, wenn man davon absah, wie ungemütlich es eigentlich war.
    Da so etwas wie Gemütlichkeit und Bequemlichkeit den gemeinen Verlassenen nur allzu wenig juckt, wurde dieser Teil des Magierviertels des Öfteren inzwischen für jene Treffen genutzt.
    Da Iz seine kleine Kammer direkt nebenan hatte, bekam er mit, wann Pierce Besuch hatte und wann nicht.
    Wenn die beiden nicht gerade am "Gegenzauber" übten, einer schwächeren Version des "Stille"-Zaubers, dann las der junge Orc meist in seiner Kammer in einem Buch, während Pierce sich "unterhielt".

    Sein Lehrmeister war nicht dumm, denn er wusste höchstwahrscheinlich, dass sein Schüler so einige der Unterhaltungen mitbekam.
    Die Besucher vermuteten jedoch nicht, dass in dieser Besenkammer nebenan ein Orc wohnte und warum sollten sie das auch?
    Den Gesprächen zufolge war die Schlacht, an dem er selbst mehr oder weniger teilnahm nur ein kleiner Teil des großen Ganzen.
    Wann es geschehen war, wusste er nicht, aber er hatte gehört, dass die Verlassenen inzwischen fast alle Gilneer aus Gilneas vertrieben hatten.
    Diese... Wolfsmenschen, die entkommen waren hatten sich danach wohl der Allianz angeschlossen, aber manche davon waren in die umliegenden Lande entkommen und trieben nun dort ihr Unwesen.

    Er bekam auch mit, dass "die Seuche" eingesetzt wurde, um teilweise ganze Landstriche in Gilneas zu vernichten.
    Jene Seuche war wohl der Grund dafür, dass Garrosh Höllschrei Lady Sylvanas Windläufer nicht mehr traute und ihre Stadt ja fast schon eingenommen hat.
    Den Verlassenen gefiel diese Kontrolle selbstverständlich gar nicht.
    Auf den Straßen war es seither viel ruhiger geworden... niemand wollte etwas Falsches sagen.
    Die Stadt war zwar davor schon ruhig, aber inzwischen herrschte eine Totenstille.
    Angesichts des körperlichen Zustands der Verlassenen war dies die passendste Beschreibung für die Stimmung in der Stadt.

    ...

    "Was ist das für ein Raum, Pierce? Hast du dort Bücher drin?"
    Iz'grimar wurde aus seiner Tagträumerei herausgerissen als er die fremde Stimme hörte und ließ dabei, während er auf dem Bett saß, vor lauter Schreck das Buch fallen, in dem er gerade las.
    Das dumpfe Geräusch, welches das Buch verursachte, als es den steinernen Boden küsste, war alarmierend für die unbekannte Stimme dort, vor seiner Tür.
    "He Pierce, hast du das auch gehört?"
    "Hmm.... nein ... was meinst du denn, mein 'Freund'"?
    "Stell dich nicht taub! Du hast es doch auch gehört. Was ist dort drin? Ich gehe nun nachsehen!"
    "Ach... das war bestimmt nur eines meiner Bücher, das heruntergefallen ist", entgegnete Pierce.
    "Mir egal. Ich will sicherstellen, dass du recht hast. Diese dümmlichen Grünhäute sind derzeit überall!"
    Iz'grimar verstand auf der anderen Seite der Tür genau, was nun los war.
    Ich muss mich verstecken...aber wo nur...
    Das Bett... genau...
    Ach...Mist! ... Die Kerze!
    Iz'grimar nahm also die noch brennende Kerze mit unter das Bett.
    Dort erstickte er die Flamme, aber vergaß bei der ganzen Aufregung, sich die Finger anzufeuchten.
    Als er seine rechte Hand um die Kerze legte und dann zudrückte, wie noch nie zuvor, konnte er auch gleich Schmerz verspüren.

    *IIIIIIIIIIIIIIIIIEK-K-K-K*

    Das Quietschen der Tür und der Lichteinfall von draußen bestätigten, dass jemand die Tür geöffnet haben muss.
    Leider war dieser "Jemand" nicht Pierce.
    Während sich die Tür öffnete, musste der junge Orc sich zusammenreißen.
    Wenn er nun auch nur einen Laut wegen der Schmerzen verlieren würde, dann würde er entdeckt werden.
    Von seinem Versteck aus konnte er Schuhe sehen, die sich in der kleinen Kammer umherbewegten.
    "Hm. Da liegt tatsächlich ein Buch."
    Eine knöcherne Hand griff nach dem Buch, welches Iz zuvor noch fallen gelassen hatte.
    Der Foliant lag nicht mal einen halben Meter von ihm entfernt...
    Gelb leuchtende Augen starrten das Buch an.
    "Ah ... der Stille-Zauber und seine Abwandlungen. Wertvolle Lektüre hast du hier bei dir, Pierce. Sonst sehe ich hier nichts. Muss wohl dieses Buch sein, das runtergefallen ist."

    Daraufhin bewegte sich die Gestalt wieder aus dem Raum und schloss die Tür.
    Iz'grimar bemerkte nun, dass er nicht nur nichts verlauten hat lassen, sondern auch die Luft angehalten hatte, während der Fremde in "seiner" Kammer war.
    Als die Unterhaltung draußen weiterging, traute er sich endlich auszuatmen.
    Durch ein Fingerschnippen brachte er auch die Kerze wieder zum brennen und begutachtete seine Hand.
    Das würde wohl eine kleine Brandwunde in seiner bereits bestehenden Sammlung hinzufügen.
    Die Unterhaltung von Pierce und dem Unbekannten war plötzlich vorbei.
    Man hörte eine größere, schwerere Tür zufallen.
    Vielleicht eine Minute später kam Pierce in das Kämmerchen seines Schülers.
    "Das war knapp... zu knapp... wir müssen uns etwas überlegen, mein Schüler."
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Schlacht im Eschental war endlich vorüber.
    Die Donneräxte waren wieder in den Sümpfen, die Trolle im Dschungel und die Untoten... naja... sie waren auch nicht mehr im Eschental.
    Jede der Seiten hatte Verletzte und Tote zu beklagen.
    Aber nun waren die Nordorks wieder zu Hause.
    Es würde eine Zeit der Erholung und Regeneration beginnen.... hoffentlich.
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    von Iz'grim » 05.01.2018, 11:46

    Die Erholung fand auch tatsächlich statt und so hatte Iz'grimar seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder Zeit, sich dem Studium des Arkanen zu widmen.
    Seine Mitschriften dazu waren allerdings selbst für die hellsten Köpfe in Dalaran nicht verständlich gewesen.
    Dennoch, für den jungen Sturmrufer ergab sein Gekritzele sehr wohl einen Sinn und half ihm, sich zu orientieren.
    Geschrieben wurde allerdings auf Pergament, welches nun langsam zur Neige ging.
    Genau aus diesem Grund würde der Donnerbote heute nach Orgrim'mar reisen, um dort Nachschub zu besorgen.
    Er war gerade aufgestanden und wollte sich bald, schlaftrunken wie er war, auf den Weg machen.
    Geistesabwesend setzte er also den ersten Fuß vor seine Kammer . . .
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Es war nun acht Tage her, seit dem Iz'grimar im Rahmen seiner Studien zum "Gegenzauber"-Zauber beinahe beim Lesen eines diesbezüglichen Folianten "erwischt" worden wäre.
    Bei der gestrigen Praxis-Übungseinheit von Pierce und ihm fiel ihm nachträglich auf so einiges auf.
    Ihre gemeinsamen Übungsstunden waren kürzer geworden, viel kürzer.
    Genauer gesagt, war die Zeit, die er mit seinem Lehrmeister zusammen Zauber wirkte, in etwa auf ein Drittel der ursprünglichen Zeit zurückgegangen.
    Anfangs fürchtete er sich noch sehr davor, aber inzwischen, da liebte er das Magiewirken, denn es bereitete ihm Freude, wenn er Erfolg hatte.
    Und der Erfolg blieb zum Glück letztendlich aufgrund von viel Arbeit und Fleiß nie aus bisher.

    Der "Gegenzauber" war äußerst effektiv, um andere Magiewirker daran zu hindern, das zu tun, was sie eben so tun: Magie wirken.
    Der Spruch war zwar nicht so mächtig wie ein "Stille"-Zauber, aber er erfüllt den selben Zweck.
    Außerdem war dem jungen Orc aufgefallen, dass Pierce, obwohl er den "Gegenzauber" für abgeschlossen erklärte, kein neues Thema für die kommende Zeit genannt hatte.
    Warum gab es kein neues Thema? Warum waren die Übungsstunden kürzer geworden?
    Genau auf diese beiden Fragen wollte sich Iz'grimar nun von seinem Lehrmeister die Antwort holen.

    Es war noch morgens und er hatte sich gestern noch irgendein Buch genommen, da er keine besonderen Vorgaben seitens seines Lehrers erhalten hatte.
    Auf dem Buch stand geschrieben: "Die Schulen der arkanen Magie - Transmutation; Abschrift".
    Der alte ledrige Foliant war so schwer, dass der junge Orc ihn nur mit Mühe bewegen konnte.
    "Da hab' ich wohl ein gutes Buch erwischt. Je schwerer die sind, umso mehr steht drin", dachte er sich.
    Er selbst kannte bisher nur Zauber der Kategorie "Hervorrufung" und "Bannung".
    Was in diesem Buch steht, wäre also "Neuland" für den angehenden Magier.
    Nachdem es sonst keine äußerlichen Merkmale zu bestaunen gab, wickelte Iz' das Buch in ein schon löchriges Leinentuch ein und klemmte es sich unter den Arm so gut es ging.
    Danach trank er noch etwas abgestandenes, leicht modrig schmeckendes Wasser aus der Karaffe an seinem Tisch und steckte sich etwas Brot in die Hosentasche.

    Mental bereit öffnete er die Kammertür und betrat den großen Raum, in dem er auch schon Pierce, welcher auch gerade mit dem Lesen eines Schriftstücks -wohl ein Brief- beschäftigt war, sitzen sah.
    Iz'grimar achtete nicht besonders darauf, leise zu sein, aber trotzdem wurde er nicht bemerkt.
    Sein Lehrmeister saß dort und las den Brief.
    Er hatte einen Gesichtsausdruck, den der junge Orc so noch nie gesehen hat.
    War es Angst, die der da sehen konnte? Sorge? Kummer? Es musste auf jeden Fall in diese Richtung gehen.
    Die Gefühle eines Verlassenen zu deuten war schwierig, denn das hatte er binnen zwei Jahren nur selten geschafft.
    Der Schüler beschloss, das Starren zu beenden und machte sich bemerkbar...
    "Pierce, ähem, geht es Euch nicht gut?"

    "Welch` Frage. Mir geht es immer gleich "gut". Ich habe zwar schon seit Ewigkeiten nicht mehr geschlafen, aber einen 'guten Morgen' hätte ich mir schon gewünscht, junger Iz'grimar."
    "Entschuldigt, guten Morgen. Ich wusste nicht, dass so etwas wie Tageszeiten für Euch von Bedeutung sind."
    Sein Lehrer seufzt lautstark und konterte: "Ja, ja dem ist auch so. Der dauerhafte Umgang mit einem Lebenden muss wohl letztendlich doch einen Einfluss auf mich haben."
    Nach einer kurzen Pause führte er weiter aus: "Allerdings möchte ich hinzufügen, dass ich diesen 'Einfluss' nicht als etwas Schlechtes empfinde. Das sollte ich nun nicht sagen, aber ... manchmal da ...vermisse ich das ... Leben als Mensch sogar."
    "Ich ähh, wollte nicht, äh ..."
    Pierce unterbrach das Gestammel seines Schülers: "Da du dich gerade zu entschuldigen versuchst, unterlass' es. Das ist nicht notwendig. Oftmals wünschte ich mir mehr, als 'nur der dunklen Fürstin zu dienen', mein Schüler. Wie soll ich es ausdrücken, aber die Zeit mit dir war höchst interessant und ich durfte tatsächlich mehr, als 'nur zu dienen'."

    Iz'grimar überlegte noch kurz, denn so hatte er seinen Lehrmeister noch nie erlebt. Er tat etwas sehr untypisches für Verlassene: Er zeigte Gefühle.
    "Danke." Zur Bekräftigung seiner Aussage legte der junge Orc seine rechte Hand auf seine Brust, denn er hatte es als seltsam verpacktes Kompliment aufgefasst.
    Er räusperte sich und erinnerte sich an die beiden Fragen, die er noch stellen wollte.
    "Also äh, Pierce. Mir bei unserer letzten Übungsstunde aufgefallen, dass kein neues Thema genannt wurde und ... ja... viel kürzer sind unsere Übungen auch geworden .... warum eigentlich?"
    "Ich dachte mir, dass diese Fragen kommen werden. Ich könnte dir nun eine lange Erklärung abliefern, da ich weiß, dass du mich nicht verraten würdest. Aber ich werde es kurz halten. Die Antwort ist: Weil es keine weitere Übungsstunde mehr geben wird. Du bist kein dummer Orc, mein Schüler. Du bist ein seltsamer, ängstlicher, sturer, aber auch ein ehrlicher und ein kluger 'Orc'. Du wirst wissen, was in der Stadt vorgeht. Man wird dich für einen Spion und mich für einen Verräter halten, wenn wir zusammen gesehen werden. Es wird keine weitere Übungsstunde geben, nicht in einer Zeit, in der Garrosh Höllschrei Kriegshäuptling der Horde ist. Du musst verschwinden."


    "W-w-wie... verschwinden? Verschwinden, also ..."

    "Nein, du wirst nicht sterben," seufzte Pierce.
    "Ich werde dir helfen, an einen anderen Ort zu gelangen und das noch heute. Wie ich sehe bist du eh schon reisefertig. Hol' noch die Robe, die ich dir gegeben habe und zieh die samt Kapuze an. Bereite dich mental auf die Reise vor. Ich muss vorher noch einige Dinge erledigen. WARTE ... hier. Wir brechen auf, sobald es dunkel ist."
    Der junge Orc nickte zittrig und begab sich in das Kämmerchen, um von dort die Robe aus dem Schrank zu holen und streifte sie gleich über.
    Die Robe war zu groß. Nein, sie war riesig. Er würde dort mindestens drei mal hineinpassen.
    Danach setzte er sich auf das Bett und dachte nach...

    Wohin wird er mich bringen? Wer wird dort sein? Wie wird es dort wohl sein?
    Früh erkannte er, dass es ihm nicht möglich war, die Antworten selbst zu beantworten.
    Also lenkte er sich auf die einzige ihm erdenkliche Art und Weise ab, die ihm einfiel.
    Er begann, in dem Buch "Die Schulen der arkanen Magie - Transmutation; Abschrift" zu lesen.
    Die Möglichkeiten, die sich einem mit der Schule, den Raum und die Zeit selbst zu beeinflussen, offenbarten, waren atemberaubend für den angehenden Magier.
    Es waren lustige Verwandlungen möglich, ganze Städte wurden angehoben, Portale in fremde Welten geschaffen und sogar Zeitreisen wurden ermöglicht!
    *TOCKTOCKTOCKTOCK*
    Irgendjemand oder irgendetwas klopfte an der Kammertür.
    Vor lauter Schreck ließ Iz' das Buch fallen und versteckte sich unter dem Bett.
    Daraufhin ging die Türe auch schon mit einem Knarzen auf.

    "Nicht verstecken. Los jetzt. Wir haben es eilig, mein Schüler!"
    Iz'grimar erkannte die kratzige Stimme sofort und kroch unter dem Bett hervor.
    Schnell band er das Buch erneut ein und legte es hin.
    Dann setzte er zum Gehen an.
    "Das kannst du mitnehmen. Betrachte es als ... Abschiedsgeschenk. Und nun komm', los!"
    Iz'grimar lächelte freudig, klemmte sich den großen und schweren Folianten unter den Arm und stiefelte dann seinem Lehrer hinterher.
    Die Größe der Robe hinderte ihn an schnellerem Gehen, aber sobald sie das Gemäuer verließen, wechselte auch Pierce zu einem eher gemächlichen Tempo.
    Wahrscheinlich wollte er dadurch möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen.
    Er bemerkte dort hinten zwei Kor'kron, welche auf einen Verlassenen einbrüllten, der der Kleidung nach wahrscheinlich ein Apotheker war.
    Weder Apotheker noch Kor'kron mochte Iz'grimar besonders gern.

    "Wohin starrst du denn nun? Das ist der Alltag hier .... los, komm," zischte Pierce ihm entgegen.
    Sie fuhren auch bald wieder mit dem Fahrstuhl an den Monstrositäten vorbei hinauf an die Erdoberfläche
    Iz'grimar kannte den Weg bisher, wohin brachte Pierce ihn?
    Er folgte ihn durch die Ruinen, doch plötzlich blieb sein Lehrer einfach stehen.
    Rechtsherum würde es nun zu ihrem "Übungsgelände" gehen.
    Instinktiv ging der junge Orc dann da auch lang.
    "Halllllllllllt, hierher."
    Pierce war nach links abgebogen und der Schüler folgte der genervten Stimme des Verlassenen zu ihm zurück.
    Inzwischen war es so dunkel geworden, dass es schwer war, viel zu erkennen.
    Das graue, baufällige Gemäuer der ehemaligen Stadt unterstützte die Wirkung der Nacht und verschlechterte die Sicht weiterhin.

    Iz' konnte das gelbe Glühen der Augen seines Lehrers sehen.
    "Da bist du ja, und nun komm' es ist nicht mehr weit."
    Er legte dem jungen Orc die knochige Hand auf die Schulter.
    "Auf Wiedersehen. Du folgst nun dem Weg, bis du zu einer rot leuchtenden Kugel gelangst. Diese berührst du dann und es ist geschafft. Auf der anderen Seite wird man sich schon um dich kümmern."
    Sein Herz begann zu rasen. Es war beängstigend und aufregend zugleich.
    Der angehende Magier dachte nach, was alles zu bedeuten hat.
    Danach erhob er seine Stimme, um sich zu verabschieden und zu bedanken: "Also, Pierce, ähm ..."
    Der Verlassene war jedoch bereits fort...
    "Mist! ..." dachte er sich laut. Bedankt hätte er sich schon noch gern.
    Einige Meter weiter war nun aber ein Scheppern zu hören.
    Er kannte dieses Geräusch. Das waren marschierende, in Plattenrüstung gepanzerte Verlassenen-Truppen.

    Schnell folgte er dem Weg, den sein Lehrer im nannte.
    Ein paar Minuten später sah er schon ein rotes Glühen.
    Das Scheppern in seinem Nacken wurde lauter und von Angst erfüllt begann er, zu rennen.
    Zu rennen stellte sich als Fehler heraus, denn prompt fiel er wegen der riesigen Robe hin.
    Im Flug noch riss er reflexartig den linken Ellenbogen hoch, um sich nicht im Gesicht zu verletzen.
    Es waren vielleicht noch zehn Meter bis zur Kugel.
    Unter den rechten Arm hatte er das Buch geklemmt und auf dem linken lag er nun.
    Ein Angsthase ist er schon, aber schmerzempfindlich ist er eigentlich nicht so sehr,
    Daher war es überraschend, dass sein Arm im Bereich des Ellenbogens nun so schmerzte.
    Mühselig musste er nun wie eine Schlange die letzten Meter bis zur Kugel kriechen und zeitgleich das für ihn sehr wertvolle Buch mitziehen.

    Sein schmerzerfülltes Gesicht konnte bei dieser Dunkelheit zum Glück niemand sehen.
    Noch ein bisschen ... noch ein bisschen ... Geschafft!
    Iz'grimar lag nun direkt vor der rot glühenden Kugel, welche nun, da er so nah dran war, Magie ausstrahlte.
    Mit einem Ruck begab er sich erst aus seiner liegenden in eine kniende Position und stand dann auf.
    Plötzlich hörte er laute Stimmen. Es waren eindeutig die Verlassenen, welche er hinter sich vermutete.
    "Da! Was ist dort?" konnte er noch einen in ihrer Sprache rufen hören.
    Panisch hob er also schnell mit der Rechten das Buch auf und berührte mit der linken Hand die Kugel.
    Schwer atmend saß er nun in einem sehr gut erhaltenen Bauwerk.
    Wo war er nun? Hatte er seine Verfolger abgehängt?

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    . . . und ehe er sich versah, stolperte er in eine Orcin hinein.
    Zuerst musste er blinzeln wegen des Sonnenlichts und dann noch einmal nachdenken:
    Mojo'mar? Wea zum Orguhz sen egh nagh Mojo'mar gekomm'. Egh war dogh grade nogh dahäm em Sumpf.

    "Ugh dere", hörte er von seinem Gegenüber.
    Es war Dabu'ka, die er da angerempelt hatte.
    "Schuldegunk. Egh muhzz en Orgrim'mar wahz bezorgn.... Momenth... wo dere schon da sen... mag der mer helf'n?"
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    von Iz'grim » 06.02.2018, 14:08

    Die Besorgungen in Orgrim'mar liefen eigentlich dank Dabu'kas Hilfe recht reibungslos.
    Nein... eigentlich war eher das Gegenteil der Fall...
    Iz'grimar fiel beim Aufsammeln der Schriftrollen fast eine Treppe hinunter, musste mehr Gold bezahlen als gedacht und dann war da noch dieser Peon.
    Ukoosh nannte er sich und er weckte das Interesse der beiden Donnerboten.
    Er sprach nur ein Wort, aber dennoch konnte man herausfinden, was es mit ihm auf sich hat und brachte mit ihm zusammen die Schriftrollen in die Sümpfe.
    Dort sorgte er dafür, dass dieser sich auf einer Hängematte ausruhte und Iz' tat es ihm gleich.

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Iz'grimar saß also nun dort auf einer Art Weg aus Stein und war verwirrt.
    Das Berühren der Kugel hatte ihn scheinbar an einen ganz anderen Ort gebracht, von dem er nicht zu sagen vermochte, wo dieser war.
    Wenn er mittels dieser Kugel fliehen konnte, dann sollte man ihm auch so folgen können ... oder nicht?
    Mit letzter Mühe versuchte er, den eingebundenen Folianten anzuheben ... keine Chance.
    Sein linker Arm verweigerte ihm den Dienst ... er war müde, hatte Schmerzen und er war verwirrt.
    Das war keine gute Ausgangslage.

    Allerdings wollte der junge Orc nicht aufgeben und hob daher den Wälzer mit dem anderen Arm an und klemmte ihn sich unter diesen.
    Danach erhob er sich und begann, das Gemäuer zu erkunden.
    Er befand sich hier scheinbar in einer Art steinernem Treppenraum ... und folgte der Treppe nach unten.
    Dann ... etwa fünf Minuten später konnte er etwas hören.
    Nein, nicht irgendetwas. Da waren Personen, die sich unterhielten!

    Einige Wortfetzen konnte er verstehen ... war das eine Sprache der Elfen?
    Aus seinen Recherchen in der Unterstadt wusste er bereits, dass es mehrere Arten von Elfen gibt und sie viele talentierte Magienutzer haben sollen.
    Diese Fakten waren aber leider im Moment nicht von Bedeutung.
    Tatsache war, dass er näher ran musste, um mehr verstehen zu können.
    Er presste sich an die Mauer und setzte seinen Weg in Richtung der Stimmen so leise wie nur möglich fort.
    Er hörte auch metallenes Klirren ... Aufeinanderprallen von Waffen? Nein ...

    Als er nah genug war, sah er, dass der Raum aus dem die Stimmen kamen von dem Gebäudeteil, in dem er sich jetzt befand, nur durch einen Vorhang getrennt war.
    Leise schob er den Vorhang ein Stück zur Seite und dann sah er sie sitzen...
    Elfen. Essende Elfen. Die klirrenden Geräusche werden scheinbar durch ihr Besteck und das Aufnehmen von Nahrung verursacht.
    Abgesehen davon unterhielten sie sich lautstark und lachten über ... über ein Ferkel?
    Iz'grimar schüttelte seinen Kopf und blinzelte mit den Augen.

    Ja, tatsächlich. In einem Eck des Raumes stand ein Ferkel, welches leicht panisch im Kreis lief.
    Eine etwas komische Szene, die er da nun beobachten durfte und dabei musste er schmunzeln.
    "Elfen, ein lustiges Völkchen", dachte er sich nichtsahnend und kicherte dabei leise.
    Plötzlich war es leise und er hörte keine Elfen mehr.
    Das Schweinchen war auch verschwunden...
    Iz'grimar sah gerade noch ein magisches Geschoss auf ihn zufliegen und ließ vor Schreck Pierces Geschenk fallen.

    Schnell zog er seinen Kopf zurück hinter die Wand und wich somit dem Geschoss aus.
    In einem fragenden Ton wurde nun getuschelt im anderen Raum.
    Dann wurde es laut und irgendwer, wohl ein männlicher Elf, wiederholte mehrmals die selben Worte.
    "Hervor ... Heraus" oder so ... konnte er davon verstehen.
    Er bückte sich, zog den Wälzer wieder zu sich und hob ihn dann auf.
    Danach schob drückte er sich durch den Vorhang und stand somit in einem Raum mit den Elfen.
    Ausnahmslos alle sahen ihn abwertend an und einer spie sogar sofort sein Essen wieder aus, als er ihn erblickte.

    Er konnte das Getuschel der anderen nicht richtig verstehen, aber er ging davon aus, dass sie nichts Nettes sagen wollten.
    Er legte den Kopf schief und wartete ... was anderes konnte er derzeit nicht tun.
    Ein paar Augenblicke später merkten sie wohl, dass er niemanden verstand und daraufhin wechselte einer ins Orcische.
    "Hässliches Ding, antworte! Was bist du, woher kommst du und warum bist du hier?!"
    Iz'grimar überlegte genau, bevor er antworten würde.

    Ich kann schon mal nicht sagen, dass mich die Verlassenen verfolgen ... sonst schicken sie mich noch zurück ... oder vielleicht doch... ja ... am besten die Wahrheit...
    Dann räusperte er sich und antwortete in kurzen, klaren Sätzen mit mehr oder weniger überzeugter Stimme: "Ich bin ein Orc. Ich komme aus der Unterstadt und weil ich von dort fliehen musste, bin ich hier."
    "Aha. Und ich bin Altvater Winter. Von wo hast du dieses Buch entwendet, Kleiner? Orcs können doch eh nicht lesen! Wozu dann also ein BUCH?"
    Instinktiv machte Iz'grimar einen Schritt zurück ... und noch einen.
    Mit trotzigem Blick antwortete er nun: "Mag sein, Altvater Winter. Meine Geschichte ist aber wahr und ich kann lesen! "

    Der Elf hob eine Augenbraue an während das andere Auge nur so vor Wut zuckte...
    Er hob die Hände und wollte einen Zauber wirken und richtete diesen genau auf Iz'grimar ...
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Am Tag danach erwachte der Sturmrufer in seiner Hängematte und blickte nach links... keine Spur von Ukoosh.
    Er trank etwas von seinem Wasserschlauch, den er unter der Hängematte liegen gelassen hatte und machte sich dann auf der Suche nach dem großen Orc mit dem kleinen Verstand.
    Immerhin wollte er ihn noch Urmug vorstellen...er musste diesen Muskelorc also wiederfinden !


    In dem jetzigen und darauf folgenden Teilen baue ich etwas von meinem Eindruck und von meinen Erlebnissen einer circa einmonatigen Zeit auf einem anderen Server ein.
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    von Iz'grim » 02.03.2018, 13:32

    Iz'grimar hatte es aber noch nicht geschafft, es dem Dummerchen abzugewöhnen, ihn "Meister" zu nennen.
    Auch Urmug war etwas verwirrt, als er mit Ukoosh und dessen kleinem Wortschatz konfrontiert wurde.
    Aber er war nun Teil des Clans, zumindest rein theoretisch gesehen.
    Der Große war zwar nun kein Luskträger und trug somit kein Clanwams, aber er tut nun was er kann, um dem Clan zu helfen.
    Er hatte nun eine neue Heimat gefunden hier, unter den Nordorcs.
    Der fleißige Muskelberg arbeitet inzwischen mindestens doppelt so hart wie alle anderen Peons.

    Iz'grimar glaubte, seine Hammerschläge von denen der anderen Arbeiter unterscheiden zu können.
    Zufrieden schlief der Sturmrufer über einem dicken Folianten in seiner Kammer einige Stunden später ein...

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Dort saß er nun. Allein. Ein klein wenig hungrig, aber dafür umso durstiger.
    Traurig war er auch, denn sie hatten ihm sein Eigentum weggenommen.
    Der Raum war dunkel und scheinbar wurde scheinbar nur selten genutzt.
    Es gab mehrere Räume dieser Art nebeneinander und sie sahen alle gleich aus, das hatte er schon gesehen als er hingebracht worden war.
    In der Tür war nur ein schmaler Schlitz, von dem nur wenig Licht eindrang.
    In den letzten Stunden konnte er ab und zu einen der Elfen vorbeischreiten hören, das war es auch schon, denn ansonsten gab es nur Stille.

    Stille, ja, die war nun kurz vorbei. Es kamen zwei sich lautstark unterhaltende und lachende Wachen vorbei.
    Die Tür öffnete sich mit einem Quietschen und ein gepanzerter Elf stellte eine Schüssel in die Dunkelheit.
    Als der junge Orc nach der Schüssel greifen wollte, bemerkte er, dass er zusätzlich noch angekettet war.
    Er musste sich ordentlich strecken, um diese zu fassen zu bekommen.
    Iz' roch daran. Sogar das Wasser aus der Unterstadt stank nicht so sehr.
    Ihn überkam die Vermutung, dass es sich bei dem Inhalt in der Schüssel wohl um Urin handeln würde, weswegen er die Schüssel so weit weg schob, wie es nur ging.

    Da war sie wieder... Stille ...vor ein paar Wochen, in der Unterstadt noch, da hätte er sich wenigstens mit ein paar Ratten unterhalten können.
    Nicht so hier. Iz hatte es nun eingesehen. Er war gefangen.
    Doch wie kam es dazu? Er ging in sich und dachte nach...
    Er war gerade vor den Verlassenen geflohen und hier gelandet, in Silbermond, so heißt dieser Ort.
    Dann hatte er Elfen getroffen ... und dann ging es bergab.
    Er wäre fast umgekommen, da dieser Elf, den er mit seinem verbalen Konter vor seinen Freunden scheinbar dumm aussehen ließ, ihn beinahe in einen Eisblock verwandelt hätte.

    Ein weiblicher Elf hinderte diesen daran, den jungen Orc umzubringen, aber dafür hetzten die versammelten Elfen zwei Soldaten auf ihn.
    Bei diesen Soldaten handelte es sich wohl um die thalassische Version der Todeswache.
    Nunja, im Sinne der Elfen sorgten diese beiden für "Recht und Ordnung".
    Sie fesselten ihn und führten ihn ab, da er angeblich ein Buch gestohlen haben soll.
    Seine Geschichte, wie er hier her kam und wie er zu dem Folianten kam ... die glaubte ihm keiner.
    Somit war er nun als Dieb gebrandmarkt und war von diesen beiden Elfen in rot-goldener Rüstung gefesselt, und dann weggebracht worden.

    Sein Buch hatten sie natürlich behalten, denn Orcs könnten ja schließlich nicht lesen ...
    Als sie den Ort verließen und auf die Straßen traten, steckte ihm einer der Beiden ein aus einem überraschend weichem Stoff gemachtes, schwarzes Tuch über den Schädel.
    Somit war er quasi blind, als er durch seine "Begleitung" durch die Stadt, oder wohin auch immer er geführt, gebracht wurde.
    Ja, er hatte es sich anders vorgestellt. Ein neuer Ort.
    Ein Ort, welcher weniger modrig und weniger baufällig als die Unterstadt sein, und etwas fröhlichere Leute und viele Bücher haben sollte.
    War das wirklich zu viel verlangt? Scheinbar.

    Irgendetwas sehr hartes traf ihn nun am Kopf. Es tat weh. Sein Kopf begann zu pochen und er spürte eine Flüssigkeit austreten.
    Dennoch, er wollte nichts sagen, sich nicht beschweren, nicht jetzt.
    Er ging also weiter. Wenn er in die falsche Richtung ging, dann drückte ihn irgendein scharfkantiges Metall in die richtige.
    Ihn traf noch ein paar mal etwas, nur nicht mehr am Kopf. Dazu kam dann noch Gelächter.
    Der junge Orc bemerkte auch, dass seine Sprachkenntnisse bei Weitem noch nicht ausreichend genug waren, um die Bewohner dieser Stadt verstehen zu können.
    Es war schwierig, klar zu denken. Seinen Schätzungen nach waren nun aber ungefähr eine Stunde vergangen.

    Nun stoppten sie. Knappe Sätze in militärischem Ton wurden gesprochen.
    Kurz darauf ging es weiter. Nach der kurzen Zwischenpause vergingen vielleicht noch 5 Minuten, dann wurde ihm der schwarze Stoff vom Kopf gerissen.
    Das Blut, das zuvor aus seiner Kopfverletzung getreten war, war inzwischen mit seiner Kopfbedeckung verschmolzen und hart geworden.
    Dadurch, dass ihm der schwarze Stoff vom Kopf gerissen wurde, stach ihm sofort strahlend helles Licht ins Auge und blendete ihn.
    Die sich vor Kurzem gebildete Kruste öffnete sich erneut und Iz verspürte sofort wieder pochenden Schmerz.
    Dann wurde er noch ein, zweimal vorwärts geschubst und dann war es auch schon wieder dunkel.

    Er und die beiden Elfen befanden sich nun in einer Art langen, dunklen Gang, der mit vielen Türen in kurzen Abständen bestückt war.
    Scheinbar gab es hier viele kleine Räume dicht nebeneinander.
    Er wurde den Gang entlanggetrieben, bis ihnen dort ein weniger gepanzerter, dafür uniformierter Elf entgegentrat.
    Dieser begrüßte die beiden Soldaten, woraufhin die Fesseln, beziehungsweise das Seil, des jungen Orcs gelöst wurden.
    Dann entfernten sich die zwei Elfen und der Gefangene wurde an den Uniformierten übergeben.
    Dieser packte den jungen Orc auch sogleich an der Schulter und führte in vor sich her, bis sie vor einer der Türen standen.

    Iz' fühlte sich noch immer schrecklich, Seine Augen hatten sich soeben wieder an die Dunkelheit gewöhnt und der Schmerz ging auch zurück.
    Nun wurde er in einen dieser Räume gestoßen und das so stark, dass er hinfiel.
    Als er sich gerade aufrappeln wollte, machte es "KLICK" und einmal "BUMM".
    Die Türe war zu und es war fast stockfinster und er konnte sich nicht mehr als 2 Schritte weit wegbewegen.
    Er tastete den Gegenstand ab. Die Geräusche, die es machte und seine Beschaffenheit deuteten auf Metall hin.
    Ja, so war er hier gelandet, hier, in diesem Loch.

    Der junge Orc bewegte sich von einer Wand zur nächsten und klopfte gegen jede.
    Er hatte auf ein Lebenszeichen von einer anderen Person gehofft, aber es kam kein Geräusch zurück.
    Entweder war dort niemand, oder der beziehungsweise diejenige wollte in Ruhe gelassen werden.
    Zum besseren Nachdenken musste er sich nun noch einmal hinsetzen ...
    Er hasste dieses "Silbermond" jetzt schon. Warum hatte Pierce ihn hier her geschickt?
    Voller Wut und Enttäuschung schlug er mit der rechten Hand auf den steinernen Boden.

    Im Moment des Kontakts entsprang ein kurzer, aber heller Funke aus seiner Hand und dann setzte der Schmerz ein.
    Er hätte nicht so fest auf den Stein schlagen sollen ...
    Dabei erinnerte er sich, dass er doch einfach zaubern könnte ...
    Er konzentrierte sich, schob den Schmerz aus Hand, Kopf und Brust beiseite und ließ eine kleine Flamme in seiner linken Hand entstehen.
    Sie flackerte stark, denn er hatte sich selbst noch nicht wieder unter Kontrolle.
    Nach ein paar Minuten und mit ruhiger Atmung gelang es ihm aber doch, ein stabiles Feuer aufrechtzuerhalten.

    Nun konnte der Magier-Schüler in dieser Dunkelheit endlich sehen .
    Der Raum bestand im Grunde nur aus seinen Wänden, der Tür mit dem Schlitz und der im Boden verankerten Kette.
    Hier und da schien die Mauer baufällig zu sein, aber nun saß er hier erst einmal fest.
    Aber nicht mehr lange, diesen Entschluss hatte er soeben gefasst.
    Es galt, einen Plan zu entwickeln. Sie würden ihn hier nicht für immer festhalten können.
    Jawohl, er würde aus diesem ... diesem ... Gefängnis ausbrechen! Koste es, was es wolle...
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Am nächsten Morgen war Iz'grimar. obwohl er sehr lange geschlafen hatte, außerordentlich müde.
    Warum? Das wusste er selbst nicht so genau. Vielleicht lag es an dem fürchterlichen Traum.
    Darüber hatte er aber nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn der Häuptling des Clans rief dazu auf, Feuerholz zu besorgen.
    Es wurde Herbst und dem Herbst würde der Winter folgen ... der Clan will nicht frieren!
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    von Iz'grim » 17.04.2018, 09:14

    Ein kleines Rudel Nordorcs war losgezogen, um das Holz zu beschaffen.
    Gemeinsam machten sie sich tief in die Sümpfe auf, um einen geeigneten Baum zu finden, welcher später als Wärmequelle herhalten würde.
    Wer, wenn nicht die Donneräxte kannte diesen Sumpf? Schnell fand man ein geeignetes Exemplar und machte sich sofort daran, den Baum zu fällen.
    Unter der Anleitung von Starkfâng und Urmug war es nicht verwunderlich, dass das Holz schnell am Boden lag.
    Erschöpft von der für ihn ungewohnten körperlichen Arbeit schlief auch Iz zusammen mit den anderen heute Nacht in der freien Natur....

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Da Iz' nun, dank seiner linken Hand, welche nun vorerst als Fackel fungierte, recht gute Sicht hatte, wollte er sich die leicht baufällige Ecke dort genauer ansehen.
    Er stand auf, ging zwei Schritte und ... es ging nicht weiter. Die Kette war kürzer als gedacht.
    Obwohl er nun seinen Arm ausstreckte, war der Weg zu weit. Die Gefängniswand sollte wohl für ihn unerreicht bleiben.
    Enttäuscht ging er wieder in die Mitte des Raumes, wo auch seine Fußfessel im Boden verankert war.
    Nach dem Hinsetzen beleuchtete er auch die Kette und deren Verbindungsstück zum Boden.
    Dort konnte er leider keine Schwachstellen auf den ersten Blick ausmachen, seine Hoffnung schwand ...

    Plötzlich .... ja, da! Bei dieser Stille hätte er bestimmt auch eine Nadel fallen hören können, aber das war es nicht.
    Da waren Schritte! Und sie kamen definitiv in seine Richtung. Kam da gerade seine Rettung?
    Schnell löschte der junge Orc die Flamme in seiner Linken und hockte sich auf diese, damit der leichte Brand-Geruch nicht auffallen würde .... hoffentlich.
    Die Schritte wurden lauter und lauter ... und wieder leiser? Da stimmte etwas nicht.
    Sofort machte sich der Welpe bemerkbar: "Hier drin! Hieeeer!" Dann ging die Tür auf.
    Ohne sein Licht konnte er nicht viel sehen, aber es war bestimmt ein männlicher Elf und er trug eine Art Uniform, oder so ähnlich.

    "Darf ... gehen?" ... keine Antwort. "Frei .... wann?" ... wieder keine Antwort. Ja, sein Thalassisch war nicht sonderlich gut, aber verstehen hätte man ihn schon können.
    Vielleicht hatte er aber auch etwas ganz anderes gesagt, als er sagen wollte. Ihn überkam das jedenfalls Gefühl, dass dieser Elf nicht zu seiner Befreiung gekommen war.
    Er beäugte den Besucher genauer. Dieser Elf hatte etwas in der Hand ... es war irgend ein niedriges Gefäß mit ... vielleicht mit Wasser?
    Der Uniformierte stellte es zuerst kommentarlos vor dem jungen Orc ab, wobei man dann von draußen, nachdem die Tür zugefallen war, ein leises Lachen hören konnte.
    Sofort streckte er sich nach dem neuen Ding im Raum und zog es zu sich. Da war auf jeden Fall eine Flüssigkeit drin.
    Flüssigkeiten können den Tod bringen, so viel wusste er dank den Verlassenen, daher roch er lieber ein mal daran...

    Es gab zwar auch geruchsneutrale Gifte aber dieses ... war keines davon. Die Flüssigkeit stank fürchterlich.
    Der Geruch war ähnlich übel wie der des grünen "Wassers", welches überall in der Unterstadt zu finden ist.
    Um sich davon zu überzeugen umhüllte der Orc seine Hand erneut mit Feuer und sorgte so für Licht. Er blickte den Schüsselinhalt noch einmal an.
    Er roch noch einmal daran und dann war er sich sicher ... das war Urin. Warum sollte man ihm Urin geben?
    Weil sie es lustig fanden, und hofften, dass er das trinken würde? Um ihn zu verärgern? Um ihn zu verarschen? Es machte ihn traurig.
    Er würde sich wohl irgendwie selbst befreien müssen. Erst dachte er, der Elf würde ihn befreien, dann dachte er, dass es Wasser gäbe und dann das...

    Die Hoffnung auf ein normales Verlassen dieser Zelle schrumpfte immer mehr.
    Wenn sie ihn schon nicht freiließen, dann musste er sich eben selbst freilassen, ja genau, er würde ausbrechen.
    Aber wie nur? Die Wände waren nicht zu erreichen aber auf den ersten Blick an einigen Stellen wohl das fragilste an diesem Raum.
    Er könnte Feuer schleudern, um so ein Loch zu erzeugen ... nein, das wäre zu laut. Blöder Plan.
    Außerdem wäre da noch die Gefahr, dass kleine Gesteinsbrocken umherfliegen und ihn verletzen könnten.
    Um seinen Denkvorgang zu erleichtern, stand er auf und ging im Raum umher, während er nachdachte.

    Als er mehr als zwei Schritte in die selbe Richtung machen wollte, wurde er an seine Fußfessel erinnert, denn diese hielt ihn nun davon ab, die Wand zu erreichen.
    Zuerst müsste er sich wohl von ihr trennen, bevor er weitere Überlegungen anstellen würde.
    Ja, er müsste eigentlich nur eines der Kettenglieder durchtrennen, um frei zu kommen. Leichter gedacht, als getan.
    Erneut tastete er die Kette ab. "Eisen", dachte er sich. Vielleicht war es auch ein anderes Metall, immerhin war er auf dem Weg zum Magier, nicht zum Metallexperten.
    Bei dieser Überlegung fiel im die Szene von einem Schmied und dessen Lehrling ein, die er mal in Orgrimmar beobachtet hatte.
    Im Tal der Ehre war der der einzige Schmied, welcher wohl Waffen herstellte. Eben jener Schmiedemeister schimpfte mit einem zweiten Orc.

    Dieser war wohl sein Schüler, denn der Meister klärte ihn gerade darüber auf, was mit Eisen passierte, das zu oft erhitzt und abgekühlt wurde.
    Der Axtkopf, der gerade bearbeitet werden sollte war nämlich hart und spröde geworden und hatte hier und dort ein paar Risse ...
    Iz' hoffte, dass der Schmiede-Lehrling aus seinem Fehler gelernt hatte, aber dank dieses Fehlers sah er nun eine Chance, sich von der Kette zu trennen.
    Die Hitze würde er selbst erzeugen müssen und das einzige Mittel zum Abkühlen, das ihm zur Verfügung stand war diese Schüssel ... mit Urin.
    Leider hatte er auch keinen Schmiedehammer hier in der Zelle. Es wird hoffentlich auch ohne einen klappen.
    Eine Garantie für Erfolg hatte er zwar nicht mit diesen Plan, aber es war die einzige sinnvolle Idee, die er gerade aufbringen konnte ... dann mal los.

    Da er seinen Fuß zum Abkühlen nicht in das Urinbad legen wollte, kam das erste Kettenglied nicht infrage.
    Das letzte Glied wollte er auch nicht nehmen, denn das war mit der Bodenhalterung verbunden. Demnach konzentrierte er sich auf ein Stück Eisen aus der Mitte.
    Mit seiner immer noch von Feuer umhüllten linken Hand erhitzte er also nun das ins Auge gefasste Glied.
    Dabei strengte er sich an, um die Temperatur noch weiter zu erhöhen. Gleich danach zog er die Schüssel zu sich und legte den erhitzten Teil der Kette hinein.
    Sofort stieg unangenehm riechender Dampf auf. Danach nahm er das Metall wieder aus dem "Wasser" und wiederholte den Vorgang.
    Ein mal, zwei mal, drei mal ... bis der Inhalt der Schüssel vollständig verdampft war. Um Energie zu sparen, löschte er nun wieder das Feuer an seiner Hand.

    Danach musste er warten, denn das Eisen sollte aushärten und Risse bekommen.
    Die Zeit, die er hier mit Nichtstun und Warten verbrachte, fühlte sich wie eine Ewigkeit an.
    Als seine Geduld zu Ende war, tastete er die Kette ab. Er konnte zwischen dem von ihm bearbeiteten Glied und den anderen eindeutig einen Unterschied spüren.
    Da waren definitiv Risse drin. Seine rechte Hand ballte er nun zu einer Faust und umhüllte diese nun mit einem kleinen Manaschild.
    "Zäher wie die dickste Plattenrüstung" oder so ähnlich hatte es Pierce mal beschrieben. So sollte das Manaschild bei richtiger Anwendung zumindest sein.
    Dieses Schild um seine Faust würde den Schmiedehammer ersetzen. Hoffentlich war das Schild wirklich für physischen Kontakt ausgelegt.

    Wenn nicht, würde er sich bestimmt die Hand brechen und sein Ausbruchsplan wäre hinüber.
    Er schloss einfach die Augen und schlug auf das Eisen ein ... kein Schmerz. Noch einmal, noch einmal ...
    Geschafft! Mit einem lauten Klirren war das Eisenglied aufgesprungen und der junge Orc war FREI! Ja!
    Nein, eigentlich nicht. Er saß noch immer inmitten dieser vier Wände fest. Die Wahrheit war wieder sehr ernüchternd.
    Außerdem ging ihm langsam die Kraft aus. Er hatte zu viel Magie eingesetzt und er würde Schlaf und Nahrung brauchen, um sich zu regenerieren.
    Schlaf würde er hier drin genug bekommen, mit Essen und Trinken sah es hingegen schon ganz anders aus.

    Er brauchte einen neuen Plan. Ein Plan, bei dem er sich die Tatsache, dass er nicht mehr angekettet war, zu Nutze machen konnte.
    Durch die Wand würde er ohne Magie nicht kommen, die Tür hingegen könnte sich öffnen, ohne dass er dafür Kraft oder Magie einsetzen müsste.
    Eigentlich müsste er nur warten, bis jemand kommt. Dann müsste er sich ganz fest in ein Eck der Wand mit der Tür drücken und man könnte ihn nicht sehen.
    Zumindest so lange, bis die nicht geöffnet war, wäre er seinen Überlegungen nach unsichtbar, da der Türschlitz als Öffnung zum Durchsehen alleine nicht ausreichend war.
    Der Wärter würde bemerken, dass der Gefangene weg war, daraufhin hereintreten und Iz' würde dann das Überraschungsmoment nutzen, um ihn zu überwältigen.
    Das war sein neuer Plan. Entweder musste nun also ein Wärter sein "Fehlen" bemerken oder es musste Essen kommen.

    Ja, so war die Theorie seines neuen Plans. Aufgeben stand nun derzeit nicht zur Debatte.
    In der Praxis bedeutete das aber vor allem eines ... und zwar warten. Warten, warten, warten, bis sich wieder einer dieser Bewohner dieser fürchterlichen Stadt hierher verirren und auf die List des jungen Orcs reinfallen würde.
    Und so verging die Zeit ... da es immer dunkel war, konnte er nicht sagen wie viel Zeit verging, aber gemessen an seinem Hunger und seinem Durst könnten schon ein bis zwei Wochen vergangen sein.
    Das einzige was er manchmal hören konnte außer seine eigene Atmung war die ein oder andere Maus, die hier aktiv war. Ansonsten herrschte Stille, Leere ... es war zum verrückt werden.
    Zwischenzeitlich hatte er noch einmal überlegt, sich nicht doch mit einem Feuerball durch die Wand zu sprengen, aber inzwischen fehlte im sogar dafür die Energie.
    Würde er hier sterben? Hier in diesem dunklen Loch? Zu Unrecht bestraft? Wer weiß ...
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Nacht war sehr erholsam und am nächsten Tag ging es weiter mit der Holzbesorgung.
    Bald schon war das Holz auch zerteilt und wurde von einem Kodo zurück zur Feste getragen.
    Die Nordorcs überwachten alles und führten das Tier. Solche doch recht alltäglichen Tätigkeiten waren noch immer ein wenig ungewohnt für den jungen Sturmrufer.
    Aber mit dem Clan an seiner Seite lernte er Tag für Tag dazu. Mal sehen, was die Zukunft bereit hält.
    Wer weiß schon, wo es als nächstes hingehen würde?
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    von Iz'grim » 07.06.2018, 16:53

    Etwa eine Woche später wurde der Donnerbote auf ein neues Pergament im Versammlungsraum der Donneräxte aufmerksam.
    Es war von Urmug geschrieben worden und es war ein Auftrag für Donnerboten.
    In diesem Pergament wurde verlangt, sich nach dem Wohlbefinden einiger Verbündeter zu erkundigen.
    Sen'jin, Wegekreuz und Eschental. Alle diese Orte sollten aufgesucht werden, denn sie waren bewohnt von Koro'nus, dem Stamm der Sturmhufe und dem Schlachtenhymnenklan.
    Am nächsten Morgen nach dem Aaz'nodûm würde er nach Kalimdor aufbrechen, aber nun war es Zeit, zu schlafen.....

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Wie viel Zeit nun schon vergangen war, wusste er nicht und es war ihm auch einerlei. Mit geschlossenen Augen saß er zusammengekauert im Eck.
    Der junge Orc war ausgezehrt, schwach und inzwischen kaum mehr als Haut und Knochen, aber der Zorn und die Hoffnung auf Rache hatten ihn am Leben gehalten. Er war dem Ende mehr als nur nah.
    "Blop", "Blop", ............., "Blop", "Blop", "Blop", "Blop", ..... "Blop", "Blop", "Blop", "Blop", "Blop", "Blop", hallte es den leeren Gang entlang. Seltsamer Regen.
    Der angehende Magier musste trotz seines Umstandes lächeln, immerhin waren das die Geräusche, die auf Stein fallende Regentropfen verursachten, oder?
    Er konnte sich nicht mehr an das genaue Geräusch erinnern, aber es musste so ähnlich sein. Er freute sich.
    Gleich würde er zu trinken haben, vom Regen kosten. Voller Erwartung öffnete er den Mund, drehte den Kopf gen "Himmel" und streckte die Zunge heraus.

    Doch es passierte nichts. Wie konnte das sein? Der Regen war da, aber er traf ihn nicht? Er schloss den Mund und dachte nach.
    Moment .... er war doch hier gefangen ... in einem Gefängnis. Er dachte weiter ... in Gefängnissen regnet es eigentlich nicht ... woher kamen dann diese lauter werdenden Geräusche?
    Iz' hörte noch einmal genauer hin. Der Regelmäßigkeit nach könnten das auch Füße sein! Füße bedeuten Personen und Personen bedeuten ... FREIHEIT.
    Ein finsteres Grinsen machte sich bei den Gedanken an seinen bereits erdachten Plan in seinem Gesicht breit und er öffnete zum ersten Mal seit langem wieder die Augen.
    Schnell hob er die Kette an, die nun seit seiner eigenen Befreiung lose an ihm baumelte und sonst Geräusche beim Bewegen verursachen würde.
    Er huschte so schnell und geräuschlos es nur ging in die Mitte des Raumes, holte sich dort die schon lange leere Urinschüssel und zog sich wieder in sein Eck zurück.

    Die Schritte waren inzwischen näher gekommen, das bemerkte er nicht nur am Geräusch. Ein schwacher Lichtschein -wahrscheinlich von einer Kerze- war zu vernehmen.
    "Sie" waren nah. Und es waren mindestens zwei Besucher. Eher drei. Wahrscheinlich waren sie gekommen, um eine Leiche zu entfernen. Oh ... wie sie sich irrten.
    Plötzlich: Auf ein schnelles, aber lautes "KLICK", folgte das hässliche Quietschen der Zellentür. Für den jungen Orc war das jedoch in diesem Moment eher Musik.
    Das lange Leben bei so schlechten Lichtverhältnissen war nützlich gewesen. Er konnte gut erkennen, dass es der Kleidung nach eine dieser Wachen sein musste, die nun soeben hereintrat.
    Der Elf ging einen Schritt hinein und starrte auf die in den Boden eingefasste Halterung für die Kette, an der Iz' für geraume Zeit fest hing. Aber nun war da keine Kette und kein Gefangener...
    "Was ..." mehr brachte das Spitzohr nicht heraus. Der Gefangene handelte schnell: Er schnellte aus seinem Eck hervor und trat dem Elf in die rechte Kniekehle, wo keine Rüstung war.

    Daraufhin ging dieser in die Knie. Währenddessen packte der Orc die blecherne Schüssel mit beiden Händen am Rand und hob sie über seinen Kopf um auszuholen.
    Als der Wächter sich umdrehen wollte, lies Iz' die Schüssel mit aller Kraft wie eine Axt, die ein Stück Holz in zwei Teile spalten sollte, nach unten schnellen und traf den Elfen damit im Genick.
    Er hatte ein wenig Glück, wäre die Kante ein paar Zentimenter weiter weg eingeschlagen, hätte der Helm des Angegriffenen den Schlag weitestgehend abgeblockt.
    Aber er traf.Und zwar genau ins Schwarze, wodurch der Elf nach vorne umklappte und auch liegen blieb. Die Kante, die den Elfen traf, war nun stark eingedrückt.
    Schnell nahm der Junge die Schüssel in seine Rechte und nahm die Delle als behelfsmäßigen Griff her und packte sie dort fest und war bereit, erneut zuzuschlagen.
    " ....Zeit ...Wache...in Ordnung?" ertönte es von außerhalb der Zelle. Er verfluchte sich erneut, die Sprache dieses Volkes noch nicht so recht zu beherrschen.

    Aber es hörte sich nach einer Frage an. Vielleicht wurde die Person draußen ungeduldig und wollte hereinkommen? Er versuchte sein erschöpftes Schnaufen zu unterdrücken.
    Der angehende Magier machte sich erneut kampfbereit und ging wieder in sein von draußen von Blicken geschütztes Eck zurück.
    Schritte. Eine in eine Robe gehüllte gestalt bewegte sich behutsam herein und wedelte mit der Hand vor der Nase herum, wohl um die Luft besser ertragen zu können.
    "Was ....Geruch ... ", äußerte sich der neue Elf. Als dieser jedoch seinen Begleiter am Boden liegen sah, wurde er aufmerksamer.
    Iz' überlegte ... wie hätte er sonst sein Geschäft erledigen sollen? Kein Wunder, dass es für andere hier stinken musste, denn er hatte alles in der Ecke links vorne erledigt, zumindest so lange wie er noch was zu erledigen hatte.
    Er überlegte weiter ... diese Haare, diese Stimme, das könnte er sein. Das könnte genau dieser Elf sein, der Schuld daran hatte, dass er hier war!

    Es war derjenige, der ihn als Bücherdieb bezeichnet hatte, derjenige, der ... seinen Zorn mehr als jeder andere verdient hatte. Aber er hatte noch immer seinen Rücken ihm zugewandt.
    Noch konnte er ihn nicht töten. Er war zwar kein Krieger, aber ein Orc, das glaubte er jedenfalls und eine solche Tötung wäre unehrenhaft gewesen. Also beobachtete er stattdessen vor erst nur jede Bewegung des Elfen.
    Scheinbar hatte sein Widersacher nun den Grund für den Gestank entdeckt, denn er war an besagtem Eck angekommen und kniete sich dort hin.
    Die Ungeduld des jungen Orcs wuchs und er leckte sich über die schon lange vor Trockenheit aufgeplatzte Lippe. Wenn er sich nicht bald umdrehen würde, dann ...
    Doch er tat es. Wahrscheinlich hatte Iz' leises Röcheln ihn letztendlich doch noch verraten. "Ihr...lebt! Wie? Egal... ich beende das nun", spie ihm sein Gegenüber regelrecht ins Gesicht.
    Der Blutelf machte einen Schritt nach vorn und begann, zu zaubern. So, wie er es bereits einmal getan hatte.

    Dieses Mal allerdings würde der junge Orc nicht ausweichen können. Die Zelle war hierfür zu klein und sie standen nicht weit voneinander entfernt.
    Er packte die Schüssel in seiner Rechten noch einmal fester und analysierte seine Lage. Er hatte noch immer die Kette am Fuß und er war sowieso zu ausgelaugt, um den Weg mit einem Sprung zu überbrücken...
    Für einen Schildzauber hatte er ebenfalls nicht mehr genug Kraft über, dafür aber jede Menge Wut. Dann blieb da nurnoch eine Option ... er bemerkte, dass sein Gegner fast fertig war mit der Beschwörung.
    "NEEIINNNN", brüllte Iz' diesem ins Gesicht und wirkte mit einer schnellen Handbewegung seiner Linken einen Gegenzauber, der den Angriff des Elfen unterbrach.
    Jener wirkte sehr verwirrt. Scheinbar hatte er nicht verstanden, was soeben passiert war, denn er blickte recht verdutzt auf den kleinen Orc vor ihm.
    Der Gefangene nutzte diesen Moment aus und ging langsam, aber stetig auf den Elf zu und holte dabei mit der verbeulten Schüssel in seiner Rechten aus.

    Der Magieanwender vor ihm wich instinktiv einen Schritt zurück, allerdings konnte er wegen der Wand nicht weiter weg und saß nun fest.
    Erneut überkam ihn ein leichtes Grinsen. Ohne weitere Worte oder Vorwarnung schlug er ihm seine Waffe aus recht weichem Metall mit der letzten, ihm verbliebenen Stärke in einer kreisrunden Bewegung aufwärts ins Gesicht.
    Der Elf sank mit dem Rücken zur Wand stehend nun langsam zu Boden bis er saß. Blut lief aus seiner Nase und quoll auch aus seiner Lippe hervor. Er hustete leicht.
    Die Kraft hatte ihn zwar schon verlassen, aber nun konnte Iz' auf ihn herabblicken. Er schlug noch einmal mit einer kreisrunden Bewegung, aber mit der Rückseite der Schüssel, zu und traf nun die linke Seite des Gesichts des Elfen.
    Dieser spuckte erneut Blut ... und einen Zahn. Nun ging der Orc ganz nah mit seinem Gesicht an die verbeulte Visage seines Gegenübers heran und er sah Angst.
    Der Elf begann zu zittern und blickte ihn angsterfüllt an. Scheinbar fürchtete er um sein Leben. Er ging noch näher heran, dabei hielt er mit seiner Linken den Kopf des Elfen fest.

    Inzwischen waren sie nur noch wenige Zentimeter von einander entfernt, denn er wollte ihm direkt in die Augen sehen.
    Für einige, eine Ewigkeit lang wirkende Zeit starrte er ihn an und als er den bis vor kurzem noch so siegessicheren stolzen Elf so zitternd sah, erinnerte er sich an sein eigenes Versprechen.
    Er wollte kein Leben mehr nehmen. Zumindest nicht, wenn es nicht absolut dringend nötig war. Und jetzt war es sicher nicht nötig.
    Seinem Zorn würde er also nicht vollends nachgeben, auch wenn ihn sein Gegenüber wahrscheinlich verdient hatte. Er war kein Mörder.
    Außerdem wäre es sowieso nicht klug, in einer Stadt voller Blutelfen einen ihres Volkes zu töten. Eine solche Tat würde sein Schicksal wahrscheinlich besiegeln.
    Sein Gegner war definitiv kampfunfähig. Mit einem kraftlosen Tritt in den Bauch des Elfen beendete der junge Orc für sich den Kampf, während der Elf sich nun nach vorne beugte und sich vor Schmerzen winselnd festhielt.

    Der junge Orc blickte sich um. Es war nun zwar still, aber der Kerzenschein, der von außerhalb der Zelle kam, war geblieben.
    War da etwa noch jemand vor der Zelle? Eigentlich hatte er alle seine letzten Kraftreserven inzwischen aufgebraucht, aber es war egal.
    Er war hier fertig und müsste eh hier raus, also bewegte er sich langsam und kraftlos, während die Eisenkette am Boden entlangschleifte, aus der Zelle.
    Nun stellte er fest, dass er sogar so schwach war, dass er sich an der Türe festhalten musste, um beim Gehen nicht umzukippen.
    Und tatsächlich, da stand jemand. Die Person war ein wenig kleiner als die beiden Elfen eben, aber hatte genauso spitze und lange Ohren und trug auch eine Robe.
    Als er die Zelle endlich verlassen hatte, war vielleicht noch zwei Meter von der Person entfernt, welche gerade die schon vermutete Kerze samt Halterung auf den Boden stellte.

    Danach richtete sich die Gestalt wieder auf. Iz' hielt kurz inne. Wenn er friedlich nun einfach den Gang entlang weitergehen würde, dann würde man ihn vielleicht nicht aufhalten?
    Er drehte sich, um den Gang entlanggehen zu können und behielt dabei vorsichtig den Robenträger im Blick.
    Gerade, als er den ersten Schritt machen wollte hörte er: "PATSCH-PATSCH-PATSCH-PATSCH-PATSCH-PATSCH."
    Hatte die Person gerade Beifall geklatscht? Er war verwirrt. "Bravoooooooooooooo, noch maaaaaaaaaaal", jubelte die Frauenstimme.
    Das verwirrte ihn nur noch mehr. Sie setzte fort: "Nun mal im Ernst. Das war schon eine beeindruckende Vorstellung von dir, Kleiner. Das meiste konnte ich von hier draußen mit verfolgen und ich muss zugeben, dass ich schon länger nicht mehr so gut unterhalten worden bin wie gerade eben."

    "Was zum ...", stammelte der angehende Magier. "Eine Frage hab' ich jedoch. Lebt er noch? Falls dem nicht so wäre, müsste ich jemanden benachrichtigen, der dann traurig wird und dann wütend wird und dich dann TÖTEN wird, verstehst du das?" Nachdem sie zu Ende gesprochen hatte, nahm sie die Kerze wieder in die Hand.
    "Er ... ähh ... sie beide leben", gab der junge Orc zu verstehen. "Kluges kleines Monster, das war die richtige Entscheidung", war die Antwort, die er bekam.
    "Du musst wissen, der Herr in der Robe ist mein Schüler, weißt du? Wäre er gestorben wäre das nicht so gut für dich und auch für mich nicht, denn als Magistrix muss ich auf ihn aufpassen."
    "Mhrm ... dein Schüler ist ... äh ...", hechelte Iz' erschöpft. "Ich weiß, aber ich sorge nur für die Weiterbildung seiner magischen Kenntnisse, nicht etwa für eine Weiterbildung seines Wesens, wobei er mit der heutigen Lektion doch etwas dazugelernt haben dürfte ... Allerdings ... muss ich ihm bei einer Sache schon recht geben, denn du stinkst wirklich. Aber nun komm' erst einmal mit. Du musst ein Bad nehmen."

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Fast eine Woche war vergangen seit seinem letzten Traum kurz vor seiner Abreise und er war sehr froh darüber.
    Seinen ersten offiziellen Auftrag als Donnerbote würde er rückwirkend wohl als Erfolg verbuchen.
    Er hatte Trolle in Sen'jin, Tauren am Wegekreuz besucht und auch versucht, den Anführer des Schlachtenhymnenklans zu treffen.
    Dank seiner Portalmagie hatte er sogar das Gefühl, doch für diese Position im Clan geeignet zu sein und auch gebraucht zu werden. Das gefiel ihm sehr.
    An einer Sache müsste er aber noch arbeiten: Seiner Ortskenntnis. Kalimdor war ein hartes Pflaster wenn man nicht wusste, wohin die Reise gehen sollte.
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    von Iz'grim » 15.01.2019, 12:33

    Er hatte seine Reise nun endlich beendet. Die Wache hatte ihn gar nicht wiedererkannt und hätte ihn auch nicht hereingelassen, wäre da nicht der Nordorc "Kadurshak" erschienen.
    Der Wache nahm es der Donnerbote aber ganz und gar nicht übel, immerhin kam er nicht im besten Zustand zuhause an. Er trug nur ein paar Fetzen am Leib und war auch nicht bei bester körperlicher Verfassung.
    Der Krieger, den der Iz'grim noch nie gesehen hatte, ließ ihn aber trotz der Tatsache, dass man sich nicht kannte, herein und bat ihn zur Flamme, wo bereits Bashek und eine Blutelfe mit dem Namen "Min" saß.
    Er war lange weg gewesen und hatte daher viele Fragen an die Anwesenden. Leider konnten nicht alle diese Fragen zu seiner Zufriedenheit beantwortet werden.
    Der Wechsel des Kriegshäuptlings und der neu entflammte Konflikt mit der Allianz war nichts im Vergleich mit der Tatsache, dass einige, ihm sehr wichtige Nordorcs, Familienmitglieder verschollen waren.
    Da ihn seine (Zeit-)reise mehr strapaziert hatte, als gedacht, suchte er nach einer kurzen Zeit des Beisammenseins schon seine Kammer auf, um dort nach dem Rechten zu sehen und um sich zu erholen.
    Die Anwesenheit des Spitzohrs hatte ihn sehr verunsichert. Nachdem er die schlimmsten Staubgeschwader beseitigt hatte, fiel er sofort in einen tiefen und festen Schlaf.

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    "Hopp, Hopp, etwas schneller, wenn ich bitten darf. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit," meinte Talarya mit ihrem immer belustigten, herausforderndem Unterton in der Stimme.
    Anfangs war sie noch sehr nett gewesen zu ihm, aber nach einiger Zeit hatte sie ihm gegenüber ihr wahres Gesicht gezeigt und seitdem plagte sie ihn mit allerlei Aufgaben.
    Er stand zwar in ihrer Schuld, da sie ihm, nachdem er das Gefängnis verlassen hatte, vor dem Tod bewahrt hatte, aber langsam hatte er genug.
    Das Bücherschleppen war noch eine der besseren Tätigkeiten. Er redete sich ein, dass ihm das mächtige Muckis bereiten würde, je mehr Bücher er diesen Turm hinauf- und wieder hinabtragen musste.
    Ebenfalls zu seinen Tätigkeiten gehörend waren das Putzen und das Reinigen diverser Ortschaften, wo auch immer sie sich gerade aufhielt. Inzwischen hatte er sogar eine Kategorisierung für all den Dreck.
    Da wäre: Magie-Schmutz, Faulheits-Schmutz, also z.B. Essen, das bei einer Unterhaltung fallengelassen wurde, Dreck-Schmutz, also normale Verunreinigungen wie Staub oder Erde und es gab Fäkal-Schmutz.

    Dafür, dass die Elfe so penibel auf Reinlichkeit bestand, machte sie ganz schön viel Schmutz, aber so waren sie alle, diese Blutelfen.
    Hinzu kam, dass er immer dieses lange Gewand tragen musste samt Kapuze. Sie war immerhin ehrlich genug gewesen, ihm zu sagen, dass die Kleidung sein wahres Aussehen verschleiern sollte.
    Es gab eine Art von Wesen, die es noch schlimmer getroffen hatte. Es waren die Gnome, welche so grün waren, dass er sie anfangs noch für Goblins gehalten hatte.
    Die zu ihrem Pech hier gelandeten, sogenannten Lepragnome, waren in der Hierarchiestruktur noch unter ihm. Das war es dann aber auch schon.
    Es gab aber auch Positives an diesen Elfen. Dadurch, dass sie ausgiebig, viel und gut speisten, blieb auch immer mal wieder ein Teil des guten Essen für ihn übrig.
    Im Vergleich zur Unterstadt war das Essen und die Luft aber auch schon die einzige Verbesserung für ihn. Der Rest war nur schlimmer geworden.

    Eigentlich war er noch immer im Gefängnis, nur war diese Variante etwas größer. Wann immer er jedoch unbeobachtet war, lieh er sich Bücher aus, zu den verschiedensten Themen.
    Werke über Themen wie Architektur, Geschichte, Handwerk, aber am liebsten waren ihm diejenigen Bücher über Magie. Die "Sin'dorei" hatten es sogar geschafft, ihre Arroganz auf Papier festzuhalten.
    Aber eigentlich interessierte ihn nur ein Buch, und zwar: "Die Schulen der arkanen Magie - Transmutation". Das war das Buch, das Pierce ihn mitnehmen ließ, bevor er die Unterstadt verlassen musste.
    Der junge Orc suchte immer wieder danach, wann immer ihm sich eine Gelegenheit dazu bot. Er hatte davor noch nie etwas geschenkt bekommen und er wollte es auch nicht wieder abgeben.
    Bisher aber hatte er es nicht wiedergefunden. Vermutlich war es im Besitz des rothaarigen Elfen, den er in der Gefängniszelle ordentlich vermöbelt hatte.
    Dieses von ihm besonders gehasste Individuum hatte er aber seit dem nicht mehr wiedergesehen, was durchaus Fragen aufwarf, immerhin hatte Talarya den Rotschopf als ihren Schüler bezeichnet.

    Und dann waren sie geschafft, die eintausendeinhundertsechsundsiebzig Stufen des Turms. Oben angelangt wurde er mit einer Ladung versiegelter Schriftrollen hinabgeschickt, wobei er mit weiteren Büchern zurückkehren sollte.
    Auf dem Weg hinab fragte er sich, warum er Schüler und Lehrerin nie zusammen sehen konnte. Pierce und er hatten immerhin schon einiges an Zeit miteinander verbracht. In seinen Augen war das verdächtig.
    "Warum habt Ihr eigentlich noch einmal dieses ........ bei Euch," wollte ein äußerst glamourös gekleideter Herr von Talarya wissen.
    "Na ganz einfach: Weil ich, um es zu ......., mir ............... drei Lepragnome ........ müsste. Und kostenlos war es auch noch", antwortete die Magistrix, woraufhin beide in schallendes Gelächter ausbrachen.
    "Ja, da habt Ihr .... recht. Das könnte ... ...... sogar wert sein." "Welches .....?" "So unter uns: Ich habe gehört, dass es schon einen jungen Herrn ..... hätte und wertvolle ....... gestohlen hat."
    "Neeein, wie ...... ... .... darauf. Der junge Herr, den Ihr meint, lebt und war bis .................. mein Schüler. ..... ...Schande ..... Niederlage zu ........, .......... Familie das Gerücht ......., ...... gestorben..., wobei er nun nur noch zuhause ......... wird. Ah, und was den Diebstahl angeht ... Diese Sache ist noch nicht ......, aber es handelt sich um ein Buch, nicht um ........"

    "Ich verstehe, dann hattet Ihr ja ......... ........, so einen ............. und ........... Diener zu finden, der ..." danach war der junge Orc außer Hörreichweite.
    Ob die beiden wohl wussten, dass er inzwischen so Einiges von dem verstehen konnte, was gesprochen wurde? Thalassisch war etwas schwieriger zu erlernen als die Gemeinsprache, aber es wurde langsam besser.
    Es wäre auf jeden Fall einfacher für ihn, das zu tun, was er wollte, solange er noch unterschätzt wurde. Er grinste, als er die ganzen überraschten Gesichter vorstellen musste.
    Mithilfe der Arroganz der Elfen und etwas vorgegaukelter Dummheit würde sich diese Illusion aber auch ganz ohne Magie noch für eine ganze Weile aufrecht erhalten lassen.
    Und obwohl ihn die Tatsache, dass er unterschätzt wurde, einen Vorteil brachte, wuchs genau deswegen und wegen der Zwangsarbeiten, die er verrichten musste, tief in ihm sein Zorn auf die Elfen an.
    Es war ein schleichender Prozess. Tag für Tag, Wort für Wort, das man an ihn richtete, stieg die Wut auf diese sogenannten Sin'dorei.

    Als er unten angekommen war, nahm er, nachdem er vorher einmal nach seinem Folianten geschaut hatte, den hoffentlich vorerst letzten Stapel Bücher an sich und machte sich wieder auf den Weg nach oben.
    Dem Stand der Sonne zufolge musste es inzwischen schon Nachmittag sein. Je weiter er aber nach oben kam, desto mehr und lauter waren Stimmen zu hören.
    Den Worten nach, die er verstehen konnte, wie zum Beispiel "Magister, Adel, Bürger und Silbermond", trafen sich gerade eben wohl politisch Interessierte. Wofür sie dazu die ganzen Schriftwerke brauchten, vermochte ihm nicht einzufallen.
    Die Elfen, die zum Großteil durch Teleportation gerade eintrafen, waren allesamt gestriegelt und gepflegt. Ihre Körper wirkten nur wie Halterungen für den Schmuck und die feinen Stoffe, die sie trugen.
    Wichtige Personen mussten das sein, sie allesamt. Als Talarya ihn sah, deutete sie ihm mit einer kurzen Geste an, wohin dieser Stapel Bücher gebracht werden sollte.
    Als sie danach ins Orcische wechselte, um mit ihm zu sprechen, zog sie damit so einige, angewiderte Blicke auf sich: "Du kannst nun gehen. Unten sind ein paar Kinder der hier Anwesenden."

    Während sie dies sagte, blickte ihn die Magistrix streng an. Er wusste genau, was dies zu bedeuten hatte: Für Vorkommnisse jeglicher Art würde er seinen Kopf hinhalten müssen.
    Dank seines übergroßen Gewands konnte er mit seinen Augen noch einmal unbemerkt den Raum durchkämmen, ehe er sich auf den Weg nach unten machte, schon wieder.
    Als er den hier Versammelten den Rücken zukehrte, konnte er ihre durchbohrenden Blicke auf sich spüren. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl, das ihn begleitete bis er unten angelangt war.
    "Kinder" hatte sie gesagt. Ihm schoss nun gerade durch den Kopf, dass das bei diesem Volk so einiges bedeuten konnte, da sie angeblich zwanzig Mal so alt wie Orcs werden konnten.
    Talarya selbst war angeblich schon über 200 Jahre alt und benahm sich oftmals noch ziemlich "jung" wie er fand. Ihm graute es jetzt schon vor diesen "Kindern".
    Als er die letzte Treppenstufe bewältigt hatte, überwog vorerst einmal das Gefühl der Erleichterung in ihm. Danach musste er an den Wachen vorbei, um nach draußen zu gelangen.

    Vorsichtig schaute er zuerst nach links und dann nach rechts in der Hoffnung, dass keine dieser "Kinder" zugegen waren, aber die Hoffnung starb zuerst.
    Er konnte überall Elfchen sehen, die sich in drei kleineren Grüppchen zusammen gefunden hatten. Für Kinder waren sie allesamt schon ziemlich groß, fand der junge Orc.
    Vereinzelt konnte er auch ein paar Wachen sehen, welche den Platz mit strengen Blicken überschauten und wahrscheinlich für die Sicherheit des Nachwuchses zuständig waren.
    Die eine Gruppe, bestehend aus drei Jungs und einem Mädchen, die in leichte Schutzkleidung gehüllt waren, schien mit Waffen aus Holz zu trainieren oder auch nur herumzualbern. So genau konnte er das nicht beurteilen.
    Die andere Gruppe war von mehreren Wachen umgeben. Er konnte nur wenige Blicke auf die Heranwachsenden erhaschen, konnte aber dennoch sehen, dass die Elfen dort von der Größe her "echte Kinder" zu sein schienen.
    Dann war da noch die Gruppe Nummer drei, welche von fünf Spitzohren in langen, dezent geschmückten Gewändern gebildet wurde. Der Frauenanteil überwog hier.

    Ein fester Tritt in seinen Rücken beendete seine Observation und er stolperte mitten auf den Platz, ehe er über sein viel zu großes Gewand fiel und eine grandiose Landung auf dem steinernen Boden hinlegte.
    Er drehte sich wütend um und wollte sich zuerst lautstark beschweren, bemerkte dabei aber, dass er wohl eine ganze Weile im Eingang zum Turm gestanden hatte und die Wache die Tür aufhalten musste.
    Der Schmerz verging schnell. Danach rappelte er sich sogleich auf und klopfte sich so theatralisch wie er das bei den Blutelfen schon gesehen hatte, den Staub vom Gewand.
    Das Kämpfergrüppchen hatte ihn scheinbar noch nicht bemerkt und die Wachen vor der Kleinkindergruppe machten auch keinerlei Anstalten. "Sehr gut", dachte er sich.
    Solange man ihn nicht bemerkt hatte, würde er den direkten Weg zu seinem Zimmer nehmen und von hier verschwinden. Dort warteten noch zwei "ausgeliehene" Bücher auf hin. Voller Vorfreude machte er den ersten Schritt.
    Urplötzlich prallte vor seinem Fuß ein kleines, kugelförmiges Geschoss aus Eis auf den Boden. Der Flugbahn nach war es von ... er schaute sich um ... dem, hm natürlich, vom Zauberstabgrüppchen gekommen.

    Er seufzte, da man ihn wohl doch bemerkt hatte. Die paar Halbstarken hatten sich inzwischen in Bewegung gesetzt und steuerten auf ihn zu.
    So eine ähnliche Situation hatte er schon einmal im Waisenhaus von Orgrimmar erlebt. Dieses Mal erwartete er aber keine Tracht Prügel, sondern etwas anderes und er wusste nicht, was es war.
    Dieses unbekannte Element bereitete ihm Angst und Sorgen. Er bemühte sich, nach außen hin "cool zu bleiben" und wartete mit verschränkten Armen bis sie zu ihm aufgeschlossen hatten.
    Sogar als sie sich im Kreis um ihn herum aufstellten, verharrte er regungslos auf der Stelle und gab keinen Ton von sich. "Wer bist du, ....." wollte einer der beiden Jungs von ihm wissen.
    Der Orc gab aber keine Antwort, immerhin hatte er eine Illusion aufrechtzuerhalten. "Na los," forderte das Mädchen hinter ihm und pikste ihm mit ihrem Finger in den Rücken.
    "Iiiiiiih, du hast es angefasst. Was ist , wenn du nun .... wirst", sprach der andere der beiden Jungen. "Nimm doch den her, hier, so geht das", fügte er hinzu und demonstrierte, was er meinte, indem er Iz'grimar mit seinem Zauberstab in die Hüfte stach, um ihm einen Ton zu entlocken.

    Als das auch nicht dabei half, ihn zum Sprechen zu bringen, nahm das Mädchen, das ihm frontal gegenüberstand, ihren Zauberstab zur Hand um ihm seine Kapuze vom Kopf zu heben.
    "Bäh, ist das Ding hässlich, aber ein .... ist es nicht. Was dann ..." fragte die Göre in die Runde. "Vielleicht ein .... oder ein besonders ..... ...... ,haha", meinte der Junge, der ihn zuvor gepikst hatte, zu wissen.
    Ein Mädchen mit etwas dunkleren, braunen Haaren warf ein: "Wisst ihr was? Ich glaube, dass es uns einfach nicht verstehen kann, das kleine ...."
    "Irgendetwas hätte es trotzdem sagen können, zum ..... ein ..... Worte in seiner .... Sprache", meinte der Bengel, der in etwa die Größe von Talarya hatte.
    "Kann sein, vielleicht hat es sich vor Angst ....., hihi", gab das blondgelockte Mädchen, das ihm die Kapuze vom Kopf getan hatte kichernd von sich.
    "Aaaalso. ICH. BIN. ....." Während sie das langsam sagte, deutete sie dabei mit dem Zeigefinger auf die Brust. "Goldlöckchen bist du, Goldflöckchen", übertönte der junge Orc die Elfe gedanklich.

    Bisher hatte er nicht gesprochen, sich nicht bewegt und auch seine Mimik war unverändert geblieben. Das änderte sich nun, denn er hatte genug. Er wollte hier weg.
    Er warf dem Elfchen den tödlichsten Blick zu, den er auf die Schnelle zustande brachte und setzte sich in einer langsamen Bewegung seine Kapuze wieder auf. Danach machte er einen einzigen Schritt nach vorne.
    "Woah, ruhig." "Vielleicht hast du es verärgert, hihi." "Was wird das?" "Hm..." "Das ist aber nicht nett." Jeder aus der Gruppe um ihn herum sprach gleichzeitig.
    "Du verstehst schon, was das ist", fragte Goldlöckchen ihn und hielt dabei drohend ihren Zauberstab hoch. "Ah, natürlich, du verstehst ja nichts ....vielleicht aber das"
    Zur besseren Demonstration machte die Elfe eine schwungvolle Geste mit ihrer Hand und brachte ihr magisches Stück Holz dazu, eine kleine Flamme gen Himmel zu schicken.
    Davon gänzlich unbeeindruckt verschränkte der Eingekreiste wieder beide Arme vor seiner Brust und stieß Luft durch seine Nase aus.

    "Ich glaube, dass er nicht mal DAS versteht", gab einer der Jugendlichen belustigt von sich. "Wie wäre es dann ... HIERMIT", zischte Goldlöckchen und schoss mit ihrem Zauberstab eine Flamme auf den Orc vor ihr.
    Aufgrund der geringen Distanz landete sie einen direkten Treffer. Das Feuer fraß sich sofort durch die Robe und das darunterliegende Hemd und traf dann auf seinen ungeschützten Bauch.
    Der Schmerz war ertragbar. Mit ein paar hastigen Handbewegungen später war das Schlimmste auch schon überstanden. "Und wie hat das geschmeckt", wollte sie von ihm wissen.
    Als Antwort überbrückte er die geringe Distanz zwischen den beiden und schob sie unsanft beiseite. Danach begann er, ohne sich umzudrehen, zu rennen. "Heeeeeeeeeeeey, bleib' da", konnte er noch hören.
    Einige magische Geschosse flogen an ihm vorbei, darunter auch Frost- und Arkanzauber. Dem brennenden Schmerz auf seinem Rücken nach, war Goldlöckchen etwas zielsicherer als ihre Freunde.
    Um die Treffer, die sein Rücken einstecken musste, würde er sich später kümmern. Er rannte einfach weiter, immer weiter und weiter ...

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    Als er aufwachte, war er sehr hungrig. Bei der ganzen Fragerei an der Flamme am Abend zuvor hatte er völlig vergessen, etwas zu essen.
    Es war kein schöner Traum gewesen, aber die Tatsache, dass er überhaupt wieder einen Traum hatte, war gut. Es bedeutete, dass alles wieder normal war ... hoffentlich.
    Urmug, Karula, Dabu'ka. Sie alle schienen fort zu sein. Warum? Er würde wohl Donnerkrieger Starkfang aufsuchen müssen, immerhin er würde bestimmt wissen, wo zumindest Karula sich nun aufhielt, oder nicht?
    Gedankenverloren suchte er den Raum nach etwas Bestimmten ab . Ah, da war sie, seine Angelrute. Er musste den Kopf frei bekommen. Zu viel war passiert, das er verarbeiten musste.
    Er nahm auch den eingestaubten Hut mit, den er schon immer lustig fand. Es hieß, es sei ein spezieller Angelhut. Beim Gedanken daran musste er grinsen, denn er hatte einfach nicht genug Phantasie, sich vorstellen zu können, dass das Kleidungsstück etwas mit seinem Angelerfolg zu tun haben könnte.
    Danach machte er sich auf den Weg zur Küste.


    OoC: Und hiermit endet der Einfluss meiner circa einmonatigen Zeit auf einem anderen Server auf die Lebengeschichte meines Charakters.
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