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Gazahk (ein Nordorc kehrt zurück)
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    Gazahk
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    Gazahk (ein Nordorc kehrt zurück)

    von Gazahk » 04.06.2018, 10:41

    [center]Bild[/center]

    [center]Wieder im Kreise seines Rudels:[/center]

    Gazahk, ein alternder Nordorc, kam vor kurzem von einer langen Reise zurück zu seinem Clan. Er war auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die er nicht mal formulieren konnte. Zuerst begab er sich in die Heimat seiner Ahnen, nach Draenor. Doch dort wurde er nicht fündig. Weshalb er sich in den hohen Norden begab. Er bestieg mit seiner treuen Wölfin Reka die hohen Berge. Die Wölfin war bepackt mit vielerlei Dingen, die beide zum Überleben brauchen würden. Der Orc selber trug außer einem Lendenschurz und Stiefel aus dickem Fell nichts am Leib. Als beide entkräftet einem der Gipfel nahe kamen, der Wind peitschte ihnen dicke Schneeflocken entgegen, hörte der Orc ein Brüllen. Er bahne sich seinen Weg durch den hüfthohen Schnee. Seine Pranken schmerzten vor Kälte. Er hielt auf das immer lauter werdende Gebrüll zu.

    Von dieser Begebenheit erzählt der Orc den Welpen, die allesamt zusammen im Hof der Donnerfeste in den Sümpfen des Elends an der Flamme Donneraxt saßen. Die Welpen, von den jüngsten bis hin zu denen, die kurz vor der Ausbildung in der ersten Grube standen, lauschten den Worten aufmerksam. Die Jungen achteten gewissenhaft darauf, dass der Krug des Kriegers niemals leer wurde.

    Mit weit aufgerissenen Augen und ausfallenden Gesten erzählte der Veteran die Geschichte so spannend er es konnte.

    "Dahz Brüllän sen emmer lauta gewordn, aba weghn dah Schnee konnt egh nubwahz glubschn. Dah Frozt beizzt mer in mere Prankn unn dah ganzn Körpa. Plötzlegh springt mer än weizza Bär an. Än Oger von änem Bär!" Gaz streckt die Arme nach oben."So än riezzän Brokkn sen dahz wezn. Doppelt so grohzz we egh, mindäztenz!". Der Erzähler schaut nacheinander den Zuhörern in die Augen. "Ea magh mer än Schädel me ash Prankn'hieb von mer Schultarn moschn... aber nub me mer. Egh pack em an de Schnauzn unn reizz em dahz Maul af. Da beizzt er mer in deh Schulta. ARGH."

    Die jungen Orcs rutschen vor Aufregung auf ihren Sitzplätzen hin- und her.

    "Egh flakk ahlzo me'de Rükkn afm Bodn, dea Bär drüght mer me deh Prankn af deh Bruzt. Ea brüllt so laut, dahz mer deh Lauscha zaspringen. Kurz bevor ea mer in mer Schädl beizzt hör egh dahz Heuln von Reka, deh segh auf den Bärn stürzzt unn am Genick rumbeizzt. Egh spring af az dah Feind abgelenght sen unn prügel so schwer egh kann in sen Gesight. Nach äniger Zäht geht ea zu Bodn unn schnauft dahz letzte mal az."


    Der Orc hällt inne in seiner Erzählung. Er betrachtet die erleichterten Gesichter der Welpen. Nachdem er einen vollen Krug Donnerschnappz ausgetrunken hatte sprang der älteste Welpe auf um den Krug wieder zu füllen. "Throm" sagt Gazahk leise, als dieser den neuen Krug bringt. Mit einem kurzen Wink deutet er ihm an, sich neben ihm einen Platz zu suchen.

    "We sen ez dann weita gegangn" will die Meute wissen.

    Gazahk spricht nun ruhig und gelassen. "Egh hab än Knoghnmezza genomm'n unn äm Bär än Wanzt afgeschnittn, da'me egh mer Prankn im warm'n Innarän wärmen kann. Dea Duft von frischn Grom hadh mer Grom en Wallungh gebraght. Egh hab än Ahnen gedankt unn me än Schale Grom gesoffn. Me än paar Ledadekkn än Untaschlupf aufgestellt unn än Feua gemaght. Fleisch zureght geschnittn unn me Reka geteilt. Naghdem me allem unn razztn fertigh wezn sen... de Sughä war augh fertigh. Egh weihzz nun wo mer Plazz sen. Be mer Clan. Unn soh sen dah Gazahk auf Reizn gewezn unn dogh zurükk gekomm'n."

    Die Welpen, die die ganze Erzählung über so still waren wie sie nur konnten, brachen plötzlich mit Fragen über Gaz herein. Der Erzähler hob nur die Pranke beschwichtigend und sagte ruhig: "Dahz blah egh ogar dahz näghzte Mal. Sen zäht uur ogar frezzn unn razztn. Unn emmer af ogar Mak'hai unn Vor'gash hörn, sonst holt ogar URUK Starkfang!". Bei den Worten liefen alle schnell nach hause, nur die ältesten Jungorcs eilten sich nicht so ab. Diese wünschten dem Veteranen eine gute Nacht und gingen dann auch zu ihren Schlafplätzen. Der älteste Welpe schenkte dem Erzähler noch einmal nach und brauchte auch was zum Frezzen mit.

    Er fragte den Orc: "Sen dahz wirkligh so gewezn?"
    Gaz antwortete: "Nub nub... der Bär sen viel grözza gwezn en eght." und schaut dazu übertrieben ernsthaft. Der Vor'gen musste lachen und ging nun auch nach Hause.

    Man hörte noch lange das kehlige Lachen des zurückgekehrten Nordorcs.


    EDIT:
    Bilderherkunft: Pixabay.de[center][/center]
    Zuletzt geändert von Gazahk am 06.06.2018, 13:09, insgesamt 2-mal geändert.
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    von Gazahk » 06.06.2018, 13:06

    [center]Kolar unn Gazahk in dah Grube (Ausbildung Kolar; gemeinsam verfasst):[/center]

    Ein junger Nordordc steht am Rand einer Grube. Ein leichter Windhauch bringt Kolars Kleidung zum flattern. Er atmet tief ein, um seine offensichtliche Nervosität unter Kontrolle zu halten. Viele Schlachten hat dieser Orc noch nicht bestritten. Er umklammert seine beiden Streitkolben fest mit seinen Pranken, bevor er beherzt einen Sprung wagt…

    Daneben steht der hünenhafte, erfahrende Nordorcenkrieger Gazahk, der Kolar um über einen Kopf überragt. Sein Körper ist übersäht von Narben. Die Axt, die er mit Leichtigkeit in nur einer Pranke schwingt, ist so groß, dass diese von den meisten hätte beidhändig geführt werden müssen. In der Anderen hält er einen riesigen mit Nieten und Stacheln bewehrten Schild. Er ist konzentriert, atmet gleichmäßig und ruhig.

    „Wenn dhu nub mear kannzt bleib änfagh liegn. Were sen nub hia, da’me ash sen Gromash varliert” sagte der Alte zum Jungen. „Unn dhu sollzt augh nubmand uur emmer niederstrekkn!” Kolar nickte. „Aka’magosch“

    Es ertönten Trommeln, die langsam ein tiefes Wummern erzeugten. BUMM, BUMM, BUMM. Die Abfolge der Töne wird immer schneller bis diese in einem gemeinschaftlich lauten Ton plötzlich aufhörten und sich zeitgleich das schwere Holztor vor ihnen öffnete.
    Als sie den weitläufigen Ring betreten, der von einer mehrstufigen Tribüne eingesäumt wurde, erschallte lautes Getöse von den Orcs, die dort als Zuschauer platz genommen haben. Das ganze Bauwerk wird von einem zeltartigen, aus Rohleder zusammengenähten, Tuch abgedeckt. Mehrere Säulen, die aus der Kampffläche emporragen tragen die Hauptlast dieser Konstruktion.

    „Me’komm“ bellte Gazahk und schritt selbstbewusst in den Ring. Kolar folgte ihm. Direkt gegenüber kamen, aus einer eigenen Grube zwei andere Orcs heraus und hielten auf sie zu. Einer, der Ältere von ihnen, war mit einer großen mit Stacheln besetzten Keule bewaffnet und trug dazu einen großen Schild. Der andere trug einen kleinen Rundschild, ein am Rücken befestigtes Schwert, sowie einen Speer.

    Die Menge tobte, als die Orcs nur noch ein paar Meter von einander entfernt zum stehen kamen und sich wüsste Beschimpfungen um die Ohren warfen. Die Trommeln fingen wieder an den langsamen, gleichmäßigen Ton zu spielen. Alle vier Kämpfer nahmen einen festen Stand ein und machten sich bereit...

    Ein Horn ertönte und sofort sprangen Gazahk und der andere erfahrene Orcs nach vorne.
    Die beiden Orcs hackten und traten gegenseitig aufeinander ein. Es hatte jedoch den Anschein, als könnte keiner die Verteidigung des anderen überwältigen. Der Schild, in den sich die riesige Axt fraß, drohte langsam unter den mächtigen Hieben nachzugeben. Jedoch war es Gaz’ Schild, von dem die Stachelkeule abrutschte und seinen Oberschenkel durchbohrte. Er keuchte und stöhnte kurz wegen des Schmerzes auf, kämpfte dann aber weiter. Blut tropfte von seinem Oberschenkel und rann das Bein entlang hinab. Beide Orcs versuchten mit einem Schildschlag den jeweils anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen.

    Die Schilde der beiden Orcs prallten laut krachend gegeneinander, als die beiden Orcs versuchten, mit wuchtigen Hieben den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie prallten dabei krachend mit vollem Gewicht gegen die eigenen Schilde.

    Während die beiden erfahrenen Orcs versuchten sich gegenseitig umzustoßen griff der Speerträger Kolar an. Dieser benutze nicht die rohe Gewalt der anderen beiden Kontrahenten, sondern versuchte den jungen Orc mit vereinzelten Stichen zu verwunden. Kolar, selber eher leichtfüßig als brachial, wich jedem der Angriffsversuche leicht aus und wartete geduldig auf seine Gelegenheit zu einem Gegenangriff.

    Gazahk, der den Druck seines Gegenüber leicht standhalten konnte, ließ sich unvermittelt einen Schritt zurückfallen und duckte sich leicht ab, was dazu führte, dass sein Gegner, der weiter mit voller Härte gegen den riesigen Orc drückte, auf dessen Schild gewuchtet wurde. Der Nordorc richtet sich blitzartig auf und drückte seinen Schild nach oben, so dass der Andere weit über ihn geworfen wurde und krachend zu Boden fiel. Gaz schnaufte wie ein Grollhuf, die Menge tobte. Er ging langsam auf den am Boden liegenden Orc zu und umklammerte seine Axt mit festem Griff. Kurz bevor er dort ankam versuchte der Jüngere ihn mit dem Speer zu treffen. Ein warnender Ruf von Kolar lies ihm jedoch genug Zeit den Schild hochzureißen. Mit einem lauten klirrenden Geräusch prallte der Speer von einer der Nieten ab.

    Kolar nutzte den Zeitpunkt, machte einen großen Satz nach vorne und hieb etwas zu zögerlich mit seinen Streitkolben auf den Gegner ein. Er traf diesen noch an der Schulter , bevor er sich wegducken und seinen Schild zum Schutz hochreissen konnte, um die Hiebe abzuwehren. Kolar ließ wieder von ihm ab und schaffte einige Schritte Distanz zwischen ihnen.

    Gazahk war nur noch wenige Schritte von seinem Gegner entfernt, der immer noch benommen am Boden lag. Der stehende Orc warf seinen Schild weit weg und hält die Klinge seiner Axt an den Hals des Besiegten. „Sen schleght gefall’n, eh?“ fragte Gaz.
    „Yubh, mer Genikk sen vaboghn.“ Antwortete der Andere. Gaz nahm die Axt weg und streckte ihm eine Pranke entgegen, die am Unteram gepackt wurde, um leichter aufstehen zu können. Blut tropfte von der Stirn. „Wahz sen dahz uur än Ogadrekk wezn?“ stammelte der Orc zu Gazahk. „Sen ghud genugh uur der wezn“.

    Der jüngere Orc, der sichtlich an der Schulter verletzt war, stand auf und nahm sein Schwert in die Hand. Er verzog dabei das Gesicht vor Schmerzen. Kolar bereitet sich auf einen Angriff vor und nahm eine offensive Kampfhaltung ein. „Kolar, lahz ghud sen. Sen genugh uur diezän Dagaz“ sagte Gaz, der den anderen Orc stützte. Verwundert schaute der Schwertkämpfer zu den beiden, steckt dann aber sichtlich erleichtert sein Schwert wieder weg.
    „Dhu hazt dha än ghud’n Jung’Orcn me dabeh.“
    „Yubh, sen flinkk unn benutzt sen Schädl. Sen nur nogh än kleina Schizza“..

    Die beiden Veteranen verlassen unter tobenden Rufen der anderen Orcs zusammen die Arena, währen die Jungen noch die Waffen und Schilde aufsammelten um dann den Anderen nachzueilen.
    Zuletzt geändert von Gazahk am 13.06.2018, 12:47, insgesamt 1-mal geändert.
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    von Gazahk » 13.06.2018, 07:37

    [center]Reka, meine Reka[/center]

    Nach einem ausgiebigen Morgenmahl ging Gazahk gut gelaunt über den Festungshof zu den Offenställen. Reka, seine Reitwölfin seit Kindheitstagen, sprang ihn sofort freudig an. Sie drückte ihm die Pfote auf die Schulter und leckte ihm übers Gesicht. Der Orc lachte dabei aus vollem Halse und tätschelte ihre Flanke. Die beiden verstehen sich sehr gut. Das liegt unter anderem auch daran, dass beide zusammen viel erlebt haben. Der Vorgash von Gaz meinte immer, dass Reka zu verspielt und gutherzig sei für einen echten Reitworg. Das ist dem Orc immer egal gewesen. Die Wölfin war immer ein treuer und zuverlässiger Begleiter.

    Reka fing an Gazahk mit der Schnauze zu stupsen. Immer wieder und immer fester. Der Krieger erwiederte den Druck mit den Pranken und schon bald fanden sich beide in einem Ringkampf wieder, bei dem beide versuchen den anderen von den Beinen zu werfen. Als Gaz den Griff um Rekas Schädel ändern wollte nutzte diese die Gelegenheit und zwickte ihn vorsichtig mit den Zähnen in die Pranke. Gazahk wußte jetzt, dass Reka sich nicht mit dem Ringkampf zufrieden geben würde. Sie brauchte Bewegung.

    Er legte eine leichte Lederrüstung an und nahm einen Rucksack, Rollen und Säcke mit leichtem Kampfgepäck an sich. Einen Bogen, etwas frischer und getrockneter Proviant und Reka war fertig beladen. Um das Gewicht niedrig zu halten entschied sich Gazahk zwei grobgeschmiedete, mit Knochen verzierte, Schwerter statt seinen mannshohen Womp mitzunehmen.

    Der Clan wusste bescheid, dass Gaz ein paar Tage unterweges sein würde. Er machte das ohnehin regelmäßig. Als sich der Orc auf die Wöflin schwang sah man dieser an, wie sehr sie sich auf den bevorstehenden Ausritt freute. Langsam und stolz ritt Gazahk über den Festungshof und durch das offenstehende Tor. Reka war merklich angespannt. Diese ganze Anspannung entlud sich in einem großen Satz nach vorne, als Gazahk sich zu ihrem Ohr vorbeugte und sagte: "Lohz Reka! Lauf sho schnell dhu kannzt!"

    Reka hetzte im Zick-Zack durch den Sumpf. Sie wich Baumstümpfen und Ästen aus, übersprang Gräben und Tümpel. Der Orc saß sicher im Sattel und überlies es weitestgehend der Wölfin wohin Sie ihn tragen wollte. Tagsüber jagten beide größere Tiere, genauso wie ein Rudel ein solches Tier jagen würde. Nur selten griff Gazahk zum Bogen. Bei Anbruch der Dämmerung suchten sie sich eine Höhle oder zumindest einen Platz, der so trocken wie möglich war. Dort wurde dann ein kleines Feuer entzündet und die Beute geteilt. Wenn ein besonders schönes Tier dabei war, schabte Gaz das ganze Fleisch von der Haut und spannte das Fell mithilfe von Ästen auf. Geschlafen wurde ohne Wache. Es waren jetzt fünf Tage vergangen seit beide die Donnerfestung verlassen haben. Reka war an diesem Abend unruhig und wollte nicht am wärmenden Feuer liegen. Gazahk schlief erst ein als es schon lange dunkel war. Er schreckt hoch, als er von Reka unsanft mit der Pfote angetippt wurde.

    Der Orc blickte in das Gesicht der Wölfin, die über ihn gebeugt stand. Es waren Stimmen zu hören. Gaz drehte sich auf den Bauch und kroch langsam und leise zum Rand der Senke. Die Flamme des Lagerfeuers war schon lange erloschen, der Morgen brach langsam an. Nebel hatte sich im Sumpf breit gemacht und die Sichtweite betrug höchstens bis zum übernächsten, nahestehenden Baum. Der Krieger konnte hell erleuchtete, flackernde Bereiche im Neben ausmachen. Dies mußte von Fackeln oder Laternen kommen. Die Sprache hatte der Orc schonmal gehört, aber er konnte sie nicht verstehen. Offensichtlich wurden Befehle gebrüllt und die Stimmen klangen aufgeregt.
    Er folgte leise den Stimmen, huschte von Baum zu Busch zu Baum, immer in Deckung. Reka folgte in kleinem Abstand. Der Nebel lichtete sich ganz langsam und der Orc konnte immer mehr erkennen. Es handelte sich um mindetens acht Menschen, Gerüstet und bewaffnet. Gaz traute seinen Augen nicht, als er erkannte, warum die Weichhäute so aufgeregt waren. Sie hatten einen Nordorc gefangen genommen. Er erkannte ihn. Es war einer der Späher, die oft Wochenlang die Grenzen zum Sumpf bewachten. Seine Pranken waren hinter dem Rücken mit einem groben Strick gefesselt. Der Körper des aufrechtgehenden Nordorcs war blutverschmiert, das Gesicht mit Flecken überzogen.

    Der Nordorc nahm den Bogen, legte einen Pfeil an und zielte sorgfältig. Er atmete tief ein, dann lange aus und hielt den Atem an. Der Pfeil sauste lautlos los und traf den am nächsten stehenden Menschen zwischen zwei Rüstungsplatten und drang tief in den Körper ein. Schreiend ging dieser zu Boden. Erschrocken zogen die restlichen Menschen die Schwerter und versuchte sich so gut es ging hinter ihren Schilden zu verstecken. Es hatte den anschein als würden Sie einen Kreis um den Gefangenen und Ihrem Anführer bilden. Durch den Nebel noch immer unentdeckt lies Gaz einen weiteren Pfeil fliegen. Dieser traf einen Menschen ins ungeschützte Gesicht. Unter entsetzten Schreien brach dieser zusammen. Die Menschen bekamen es mit der Angst zu tun. Der Nordorc wechselte jetzt die Position und lies den Bogen fallen, um seine Schwerter in die Pranken zu nehmen. Er heulte wie ein Wolf. Reka, weiter entfernt auf der anderen Seite, tat es ihm gleich. Nur einen Augenblick später heulten sie zu dritt – der Gefangene setzte mit ein.

    Gaz packte beide Waffen mit festem Griff und rann auf die Menschen zu. Er lies, noch umhüllt vom Nebel, den Schlachtruf "Regazno'bu!" ertönen. Die Menschenkrieger drehten sich in seine Richtung und machten sich bereit den erwarteten Angriff abzufangen. Das Ungetüm von einem Nordorc taucht unvermittelt vor ihnen aus dem Schatten auf und sprang die Menschengruppe an. Nur einer hielt dem Anblick wie versteinert stand, die restlichen wichen einen Schritt zurück. Gaz wehrte den Schwertstreich des Einzelnen mit Leichtigkeit mit einer Waffe ab und trieb die zweite tief in seine Lungen. Der Getroffene umklammerte das in ihm steckende Schwert und fiel lautlos, mit weit aufgerissenen Augen, nach hinten. Gazahk nahm einen sicheren Stand ein und schützte sich mit seinem verbliebenen Schwert so gut es ging.

    Der Gefangene warf sich, als Gaz die Menschen mit dem Sprungangriff überraschte, mit ganzem Gewicht gegen den Anführer und brachte diesen zu Boden. Der Mensch war so überrascht, dass er sich den Kopfstößen und Bissen des Gefangenen nicht erwehren konnte.

    Nahezu zeitgleich sprang Reka einen der Soldaten hinterrücks an verbiss sich an dessen Genick. Dieser Kampf ging fast ohne Gegenwehr aus.

    Der Nordorc sah sich nun den letzten vier menschlichen Kontrahenten gegenüberstehend. Einer von ihnen, der dem Opfer von Reka am nähesten Stand, drehte sich zum Wolf um und riss seinen Schild hoch zum Schutz vor einem Sprungangriff. Der Gefangene hatte den Anführer der Menschen zu Boden gebracht und prügelte mit seinem Dickschädel auf den Kopf des Feindes ein.

    Die drei, die Gaz gegenüber standen, griffen jezt an. Das erste Schwert surrte heran und der Orc wehrte es ab. Zeitgleich mit seiner Parade stochen jedoch die beiden anderen zu und trafen den leicht gerüsteten Orc an der Schulter und am Bauch. Blut floss aus den stechenden Wunden. Gerade die tiefe Bauchwunde machte Gaz zu schaffen. Er wartete jetzt darauf, dass die Menschen erneut angriffen. Er schlug wieder die erste Attacke beiseite, und versuchte das zweite Schwert an der glatten Seitenfläche mit seinem Unterarm wegzustoßen. Es gelang! Er wich der dritten Klinge durch eine beherzte Drehung aus und schlug einem der Angreifer mit dem Schwert gegen die Beine. Der Mensch fiel, laut schreiend, mit abgetrenntem Oberschenkel, zu Boden. Gaz vernahm den brennenden Schmerz weiterer Stiche im Rücken.

    Reka sprang den nächsten Soldaten an, krachte aber gegen das im letzten Moment hochgezogene Schild und prallte davon ab. Der Mensch fiel aufgrund des Gewichts nach hinten um. Der große Wolf sprang sofort hinterher. Dem Soldaten gelang es im letzten Moment das Schwert hochzureisen und Reka trieb sich die Waffe tief in den eigenen Brustkorb. Beim Aufschlag zerquetschte sie den Menschen mit ihrem Gewicht, blieb dann aber regungslos liegen.

    Durch die schrecklichen Schreie des zu Boden gegangenen Menschen blieben dem Nordorc ein paar Sekunden zum verschnaufen. Er konnte vor Schmerzen nicht mehr aufrecht stehen und hielt sich mit der linken Pranke den Bauch. Der Gefangene lag blutüberströmt neben dem toten Anführer der Menschen. Gaz entdeckte Reka. Ihr ragte ein Schwert, dass fast bis zur Parierstange in ihr steckte, aus der rechten Flanke. Wut kochte in Gazahk hoch. Er ging auf die letzten zwei Menschen zu und hieb mit dem Schwert auf diese ein, seine Verteidigung gänzlich vernachlässigend. Die Menschen wehrten die schweren Hiebe so gut es ging ab und gingen langsam rückwärts. Immer wieder gelange es ihnen, einen Treffer auf den Orc zu landen. Einer wehrte den Angriff ab, der andere stach schnell zu. Der Orc ging jedoch unbeirrt weiter. Gaz holte zu seinem weiteren schweren Schlag aus. Der Mensch versuchte diesen erneut mit dem eigenen Schwert abzuwehren, doch er hatte nicht mehr die nötige Kraft dazu. Das Schwert des Angreifers wischte ohne Schwierigkeit die Verteidung beiseite und fraß sich ohne Probleme in den Helm des Menschen. Dieser sackte einfach in sich zusammen. Gazahk bekam vom letzten Menschen, der verzweifelt seine Chance nutzen wollte, das Schwert in den Rücken gestochen. Es blieb jedoch, zum Schrecken des Angreifers, in den Schulterknochen des Orcs stecken. Der Orc drehte sich, den Schmerz ignorierend, um und packte den den Kopf des Menschen. Zuerst versetzte er ihm mit seinem massiven Schädel einen Kopfstoß gegen das Nasenbein. Der Mensch taumelte und nur der feste Griff des Orcs verhinderte sein Umfallen. Danach drückte Gaz seine Daumen tief in die Augen des Menschen.

    Der Kampf war vorbei. Gazahk stand auf wackeligen Knien inmitten der Toten. Der Mensch mit dem abgetrenten Bein schrie nicht mehr. Er war bleich geworden, und wimmerte nur noch. Seine Hände zitterten vor Schmerz und Angst. Gaz sah ihn noch kurz an und fiel dann auf seine Knie. Der Schmerz, der vom Blutrausch zuvor ausgeblendet wurde, kam nun mit voller Härte zurück. Der stolze Nordorc kann sich nicht mehr auf den Knien halten und kippte einfach nach vorne. Er lag nur ein paar Meter vom noch lebenden Menschen entfernt. Beide schauten sich in die Augen.

    Plötzlich erschallte der Schlachtruf der Nordorcs, so laut, dass Gazahks Ohren schmerzten. Es hörte sich an, als würde der ganze Clan den Ruf erschallen lassen. Der Orc, zu verwundet und zu kraftlos um auch nur den Kopf zu heben, erwartete, jeden Augenblick sein Rudel aus dem Nebel treten zu sehen. Der Mensch am Boden riss die Augen angsterfüllt auf und starrte zu Gazahk. Kurz bevor der schwer verwundete Orc, der dem Tode näher war als dem Leben, sein Bewusstsein verlor erkannte er, dass es sein eigener Kampfschrei war, den er hörte.
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    Rriia
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    von Rriia » 30.06.2018, 20:56

    [center]Rriia auf der Suche[/center]

    Nervös sah sie sich um. Hinter jedem Baum und noch so kleinen Gebüsch suchte die Sturmschwester nach irgendwelchen Spuren von den Beiden.
    Über fünf Sonnen waren nun schon vergangen, seit ihr Clanbruder mit seiner Wölfin die Festung verlassen hatte und im morastigen Sumpf verschwunden war. Immer wieder rief sie mit besorgter Stimme die Namen der Beiden, hoffte auf eine Antwort, die aber nicht kam. Stundenlang durchquerte sie jeden kleinsten Winkel der Landschaft, ohne Erfolg. Rriia war nahedran aufzugeben. Schon die Zügel in der linken Pranke und bereit auf ihre Wölfin zu steigen um den Heimweg einzuschlagen, ließ ein plötzliches leises Stöhnen sie innehalten."Wahz zum Orguz.....?"... angestrengt spitzte sie ihre Lauscher, folgte konzentriert dem Geräusch. Die anbrechende Nacht machte es ihr nicht gerade leicht irgendetwas zu erkennen. Sie musste sich nun auf ihr ausgeprägtes Gehör verlassen. Je weiter sie gen Süden ging, desto lauter wurde das Wimmern. Ihre Gefährtin Fjalladis spitzte ebenfalls die Ohren, schnüffelte mit ihrer Nase den Boden ab und eilte der Orkin vorraus. "War dahz werklegh säne Stimmä?"... fragte sie sich wiederholt, bis ihr Blick vor Entsetzen am Fundort, den ihr ihre Wölfin anzeigte, erstarrte.

    Hastig stürzte sie sich auf die Knie, zum reglosen auf den Boden liegenden Körper des Kriegers, hinunter. Blitzschnell griff sie sein Handgelenk, um ein Lebenszeichen zu spüren. Sie schloss die Augen, zählte leise mit und atmete erleichtert aus, als sie einen normalen Rhytmus feststellen konnte.Er lag auf dem Bauch und ein Schwert ragte aus seiner rechten Schulter. Adrenalin raste durch Rriia´s Adern, verliehen ihr in diesem Moment die Kraft es mit einem Ruck herrauszuziehen. Kaum zu glauben, dass sie dies wirklich ohne mit der Wimper zu zucken tat, doch sie dachte darüber in keinster Weise nach, folgte blind ihrem Instinkt. Irgendwie musste sie ihm ja helfen. Leinentücher führte die Schamanin grundsätzlich bei sich. Fest wickelte sie diese um seine Schulter, um weiteren hohen Blutverlust zu verhindern. Vorsichtig rollte sie ihn auf den Rücken, brachte ihn damit in eine bequemere Lage, sein Kopf ruhte nun auf ihrem Schoss. Weitere zahlreiche Stich- und Schnittwunden zierten seinen Oberkörper. Es musste ein heftiger Kampf stattgefunden haben, dachte sie. Tief holte sie Luft, sah sich mit gehetztem Blick um. Von Reka fehlte jede Spur, jedoch lag in unmittelbarer Nähe eine weitere schemenhafte Gestalt. Zu ihrer Erleichterung regte auch diese sich nicht. Ein unerwarteter Überfall war jetzt das letzte was sie gebrauchen konnte!

    Die Orcin überlegte hin und her. Wie sollte sie nur das massige Gewicht des muskelbepackten Kriegsveteranen zurück in die Festung bekommen? Der Weg war zu weit, um ihn selbst dorthin zu schleppen und auch ihrer Wölfin konnte sie dies nicht zumuten. Rriia verzweifelte zunehmends. Zusätzlich schürte sich ihre Angst, dass jeden Moment etwas aus der Dunkelheit herraus sie angreifen könnte. Sie hörte Geräusche, näher kommende Schritte! Die Angst, die bisher unter der Oberfläche gelauert hatte, brach sich Bahn. Mit angehaltenem Atem lauschte sie auf die Geräusche. Sie hörte das Stampfen, hörte das rasseln von Ketten. Metallplatten vermutlich, die bei jedem Schritt aneinanderschlugen und einen Rhytmus ergaben. Immer näher kam das Stampfen. Sie blinzelte angestrengt in die Finsterniss und konnte einen Lichtschein ausmachen. Ihr rasender Herzschlag glich sich den Geräuschen an.
    Sie erkannte nun eine Fackel, dahinter offenbarte sich ihr ... das vertraute Gesicht des Uruks Starkfang! Tränen der Erleichterung brannten in ihren Augen, die Todesangst, die sie Sekunden zuvor noch erfüllte, schwand.

    Im Schein seiner Fackel war deutlich zu sehen, was sich Vorort abgespielt haben musste. Der Boden unter ihnen war mit Blut durchtränkt. Überall lagen tote Körper und vereinzelte Gliedmaßen herrum. Die schemenhafte Gestalt neben ihrem bewusstlosen Clanbruder ... eine niedergestreckte Weichhaut, dass konnte sie nun erkennen. Sie atmete nicht mehr. Alles deutete darauf hin, dass Gazahk verzweifelt um sein Überleben gekämpft haben musste. Rriia lief ein eiskalter Schauder über den Rücken, sie sah flehend in die ebenfalls erschrockene Miene des Uruk´s. "Were müzz´n ehn häm brenghen. Schnell!", dachte sie laut. Starkfang nickte stumm. Er stemmte sich den reglosen Orc über die linke Schulter und half anschliessend der erschöpften Orcin auf die Beine. Ein kurzes, vorwurfsvolles Grunzen untermalte seine Stimmung. Rriia musste nicht lange darüber nachdenken, was er damit ausdrücken wollte ... "hätte nubh alläne lohzziehen sollen, dabuh!"

    Für gewöhliche Widerworte fehlte ihr die Kraft. Mit einem leichten, entschuldigendem Lächeln sah sie zu ihm auf. Ihre weitgeöffneten Kulleraugen glichen die eines unschuldigem Welpen, ... wie sollte er da noch böse sein? Er lächelte ebnfalls versönlich. Ohne ein Zeichen der Anstrengung, hob er sie mit der freien Pranke an und hiefte sie auf ihre Wölfin. Sie ritt den gesamten Rückweg neben dem "Riesen" her. Ihr besorgter Blick klebte am schwerverletzten Krieger. Nur ab und zu wendete sie sich für einen Moment ab, sah sich suchend um und rief den Namen der vermissten Wölfin. Es half alles nichts, Reka blieb verschwunden. Rriia seufzte und ihr Magen begann zu knurren. Sie tastete nach dem kleinen Beutel den sie am Gurt trug. Ihre geringste Hoffnung noch etwas Essbares in dem Jutesack zu finden, löste sich auf. Sie seufzte erneut tief und streifte den Trinkschlauch von der Schulter, auch er war so gut wie leer. Lediglich ein paar Tropfen befeuchteten ihre Lippen, als sie ihn über sich hielt. "Bald sen ehz geschafft", versuchte Starkfang sie aufzumuntern. Unermüdlich und mit eisernen Willen stapfte er neben ihr her. Als das erste Morgenlicht durch das dichte Blätterwerk brach, konnten sie endlich die hohen Mauern der heimatlichen Festung in der Ferne erkennen. Eine Wache kam ihnen entgegengerannt, erkannte sofort die Dringlichkeit der Lage und eilte los, um die Sturm´Makhai zu alamieren....
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    Es sind die Momente, die dir den Atem rauben …
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    Sunekka Vørg`hai
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    von Sunekka Vørg`hai » 02.07.2018, 10:38

    [center]Gazahk im Krankenlager[/center]

    Es war ein warmer Tag gewesen und Sunekka, Sturm´Makhai der Nordorcen, nutze den Tag in den Sümpfen nach einigen Kräutern zu suchen. Die brauchte sie um wieder Salben und Kräutertinkturen für Wunden herzustellen. Der Tag verging wie im Fluge und die Orcin fand genügend dieser Kräuter. Als der Abend anbrach machte sie eine Rast im Aussenlager an der Küste. Sie bereitete sich ein kleines Mahl an der Flamme zu und begann die Kräuter zu sortieren und nach ihrer Verwendung zusammen zu legen. Nach kurzer Zeit war das Fleisch gar und Sunekka aß erstmal etwas. Danach begann sie damit die ersten Kräuter zu einer Paste zu zerreiben und Salben daraus zu machen. Während der Zubereitung stand auch ein Topf mit Wasser auf der Flamme und einige Kräuter, die darin mitkochten, verbreiteten einen wohligen Duft. Die Orcin wollte gerade den Topf mit der Kräutertinktur von der Flamme nehmen, als eine Wache von der Feste zu ihr an die Flamme gerannt kam und schon von weitem rief: ... Sturm´Makhai...Sturm´Makhai... sea habn ehn gefundn...

    Ganz ausser Atem kam die Wache vor der Sturm´Makhai zum Stehen und schnappte nach Luft. Sunekka sprang auf, als sie sah wie die Wache auf sie zugerannt kam und fragte was genau geschehen war. Nachdem er wieder sprechen konnte berichtete er der Orcin , dass die Sturmschwester Rriia und der Uruk Starkfang mit dem schwer verletzten Krieger Gazahk in die Feste zurückgekehrt seien. Ohne lange zu zögern packte Sunekka alles zusammen was sie schon an Salben und Tinkturen fertig hatte und gab der Wache den Auftrag den Rest nachzubringen. Sie schwang sich auf ihre Reitwölfin Silberfell und preschte in Richtung Festung los. In der Feste angekommen sprang sie in einem Satz von der Wölfin ab und begab sich schnell in die grosse Halle. Dort wurde der Orc Gazahk hingebracht. Er lag auf einem Lager, ohne Bewusstsein. Neben ihm kniete die Sturmschwester Rriia und hatte damit begonnen die vielen Verletzungen zu säubern. Der Uruk Starkfang stand etwas Abseits mit einigen Wachen. Er schien ihnen einige Befehle zu geben, denn kurz danach brachen sie in die Sümpfe auf.

    Sunekka kniete sich neben Rriia , um die Wunden des Kriegers genauer zu betrachten. Es waren einige Stich- und Schnittwunden zu erkennen. Zum Glück waren die meisten nicht all zu schwer. Doch es gab auch einige tiefere Wunden und der Krieger hatte dadurch viel Blut verloren. Es sah im ersten Moment nicht wirklich gut für den Orcen aus. Rriia schaute die Sturm´Makhai mit einem fragenden und auch flehenden Blick an. Sunekka nickte Rriia nur leicht zu und bat sie dann ihr ihre Salben und Tinkturen vom Sattel Silberfells zu holen.Ebenfalls benötigte sie einige dünne Därme aus ihrer Kammer. Rriia sprang sofort auf und eilte davon. Es war kaum Zeit vergangen und die Sturmschwester kehrte mit allem wieder zur Sturm´Makhai zurück. Rriia kniete sich nun neben die Orcin und reichte ihr die Sachen.
    Vorsichtig kümmert sich die Sturm´Makhai zuerst um die tiefen Stich- und Schnittwunden. Diese musste sie schliessen und nähte sie daher mit den dünnen, feinen Därmen zusammen. Dann kümmerte sie sich um die weniger tiefen und teilweise nur oberflächigen Wunden. Auf diese trug sie, wie auch auf die frischen Nähten, zuerst etwas von ihrer Kräutertinktur. Nachdem diese etwas in die Haut des Orcen eingezogen war, strich sie eine dünne Schicht ihrer Salbe darüber. Damit sich die Wunden nicht entzünden konnten, legte sie mit Hilfe der Sturmschwester noch einige Verbände an. Von all dem schien Gazahk nichts mitzubekommen, denn es war weder ein Stönen noch ein Zucken von ihn zu merken.

    Da nun alle Wunden versorgt waren, konnte die Sturm´Makhai ersteinmal nichts weiter für ihn tun. Sie bereitete jedoch etwas frisches Kräuterwasser zu, welches der Krieger in der nächste Zeit bekommen sollte. Mit einem sanftmütigen Lächeln gab sie der besorgten Orcin aber ein Zeichen, dass der Krieger das schlimmste überstanden hatte. Jetzt kam es auf die Widerstandsfähigkeit des Kriegers an. Da die Nacht mittlerweile angebrochen war, schickte sie Rriia in ihre Felle um sich zu erholen. Sie selber würde die erste Wache am Lager des verletzten Kriegers halten. Rriia befolgte dies und zog sich in ihre Kammer zurück. Sunekka hockte sich derweil mit einer Schale Kräuterwasser neben den Krieger. Mehrmals tauchte sie ein sauberes Tuch in dieses und träufelte so dem Krieger immer wieder einige Tropfen in seinen Mund und befeuchtete etwas seine Lippen damit. So verging die erste Nacht. Am nächsten Morgen kam die Sturmschwester Rriia mit einem Frühmahl ans Lager des Krieger und stellte es neben der Sturm´Makhai ab. Sie würde sich nun um den Verletzten kümmern, damit die Sturm´Makhai das Mahl zu sich nehmen konnte. Anschliessend sollte Sunekka sich ausruhen. Dankend nahm die Orcin dies an und zog sich nach dem Mahl etwas in ihre Kammer zurück. Doch lange blieb sie dem Lager Gazahk´s nicht fern. Die Sonne stand noch nicht am höchsten Punkt als sie wieder aus ihrer Kammmer kam und sich um den Krieger kümmerte. Die Verbände mussten erneuert werden und auch frische Tinktur und Salbe aufgetragen werden. Rriia ging ihr dabei zu Hand.

    So verging ein Tag nach dem anderen. Der Krieger schlief viele Tage. Das eine oder andermal schien er in diesem tiefen Schlaf etwas zu sagen, doch konnte die Orcin nichts genaues verstehen.
    Wo Liebe wächst, gedeiht Leben -
    wo Hass aufkommt droht Untergang.
    .
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    von Gazahk » 18.09.2018, 13:22

    [center]Lok‘tar O‘gar!
    [/center]

    Es ist nun fast ein ganzer Mond vergangen seit der schwerverletzte Krieger zur Sturm‘Makhai gebracht wurde.

    Die Besserung des Zustands ging langsam aber stetig voran. Das Fieber verging und Gazahk schlief wieder ruhiger. Als er erwachte war er alleine in der Kammer. Er lauschte in die Dunkelheit. Welpen mussten im Hof spielen. Mühsam richtete sich der Krieger auf, indem er sich leicht zur Seite drehte und dann mit dem Ellenbogen nachhalf. Schweiß stand ihm, von der Anstrengung, auf der Stirn. Nachdem er ein paar mal tief durchgeatmet hat richtete er sich langsam auf. Die Knie waren sehr wacklig und beinah wäre eines unter dem massiven Gewicht eingeknickt. Mit einer Pranke an der Wand stützend schwang er mit der anderen ein Fell um seien Hüfte. Danach griff er einen dicken Ast, der eine Gabelung an einem Ende hatte. Diese Gabelung drückte er sich in die Achsel unter dem rechten Arm und stützte sich darauf ab. So humpelte er langsam zum Tor hinaus.

    Er kniff die Augen fest zu, da ihn das grelle Sonnenlicht schmerzte. So stand er da für wenige Augenblicke, die ihm aber wie eine Ewigkeit vorkamen. Die Welpen verstummten, als sie den vernarbten Orc erblickten. Die älteren Worgen halfen ihm zum Feuer, dass in der Mitte des Hofs brannte. Dankbar lies sich Gazahk auf einen Baumstamm nieder und genoss die Wärme.

    Soll egh dere wahz bring‘“? fragte einer der Welpen.
    Yubh, bringh mer wahz zu saufn!“ kam aus trockener und rauher Kehle als Antwort.
    Uhm… wahz soll egh dia holn?“ der Jungorc überlegte kurz während er die frischen und teilweise noch nicht ganz verheilten Wunden betrachtete „Wazza!“.
    Nubh, nubh Wazza!“Gaz schnaubt. „Hol mia ash Humpen Donnerschnappz! Aber nubwahz dah Sturm‘Makhai blah… deh hat mere nua Kräutawazza saufn lazzn!“.

    Kurz darauf bekam der Alte den gewünschten Humpen und trank einen großen Schluck.
    Er wischte sich mit dem Unterarm längs übers Maul und fragte in die Runde: „Wahz sen me Reka?
    Die Welpen werden nervös und Gazahk bekommt keine Antwort.

    Argh! Dann blah der me eb‘n nub!“ sagte er, als er sich an dem Ast, den er als Krücke verwendete, hochdrückte.

    Langsam aber sicher schleppte er sich in Richtung Offenställe davon.
    WAAAAGH! - Warum kompliziert wenn's auch einfach geht?
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    von Gazahk » 18.03.2019, 13:39

    [center]Rriia (oder: Nutzlos)[/center]

    Die Offenställe liegen am anderen Ende der Donnerfeste. So langsam Gazahk humpelte dauerte es länger dorthin zu gelangen. Von weitem konnte er Rriia schon erkennen, die sich um die Wölfe, alte und Welpen, kümmerte. Der Veteran blieb stehen und sein Blick ruhte auf der Orcin. Diese Orcin war die Eine, die sein Blut zum kochen bringt. Schon immer. Dass dem so ist, weiß aber niemand. Außerdem kann Gaz Reka sehen. Sie humpelt stark, da einer der Vorderläufe deformiert ist. Sie wird nie mehr das Gewicht des Orcs tragen können. „Deh Ruhe hazt dhu der va’dient“ murmelt der Krieger. Als er weitergehen möchte sticht es wieder in seiner alten Wunde, so dass er stolpert und sich gerade noch abfangen kann. Unter großer Mühe richtet sich Gazahk wieder auf und blickt sich um, ob dies jemand beobachtet hatte. Niemand war zu sehen. Er machte kehrt und schleppte sich, mit Tränen in den Augen, zurück zu seiner Hütte.

    Es sind bereits drei Wochen seit dem Vorfall auf dem Weg zu den Ställen vergangen. Gazahk hatte aufgehört das wertvolle Fleisch des Clans zu essen. Er ernährt sich nur mit dem Nötigen, meist einem Brei aus Getreide und etwas Obst oder Gemüse. Er schaut alt aus und schwach. Gebrochen. Die Wunde ist immer noch nicht verheilt und eitert. Manchmal kommen Welpen oder andere Nordorcs zu ihm, die er aber mit bissigem Gebrüll wegschickt. Er will alleine sein und möchte so nicht von anderen gesehen werden.

    Gazahk kann wieder einmal vor Schmerzen nicht schlafen. Er greift unter seine Felle und holt einen Stock, ungefähr ein Meter lang, hervor. Es handelt sich um einen mit Schnitzereien verzierten Fackelstock. Bei weitem kein Meisterwerk, aber man sieht, dass sich Gazahk viel Zeit dafür genommen hat. Nachdenklich betrachtet er die Fackel, die er gerne Rriia zum Geschenk gemacht hätte. Natürlich aber nur, wenn sie mit ihm gemeinsam den Pfad der Jagd gegangen wäre. Wie soll er jetzt aber sein Rudel ernähren oder gar beschützen? Wütend zerbricht er den Stock in zwei Stücke und wirft diese dann ins Feuer. Melancholisch beobachtet er wie das Feuer langsam aber stetig die geschnitzten Verzierungen auffrisst.

    „Mer Ahnen, egh be’dah ogar! Befreit mer von dieza Lazt unn holt mer wegh von diezäm Uzg!“
    WAAAAGH! - Warum kompliziert wenn's auch einfach geht?
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